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Gerechtigkeit

Wieso sind diese jungen Frauen bei der AfD?

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InterviewAn der AfD scheiden sich die Geister. Für die einen ist die AfD eine gefährliche Partei, für die anderen eine echte Alternative zur nächsten Bundestagswahl. Der Frauenanteil der Partei liegt bei ca. 16%. Aus diesem Grund haben wir drei junge Frauen aus der AfD gefunden,  die mit uns über ihre Einstellungen sprechen möchten. Ivonne, Alina und Delphine engagieren sich nicht nur in der AfD, sondern auch in der AfD-Jugend, der Jungen Alternative (JA).

 

Hallo, Ihr drei! Erstmal die spannendste Frage: Warum seid ihr in die AfD eingetreten?

Ivonne:  Weil ich dankbar bin, dass wenigstens eine politische Organisation den Mut hat auch unangenehme Themen und Sachverhalte an- bzw. auszusprechen. Mit vielen Entwicklungen in Deutschland bin ich unzufrieden. Die realitätsferne, geradezu utopische Asylpolitik von Merkel hat mir den letzten Anstoß gegeben, endlich aktiv zu werden. Außerdem gefällt mir das Programm der AfD insgesamt besser als die der Altparteien.

Delphine: Ich komme aus Hamburg, einer Stadt, die als bunt und weltoffen präsentiert wird. Doch ich erlebe Hamburg vielmehr als eine Hochburg von Multikulti-Wahn, Kriminalität und Linksextremismus. Der AfD bin ich beigetreten, weil es für mich die einzige Partei ist, der ich noch zutraue, endlich mit dem Wahnsinn, den die Altparteien angerichtet haben, aufzuräumen.

Alina: Ich denke, dass die AfD eine wichtige Möglichkeit darstellt, in unserem Land demokratisch etwas zu verändern, solange sie diese Chance nicht selbst verspielt. Als Partei hat man Einfluss auf die politische Meinungsbildung und kann neue Akzente im politischen System setzen, die gerade in den letzten Jahren bitter notwendig geworden sind. Durch das Aufkommen der AfD wurden einige Fragen gestellt, die vorher nicht gestellt worden wären und Themen kritischer beleuchtet, als es sonst der Fall gewesen wäre, gerade rund um die Flüchtlingskrise.

Ich selbst bin nicht der Typ dafür, ruhig dazusitzen und zuzusehen, wie Entwicklungen ungehindert stattfinden, die ich nicht gut finde. Es mag sich am Ende herausstellen, dass alles Engagement nichts bringt, aber zumindest hat man es versucht – und dafür ist die Jugend ja da, um sich aufrichtig für seine Überzeugungen einzusetzen.

Ivonne

Ivonne

Hat die AfD Einfluss auf Euer Leben? Vorteile oder Nachteile?

Ivonne: Die Nachteile kennen wohl auch die, die sich nur für uns aussprechen ohne Mitglied zu sein: Einige Freunde und Bekannte brechen den Kontakt ab und wollen nichts mehr mit mir zu tun haben. Man wird bei Veranstaltungen auf der Straße beschimpft oder sogar angespuckt. Zu den Vorteilen: Ich bin gerne politisch aktiv, weil ich das Gefühl habe, dass wir zusammen tatsächlich etwas bewirken können. Ich habe in der und durch die AfD Gleichgesinnte kennengelernt, habe viele interessante Vorträge gehört und werde demnächst sogar für einen Landtagsabgeordneten arbeiten. Hört sich vielleicht blöd an, aber das Gefühl zu haben etwas unbedingt tun zu müssen, etwas erreichen zu können und die Überzeugung, dass das, was man tut, richtig ist – zumindest für mich, gibt Sinn. Wäre vielleicht übertrieben gesagt: Lebenssinn, aber zumindest gibt es Hoffnung auf eine Zukunft, die mehr meiner Vorstellung entspricht als die Gegenwart.

Delphine: Ich wurde ab und zu schon mal auf der Straße erkannt und angepöbelt. Sowas ist natürlich unangenehm. Richtig schockiert hat mich aber eigentlich nur, wie viele angeblich ach so toleranten Mitmenschen aus meinem engen Umfeld sich plötzlich von mir abgewendet haben. Und das nur aufgrund eines Parteibuchs. Dafür habe ich in der AfD aber viele Menschen kennengelernt, die jetzt immer an meiner Seite stehen.

Alina: Durch die AfD habe ich, direkt oder indirekt, viele neue Freunde und Feinde dazugewonnen. Gerade für einige familiäre Beziehungen und frühere Freundschaften bedeutet politisches Engagement oft eine Zerreißprobe, da man, gerade wenn es um die AfD geht, viele Diskussionen führen muss und nicht bei jedem Unterstützung erwarten darf. Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen hört oft auf, wenn es um Dinge geht, die dem eigenen politischen Horizont widersprechen, selbst im Kreise der engsten Vertrauten. Viele AfD-Mitglieder werden ein Lied davon singen können.

Delphine

Delphine

Wie würdet Ihr euch selbst politisch einordnen? Welche Werte sind euch besonders wichtig?

Ivonne: Besonders wichtig sind mir die Erhaltung der deutschen Sprache und Kultur, innere und äußere Sicherheit, die Unterstützung des traditionellen Familienbildes, Rückkehr zur leistungsorientierten Bildung im dreigliedrigen Schulsystem und ich würde ein Europa der unabhängigen Vaterländer/ Nationen der EU vorziehen. Wenn das alles bedeutet, dass ich rechts bin, dann bin ich’s gern.

Delphine: Ich bezeichne mich als national-konservativ. Tatkraft, Entschlossenheit und Mut.

Alina: Ich halte nicht viel von Schlagwörtern wie links, rechts, Mitte oder so etwas als politische Einordnung und könnte mich da auch nirgendwo zuordnen. Ich vertrete sowohl konservative, als auch progressive Ansichten, das kommt darauf an, wozu man mich fragt. Generell würde ich mich aber als patriotisch bezeichnen, wenn ich es kurz zusammenfassen soll. Aufrichtigkeit, Treue und Verlässlichkeit. Mir ist es wichtig, dass man hinter seinen Worten steht und diese auch in die Tat umsetzt, dass man zu sich selbst steht und sich nicht verstellt.

Der AfD wird oft vorgeworfen, sie sei frauenfeindlich und antifeministisch. Könnt ihr das aus erster Hand bestätigen?

Ivonne: Absolut nicht. Weder lässt sich das aus unserem Programm ableiten, noch bin ich jemals unangemessen behandelt worden. Ich würde sogar sagen: Im Gegenteil. Die AfD ist die Partei, die junge Mütter wirklich ernst nimmt, ihnen mehr Zeit und finanzielle Unterstützung für ihr Kind zugestehen möchte und die Erziehungszeit anerkannt sehen will.

Delphine: Das ist Unsinn. Ich wurde von den männlichen Parteikollegen immer respektvoll behandelt. Die einzigen, die der AfD Frauenfeindlichkeit unterstellen, sind jene Pseudofeministen, die eine Ideologie des Genderwahnsinns vorantreiben, Geschlechter am liebsten abschaffen wollen und unsere Sprache entmannen.

Alina: Nein. Mir ist, genau wie der AfD, die echte Wahlfreiheit der Frau wichtig. Egal ob eine Frau sich für Familie, für Karriere oder für eine Kombination aus beidem entscheidet, jede dieser Möglichkeiten sollte unterstützt werden. Gerade Familien kommen in der heutigen Politik oft zu kurz und Frauen, die aufgrund der Kinder längere Zeit zuhause bleiben, werden oft schief angeguckt. Die Förderung der Wahlfreiheit ist für mich Politik, die Frauen unterstützt und fördert!

Auch im Persönlichen kann ich nicht bestätigen, dass man als Frau in der AfD in Klischeerollen gedrängt oder in seinem Wirken behindert wird, ganz im Gegenteil.

Alina

Alina

Was sagt ihr zur Homoehe und dem Thema Gendermainstream? Die AfD hat da ja eine deutliche ablehnende Haltung.

Ivonne: Oft wird uns vorgeworfen gegen Homosexuelle zu sein, was schlichtweg falsch ist. Selbst ein Mitglied des Bundesvorstands ist homosexuell. Gegen Gender-Mainstreaming sind wir allerdings. Viele in dem Bereich vertretene Ansichten widersprechen Ergebnissen aus Naturwissenschaft, Entwicklungspsychologie und Lebenserfahrung. Staatliche Ausgaben für diese Pseudowissenschaft würden wir gern stoppen.

Delphine: Ob Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau eine Beziehung führen, ist Privatsache. Die Möglichkeit einer eheähnlichen Gemeinschaft befürworte ich. Die Ehe selber sollte aber Partnerschaften vorbehalten sein, aus denen theoretisch Kinder hervorgehen können. Also Mann und Frau. Von Gendermainstreaming halte ich gar nichts und sehe darin auch keinen Sinn. Es ist eine krankhafte und durchaus gefährliche Ideologie und mehr nicht.

Alina: Gerade Gender Mainstreaming halte ich für ausgemachten Schwachsinn. Es werden künstliche „Fakten“ wie die Nichtexistenz eines biologischen Geschlechts kreiert, auf Grundlage derer eine Scheindiskriminierung entworfen wird. Es reicht nicht, dass verschiedene Sexualitäten oder sexuelle Orientierungen, die zu einem kleinen Teil in der Gesellschaft vertreten sind, gesellschaftlich normal anerkannt und nicht diskriminiert werden. Nein, es muss ein riesiger Aufstand gemacht werden, um eine gar nicht existente Diskriminierung anzuprangern und die gesamte gesellschaftliche Umerziehung mit Unisex-Toiletten, Frühsexualisierung in Schulen und sogar Kindergärten und medialer Beeinflussung ins Rollen zu bringen. Männer sind keine Männer mehr, Frauen keine Frauen, die Familie, die das Fundament eines Volkes bildet, soll ins Wanken gebracht werden. Dabei gibt es ganz klare biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen – und das ist auch gut so!

Was habt ihr vor der AfD gemacht? Wart ihr da schon politisch?

Ivonne: Ich war vorher nicht politisch aktiv.

Delphine: Ich war schon immer politisch, aber die AfD ist meine erste Partei.

Alina: Ich war schon vor meinem Eintritt in die AfD und die Junge Alternative politisch, allerdings nicht aktiv. Das beschränkte sich lediglich auf allgemeines politisches Interesse, Weiterbildung und Diskussionen im privaten Freundeskreis.

 

Was macht ihr in eurer Freizeit?

Ivonne: In meiner Freizeit tanze und reite ich. Ich hab ein Pferd und 2 Hunde.

Delphine: In meiner Freizeit lese ich viel und gehe gerne joggen oder in der Natur spazieren. Das hilft gut gegen den Stress im politischen Alltag.

Alina: Ich lese, koche gerne, unterhalte mich mit Freunden beim gemütlichen Bierchen am Wochenende und bereise gerne Deutschland. Und das Studium muss ja auch noch irgendwo untergebracht werden! 😉

 

Ich denke das reicht erstmal! Vielen Dank für Eure Zeit!

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Was ging am Wochenende so auf der Demo in Polen?

Vorweg: Deutsche sollten sich nicht zu erkennen geben.

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Quelle: Autor

Für viele deutsche Patrioten ist Polen das geheiligte Land: Wenn es um die Asylpolitik der EU geht, reizt der Blick zu unseren östlichen Nachbarn, die sich hartnäckig weigern, ihre Grenzen für jedermann zu öffnen. Tatsächlich ist Heimatliebe hier keine Randerscheinung, die höchstens mal zur Fußball-WM ihren Weg auf die Straße findet, sondern ist fest im kollektiven Bewußtsein der Bevölkerung verankert. Gefeiert wird dies traditionell an dem Tag, an dem sich 1918 nach über 100 Jahren wieder ein eigener, souveräner polnischer Staat bilden konnte. Die patriotische Demonstration in Warschau an diesem Datum hat in Europa und darüber hinaus einen legendären Ruf, ist sie doch die größte Veranstaltung dieser Art überhaupt. Grund genug für uns, sich die Sache einmal selbst anzusehen.

Völlig vorbehaltlos können wir aber nicht in die polnische Hauptstadt reisen. Schon im Wikipedia-Artikel weiß man von „Ausschreitungen“ der „Nationalisten und Rechtsradikalen“ zu berichten, um nicht auf falsche Gedanken zu kommen. Am Vormittag vor der Demo merkt man von „Rechtsradikalen“ reichlich wenig: Die Stadt ist voller Menschen; jeder – vom Studenten bis zum Rentner – trägt an seiner Kleidung eine Ansteck-Kokarde in den Nationalfarben Weiß-Rot oder legt eine Armbinde der polnischen Heimatarmee an – einer Untergrundtruppe, die gegen die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkrieges kämpfte. Daß die lange Zeit unter deutscher und sowjetischer Fremdherrschaft prägend für die polnische Identität ist, kann man der Bevölkerung nicht verübeln – auch wenn dies teils absurde Ausmaße annimmt. So rät uns unser polnischer Begleiter, nur möglichst wenig deutsch zu reden, es bestehe nämlich die Gefahr, daß jemand dies in den falschen Hals bekommt.

Am Startpunkt der Demonstration merken wir von dieser Feindseligkeit nichts: Das Publikum ist bunt gemischt, die Stimmung ausgelassen. Neben zahlreichen patriotischen Gruppen haben beispielsweise auch Fußball-Fanclubs ihre Teilnahme angekündigt, deren Mitglieder dementsprechend zahlreich vertreten sind. Ein gewaltbereites Klientel ist nicht in dem Rahmen vertreten, wie es manche Medien vielleicht suggerieren; stattdessen finden wir uns neben Eltern, die ihre Kinder mitgebracht haben, wieder. Dies zeigt auch, wie tief der Nationalstolz in der Bevölkerung verwurzelt ist.

Nach einigen Ansprachen und der Nationalhymne setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung. Was uns im Vergleich zu den heimischen Veranstaltungen sofort auffällt: Die Polizei verzichtet auf eine Abschirmung oder übermäßige Präsenz in anderer Form, anscheinend teilt man oben genannte Einschätzung, was die Gewaltbereitschaft der Teilnehmer angeht.

Das Gefühl in der Menschenmenge ist überwältigend: Man selbst geht vollständig in einem Flaggenmeer aus Weiß und Rot unter, während um einen herum alte patriotische Lieder gesungen und Slogans wie „Gott, Ehre, Vaterland“ skandiert werden. Nachdem die Sonne untergegangen ist, taucht die rote Pyrotechnik alles in ein unheimliches Licht, welches die Atmosphäre noch verstärkt. Tatsächlich fällt es sehr schwer, die richtigen Worte für das zu finden, was sich hier abspielt: Als Deutscher ist man hier tatsächlich in einer anderen Welt.

 

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Gerechtigkeit

Rezension: Die ganze Wahrheit

Wir haben das Buch aus der BN-Anstoß Reihe für Euch gelesen:

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“ In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit (…)“

Vermutlich jeder musste bei diesem Satz schon einmal schmunzeln,wird er doch bei jeder politischen Debatte, als hohle Phrase von Vertretern der Medien, Politik oder den sogenannten Gutmenschen immer wieder aufgesagt.
Die Realität sieht jedoch ganz anders aus, da Meinungen, die nicht ins politische Establishment passen, reflexartig als extremistisch oder gar krankhaft (islamophob, homophob) diagnostiziert werden.

Gereon Breuer schafft es in diesem kleinen Büchlein, die Methoden der Systemmedien aufzudecken und nennt gleichzeitig Möglichkeiten, diese auch im Alltag in Gesprächen mit Freunden, Familienmitgliedern oder Nachbarn anzuwenden.
Denn in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen, nicht der Manipulation der Medien, insbesondere des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks hingeben wollen, sondern selbst nach der Wahrheit suchen, versucht die Politik mittels Gesetzesverschärfungen (NetzDGtz), das verloren gegangene Vertrauen zwangsweise wiederherzustellen.
In dem Buch “ DIE GANZE WAHRHEIT “ findet man nicht die Antworten auf alle Fragen, aber es liefert Ideen und Methoden, die Wahrheit herauszufinden.

Unterstützt Arcadi durch einen Kauf des Buches:

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Gerechtigkeit

Spanien vor dem Bürgerkrieg?

Steht uns ein Krieg dort bevor?

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Im Katalonienkonflikt steuert Spanien geradewegs auf einen waschechten Bürgerkrieg zu. Möchte die katalanische Regierung tatsächlich die Unabhängigkeit erringen, so bleibt ihr nur die Eskalation.

 

Nun ist sie also da, die Unabhängigkeit. Oder doch nicht?

Das katalanische Parlament hat vergangenen Freitag die Unabhängigkeit Kataloniens beschlossen. Nur wenig später hat der spanische Senat jedoch den berühmt-berüchtigten § 155 der spanischen Verfassung zur Anwendung gebracht und damit – laut spanischer Rechtssprechung – die katalanische Regierung unter Carles Puigdemont abgesetzt und das katalanische Parlament aufgelöst. Neuwahlen wurden von Madrid für den 21. Dezember angesetzt. Barcelona kontert mit dem Aufruf an die katalanische Verwaltung zum „friedlichen Widerstand“.

Doch was geschieht nun?

Die Lage ist hochangespannt und hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig:

  1. Wie entscheidet sich das Gros der Verwaltungsbeamten in der autonomen Region?Von dieser Frage ist zunächst abhängig, ob die Entmachtung aus Madrid überhaupt eine Auswirkung auf Katalonien hat. Sollten sich die meisten Verwaltungsbeamten dazu entscheiden weiterhin der Regionsregierung treu zu bleiben und Anweisungen aus Madrid zu ignorieren, wäre das ein erster wichtiger Schritt zur Unabhängigkeit Kataloniens, aber auch der erste Schritt in Richtung Bürgerkrieg. An dieser Stelle wird nämlich ein zweiter Faktor relevant.
  2. Wie entscheidet sich die katalanische Regionspolizei?

Das wahre Pulverfass liegt nämlich an dieser Stelle. Sollte sich die katalanische Polizei, die Mossos, tatsächlich dazu entscheiden sich gegen Madrid zu wenden und weiterhin Befehlen aus Barcelona zu folgen, würde hier eine hochexplosive Situation entstehen. Madrid hat nämlich für genau diesen Fall bereits vorgesorgt und 4000 zusätzliche Beamte der militärisch ausgerüsteten Guardia Civil und der Policia Nacional nach Katalonien verlegt.

Sollten also diese beiden Faktoren zu Gunsten der katalanischen Regierung ausfallen, würde sich der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy wohl gezwungen sehen mit Gewalt durch die Guardia Civil und die Policia Nacional die Kontrolle über die autonome Region zurückzugewinnen.

Doch genau das würde den Unabhängigkeitsbefürwortern in die Hände spielen. Der derzeitige Vorteil der spanischen Regierung ist nämlich, dass die unabhängige Republik Katalonien von keinem Land und vor allem von keinem europäischen Land anerkannt wird. International ist Katalonien also völlig isoliert. Würde Rajoy nun aber für die gesamte Weltöffentlichkeit sichtbar mit Gewalt gegen die Massen von Unabhängigkeitsbefürwortern vorgehen und sollte  es dadurch zu Straßenschlachten kommen, würde dieser Rückhalt auf dem internationalen Parquette wohl ziemlich schnell einbrechen. Durch Jahrzehnte des Friedens sind nämlich die meisten europäischen und westlichen Gesellschaften pazifistisiert worden und gerade Bildern von Gewalt gegenüber besonders anfällig und negativ eingestellt.

Will Spaniens Regierung also mit Erfolg eine Sezession Kataloniens verhindern, so sollte auf Deeskalation gesetzt werden. Die Macht des Faktischen, dass Barcelona ohne Madrid keine Handelsabkommen abschließen kann, Institutionen wie Banken und andere überregionale Akteure einen unabhängigen Staat Katalonien nicht anerkennen und somit nicht mit ihm zusammenarbeiten werden, würde die katalanische Regierung früher oder später zum Einlenken zwingen. Auch würde der Umgang mit der von Madrid angesetzten Neuwahl des Regionsparlamentes Puigdemont in eine Zwickmühle bringen, aus der er nicht so einfach unbeschadet würde herauskommen können.

Madrid muss endlich verstehen, dass man ohne die Bevölkerung einer bestimmten Region auf seiner Seite zu haben weder einen unabhängigen Staat errichten kann, noch selbiges verhindern. Wenn Rajoy es schafft auch nur einen nennenswert großen Anteil der aktuellen Unabhängigkeitsbefürworter wieder auf die eigene Seite zu bringen, würde das Projekt Republik Katalonien in sich zusammenbrechen und scheitern.

Aus diesem Grund wird Barcelona auch weiterhin auf Provokationen setzen. Sollte die Lage nämlich eskalieren, wird die Wahrscheinlichkeit für eine unabhängige Republik stetig steigen. Und sollte es tatsächlich zu Straßenschlachten kommen und dabei auch nur zu einem Toten auf Seiten der Unabhängigkeitsbefürworter, wäre eine Sezession Kataloniens wohl nicht mehr zu verhindern.

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