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Politik

Widerstand 68´ und Heute

Was haben 1968 und 2018 gemeinsam?

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Die „68er Bewegung“ wird noch heute als „Kulturrevolution“ gefeiert, ja als wegweisende Entwicklung propagiert. Ich will nicht die Folgen und Auswirkungen beleuchten, sondern möchte kurz auf den Geist von damals eingehen und ihn mit dem der heutigen Rebellion vergleichen. Zahlreiche Artikel in der deutschen Journalie und Bücher wie „die Angstmacher“ von Thomas Wagner legen heute dar, dass der Widerstand längst nicht mehr von Links kommt.

 

Protest ist, wenn ich sage, das und das passt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, dass das, was mir nicht passt, nicht länger geschieht. Protest ist, wenn ich sage, ich mache nicht mehr mit. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß alle andern auch nicht mehr mitmachen.

Dieses verwendete Zitat von Ulrike Meinhof war damals die signalisierende Aussage. Die Aussage, die nicht nur für eine handvoll verirrter Studenten stand und anzog, sondern eine Masse an jungen Menschen versammelte, die einen festen Willen besaßen, gegenwärtige Strukturen und Zustände anzugehen. Gewalt war durchaus ein politisches Mittel zur Durchsetzung der politischen Ziele, jedoch waren die Vorhaben der RAF als Terrororganisation dann doch für den Mitläufer zuviel des Vertretbaren.

Der Bewegung gelang es, nach dem internationalen Vietnamkongress weitere Studenten auf den Weg des Widerstandes zu bringen und eben auch eine richtige Bewegung zu werden. Den Etablierten ging sprichwörtlich der Arsch auf Grundeis. Man störte sich an bestimmten Verhältnissen und tat es etwas dagegen. In Anbetracht der heutigen Zeit ist es bereits bemerkenswert, wenn ein Jugendlicher überhaupt etwas erkennt, das ihn stört. Heute ist die Jugend im Vergleich schlicht nicht mehr fähig zum Widerstand. Ja, gebrochen erscheint sie, wenn man junge Menschen mit ihren Mobilfunkgeräten über die Straßen irrend oder Wasserpfeife rauchend, bei Farid Bang Musik, im Park antrifft. Können wir von einer „Gleichschaltung“ sprechen? Ich denke ja. Um in einen Widerstand zu treten, muss ich nicht nur ein Problemzustand für mich erkennen, ich muss mir auch die Frage stellen, worauf dieser Zustand basiert und wie ich ihn lösen kann. Wenn aber der eigene Horizont derartig beschränkt ist und daran bin ich in erster Linie selbst verantwortlich, dann verkenne ich Gegebenheiten und lebe einfach in den Tag hinein.

 

„Generation null Bock“ hört man die Älteren oft zwar schimpfend klagen, aber zugleich auch schlicht hinnehmen. Mit „das ist heute halt so“ oder „es ist einfach eine andere Zeit“, drücken  ältere Herrschaften aus, was sie von der heutigen Jugend denken. Wenn man sich junge Menschen in diesem Land ansieht, wird deutlich, dass sie den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Der ist natürlich bequem und angenehm. Ich ecke nicht an, ich habe meine Ruhe und ich kann ja doch eh nichts ändern, es interessiert mich auch gar nicht. Die Wurzel dieser Entwicklung sitzt tief und ist nicht in diesem kleinen Artikel des Denkanstoßes zu beleuchten. Nur jedes Individuum kann für sich entscheiden, welcher Pfad eingeschlagen wird und ist im Stande, sich von dieser Lethargie zu entfesseln, den Fernseher zu zertreten und die Reflektion zu beginnen. So ist es zu erklären, das heute nur noch wenige den Waldgang wählen und sich dazu entscheiden, sich in den Widerstand zu lassen.

 

In den 60er Jahren war die Jugend noch frei und selbstdenkend; mit aufrechtem Gang ausgestattet. Diese Fähigkeit, Missstände zu erkennen und zu benennen, ist ihr abhanden gekommen. Sich nicht zu trauen, Probleme anzusprechen, ist meines Erachtens nicht immer das Problem. Oftmals fehlt dazu einfach die Motivation und der Wille aus der eigenen Wohlfühlzone herauszutreten. Damals erschlich ein Geist der Revolte die jungen Menschen. Heute begeistert man sich, wenn das neue iPhone draußen ist oder eine Youtuberin ein neues Video hochgeladen hat.

 

Aber genug Romantik. Die Revoluzzer von damals sitzen heute mit ihren sattgefressenen Bäuchen in den Sesseln von jenen, die sie damals aus den Institutionen verjagen wollten. Sie sitzen heute am Hebel und wenden Theorien wie die der Frankfurter Schule an, um die Jugend entsprechend zu beeinflussen und auszurichten. Ist das der Plan?

 

Die jungen Frauen, die an den Bahnhöfen standen und mit Teddybären umsichwarfen, um kulturfremde junge Männer aus Nordafrika zu begrüßen, die zu Demos „gegen Rechts“ gehen – sie sind Vasallen eines verzweifelten Systems. Sie schwadronieren laut und verbittert, die internationale Solidarität hochzuhalten, während die Genossen in den Hinterzimmern durch Stiftungen und Institutionen mit Stasi Methoden gegen jene vorgehen, die eine andere Meinung haben. Diese Projekte werden auch noch staatlich mit Millionen gefördert.

 

Rebellion ist heute rechts, das ist Fakt. Anhand von Protestformen, Demonstrationen und Publikationen wird dies deutlich. Der Resonanzraum ist allerdings ein anderer. Hatte man früher die Älteren gegen sich und die Studenten hinter sich, ist es bei den waghalsigen Aktionen der jungen neuen Rechten heute großenteils die ältere Generation, die die Protestformen im Internet teilen wo hingegen der Anschluss als Jugendbewegung bisher ausbleibt. Meist ist es nicht die mangelnde Einstellung der Jugend, sondern eher die fehlende Bereitschaft, aus seiner gemütlichen Blase auszusteigen und die des Anderen, des Linken zu stören. Ins Theater platzen, kurz ein Banner entrollen und mit dem Megaphone die Meinung einer vergessenen Jugend ausdrücken, friedlich protestieren, das machen heute gutaussehende Seitenscheiteljungs und bezaubernde Mädels mit Zöpfen. Einer der großen Unterschiede ist, dass der heutige Protest von rechts Gewalt ablehnt und nicht als politisches Mittel versteht, lediglich zur Selbstverteidigung. Außerdem erhebt sie metapolitischen Anspruch, ist intellektuell gefestigt und ist dabei sich fest zu konstituieren.

Politik muss auf lange Sicht geplant und nichts dem Zufall überlassen werden.

 

Ich weiß nicht, wie es 1965 auf der Buchmesse war. Aber ich weiß, was 2017 in Frankfurt abging. Alles drehte sich um zwei, drei Stände von Verlagen, die einfach nicht sein durften, die eine andere Meinung vertraten. Was sich dort abspielte, wurde auch in unserem Magazin leserlich veranschaulicht. Linke reagierten mit nächtlichen Angriffen und Zerstörungen, Lesungen wurden gestört und beeinträchtigt. Was sich dort zutrug war eine der geschichtsträchtigsten Ereignisse des letzten Jahres und der Kulturrevolution von rechts.

„1968 ist nicht nur die Geburtsstunde einer neuen Linken jenseits der Sozialdemokratie, sondern auch die einer neuen Rechten“, schreibt Thomas Wagner in seinem Buch „die Angstmacher“.

 

Also, hört die Signale!

 

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