fbq('track', 'ViewContent');
Connect with us

Gerechtigkeit

Was ging am Wochenende so auf der Demo in Polen?

Vorweg: Deutsche sollten sich nicht zu erkennen geben.

Quelle: Autor

Veröffentlicht

am

Für viele deutsche Patrioten ist Polen das geheiligte Land: Wenn es um die Asylpolitik der EU geht, reizt der Blick zu unseren östlichen Nachbarn, die sich hartnäckig weigern, ihre Grenzen für jedermann zu öffnen. Tatsächlich ist Heimatliebe hier keine Randerscheinung, die höchstens mal zur Fußball-WM ihren Weg auf die Straße findet, sondern ist fest im kollektiven Bewußtsein der Bevölkerung verankert. Gefeiert wird dies traditionell an dem Tag, an dem sich 1918 nach über 100 Jahren wieder ein eigener, souveräner polnischer Staat bilden konnte. Die patriotische Demonstration in Warschau an diesem Datum hat in Europa und darüber hinaus einen legendären Ruf, ist sie doch die größte Veranstaltung dieser Art überhaupt. Grund genug für uns, sich die Sache einmal selbst anzusehen.

Völlig vorbehaltlos können wir aber nicht in die polnische Hauptstadt reisen. Schon im Wikipedia-Artikel weiß man von „Ausschreitungen“ der „Nationalisten und Rechtsradikalen“ zu berichten, um nicht auf falsche Gedanken zu kommen. Am Vormittag vor der Demo merkt man von „Rechtsradikalen“ reichlich wenig: Die Stadt ist voller Menschen; jeder – vom Studenten bis zum Rentner – trägt an seiner Kleidung eine Ansteck-Kokarde in den Nationalfarben Weiß-Rot oder legt eine Armbinde der polnischen Heimatarmee an – einer Untergrundtruppe, die gegen die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkrieges kämpfte. Daß die lange Zeit unter deutscher und sowjetischer Fremdherrschaft prägend für die polnische Identität ist, kann man der Bevölkerung nicht verübeln – auch wenn dies teils absurde Ausmaße annimmt. So rät uns unser polnischer Begleiter, nur möglichst wenig deutsch zu reden, es bestehe nämlich die Gefahr, daß jemand dies in den falschen Hals bekommt.

Am Startpunkt der Demonstration merken wir von dieser Feindseligkeit nichts: Das Publikum ist bunt gemischt, die Stimmung ausgelassen. Neben zahlreichen patriotischen Gruppen haben beispielsweise auch Fußball-Fanclubs ihre Teilnahme angekündigt, deren Mitglieder dementsprechend zahlreich vertreten sind. Ein gewaltbereites Klientel ist nicht in dem Rahmen vertreten, wie es manche Medien vielleicht suggerieren; stattdessen finden wir uns neben Eltern, die ihre Kinder mitgebracht haben, wieder. Dies zeigt auch, wie tief der Nationalstolz in der Bevölkerung verwurzelt ist.

Nach einigen Ansprachen und der Nationalhymne setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung. Was uns im Vergleich zu den heimischen Veranstaltungen sofort auffällt: Die Polizei verzichtet auf eine Abschirmung oder übermäßige Präsenz in anderer Form, anscheinend teilt man oben genannte Einschätzung, was die Gewaltbereitschaft der Teilnehmer angeht.

Das Gefühl in der Menschenmenge ist überwältigend: Man selbst geht vollständig in einem Flaggenmeer aus Weiß und Rot unter, während um einen herum alte patriotische Lieder gesungen und Slogans wie „Gott, Ehre, Vaterland“ skandiert werden. Nachdem die Sonne untergegangen ist, taucht die rote Pyrotechnik alles in ein unheimliches Licht, welches die Atmosphäre noch verstärkt. Tatsächlich fällt es sehr schwer, die richtigen Worte für das zu finden, was sich hier abspielt: Als Deutscher ist man hier tatsächlich in einer anderen Welt.

 

Continue Reading
Advertisement

Gerechtigkeit

Rezension: Die ganze Wahrheit

Wir haben das Buch aus der BN-Anstoß Reihe für Euch gelesen:

Veröffentlicht

am

“ In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit (…)“

Vermutlich jeder musste bei diesem Satz schon einmal schmunzeln,wird er doch bei jeder politischen Debatte, als hohle Phrase von Vertretern der Medien, Politik oder den sogenannten Gutmenschen immer wieder aufgesagt.
Die Realität sieht jedoch ganz anders aus, da Meinungen, die nicht ins politische Establishment passen, reflexartig als extremistisch oder gar krankhaft (islamophob, homophob) diagnostiziert werden.

Gereon Breuer schafft es in diesem kleinen Büchlein, die Methoden der Systemmedien aufzudecken und nennt gleichzeitig Möglichkeiten, diese auch im Alltag in Gesprächen mit Freunden, Familienmitgliedern oder Nachbarn anzuwenden.
Denn in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen, nicht der Manipulation der Medien, insbesondere des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks hingeben wollen, sondern selbst nach der Wahrheit suchen, versucht die Politik mittels Gesetzesverschärfungen (NetzDGtz), das verloren gegangene Vertrauen zwangsweise wiederherzustellen.
In dem Buch “ DIE GANZE WAHRHEIT “ findet man nicht die Antworten auf alle Fragen, aber es liefert Ideen und Methoden, die Wahrheit herauszufinden.

Unterstützt Arcadi durch einen Kauf des Buches:

Continue Reading

Gerechtigkeit

Spanien vor dem Bürgerkrieg?

Steht uns ein Krieg dort bevor?

Veröffentlicht

am

von

Im Katalonienkonflikt steuert Spanien geradewegs auf einen waschechten Bürgerkrieg zu. Möchte die katalanische Regierung tatsächlich die Unabhängigkeit erringen, so bleibt ihr nur die Eskalation.

 

Nun ist sie also da, die Unabhängigkeit. Oder doch nicht?

Das katalanische Parlament hat vergangenen Freitag die Unabhängigkeit Kataloniens beschlossen. Nur wenig später hat der spanische Senat jedoch den berühmt-berüchtigten § 155 der spanischen Verfassung zur Anwendung gebracht und damit – laut spanischer Rechtssprechung – die katalanische Regierung unter Carles Puigdemont abgesetzt und das katalanische Parlament aufgelöst. Neuwahlen wurden von Madrid für den 21. Dezember angesetzt. Barcelona kontert mit dem Aufruf an die katalanische Verwaltung zum „friedlichen Widerstand“.

Doch was geschieht nun?

Die Lage ist hochangespannt und hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig:

  1. Wie entscheidet sich das Gros der Verwaltungsbeamten in der autonomen Region?Von dieser Frage ist zunächst abhängig, ob die Entmachtung aus Madrid überhaupt eine Auswirkung auf Katalonien hat. Sollten sich die meisten Verwaltungsbeamten dazu entscheiden weiterhin der Regionsregierung treu zu bleiben und Anweisungen aus Madrid zu ignorieren, wäre das ein erster wichtiger Schritt zur Unabhängigkeit Kataloniens, aber auch der erste Schritt in Richtung Bürgerkrieg. An dieser Stelle wird nämlich ein zweiter Faktor relevant.
  2. Wie entscheidet sich die katalanische Regionspolizei?

Das wahre Pulverfass liegt nämlich an dieser Stelle. Sollte sich die katalanische Polizei, die Mossos, tatsächlich dazu entscheiden sich gegen Madrid zu wenden und weiterhin Befehlen aus Barcelona zu folgen, würde hier eine hochexplosive Situation entstehen. Madrid hat nämlich für genau diesen Fall bereits vorgesorgt und 4000 zusätzliche Beamte der militärisch ausgerüsteten Guardia Civil und der Policia Nacional nach Katalonien verlegt.

Sollten also diese beiden Faktoren zu Gunsten der katalanischen Regierung ausfallen, würde sich der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy wohl gezwungen sehen mit Gewalt durch die Guardia Civil und die Policia Nacional die Kontrolle über die autonome Region zurückzugewinnen.

Doch genau das würde den Unabhängigkeitsbefürwortern in die Hände spielen. Der derzeitige Vorteil der spanischen Regierung ist nämlich, dass die unabhängige Republik Katalonien von keinem Land und vor allem von keinem europäischen Land anerkannt wird. International ist Katalonien also völlig isoliert. Würde Rajoy nun aber für die gesamte Weltöffentlichkeit sichtbar mit Gewalt gegen die Massen von Unabhängigkeitsbefürwortern vorgehen und sollte  es dadurch zu Straßenschlachten kommen, würde dieser Rückhalt auf dem internationalen Parquette wohl ziemlich schnell einbrechen. Durch Jahrzehnte des Friedens sind nämlich die meisten europäischen und westlichen Gesellschaften pazifistisiert worden und gerade Bildern von Gewalt gegenüber besonders anfällig und negativ eingestellt.

Will Spaniens Regierung also mit Erfolg eine Sezession Kataloniens verhindern, so sollte auf Deeskalation gesetzt werden. Die Macht des Faktischen, dass Barcelona ohne Madrid keine Handelsabkommen abschließen kann, Institutionen wie Banken und andere überregionale Akteure einen unabhängigen Staat Katalonien nicht anerkennen und somit nicht mit ihm zusammenarbeiten werden, würde die katalanische Regierung früher oder später zum Einlenken zwingen. Auch würde der Umgang mit der von Madrid angesetzten Neuwahl des Regionsparlamentes Puigdemont in eine Zwickmühle bringen, aus der er nicht so einfach unbeschadet würde herauskommen können.

Madrid muss endlich verstehen, dass man ohne die Bevölkerung einer bestimmten Region auf seiner Seite zu haben weder einen unabhängigen Staat errichten kann, noch selbiges verhindern. Wenn Rajoy es schafft auch nur einen nennenswert großen Anteil der aktuellen Unabhängigkeitsbefürworter wieder auf die eigene Seite zu bringen, würde das Projekt Republik Katalonien in sich zusammenbrechen und scheitern.

Aus diesem Grund wird Barcelona auch weiterhin auf Provokationen setzen. Sollte die Lage nämlich eskalieren, wird die Wahrscheinlichkeit für eine unabhängige Republik stetig steigen. Und sollte es tatsächlich zu Straßenschlachten kommen und dabei auch nur zu einem Toten auf Seiten der Unabhängigkeitsbefürworter, wäre eine Sezession Kataloniens wohl nicht mehr zu verhindern.

Continue Reading

Gerechtigkeit

Politische Ausgrenzung an der Schule

Was kannst du tun, wenn du an der Schule in die Ecke gedrückt werden sollst?

Veröffentlicht

am

Heute mit einem Artikel über politische Ausgrenzung an der Schule.

Wieso bist du in der Schule angeeckt und wie hat sich das geäußert?

Meine Person ist damals an der Schule, in der ich meinen Realschulabschluss gemacht habe angeeckt,
weil ich eine patriotische Instagram-Seite mit provokanten, aber doch wahrlich guten Beiträgen besessen habe.
Diese war wohl ohne mein Wissen mit meiner Mobiltelefonnummer gekoppelt und somit wurde ich einem ehemaligen
Schulfreund als „Empfohlen“ vorgeschlagen. Er ist trotz des außer-schulischen Hintergrunds zum Rektor gekrochen,
um ihn von meiner ach so schlimmen Meinung zu berichten.
Ich ging dann eines Morgens wieder zur Schule, so wie eigentlich jeden Tag, nur eine Sache war anders:
Der Schuldirektor holte mich aus dem Unterricht der ersten Stunde und ich folgte ihm in sein Büro, in dem er mich über
die Demokratie und die staatliche Schule aufklären wollte. Ich habe den Himmel auf Erden nicht verstanden und realisierte
erst einmal gar nicht, worum es dem Rektor denn ging. Der Grund des Aufbrodeln ist nun mal ein Instagram-Account gewesen mit eigentlich
relativ akzeptabler, jedoch staatskritischer Meinung.

Gab es verschiedene Eskalationsstufen oder blieb das gleich?

Wahrhaftig gab es mehrere Eskalationsstufen: Die Erste war das Rausholen vom Rektor aus dem Unterricht, am selben Tage
wurde mir von ihm ein Flugblatt zu einem staatlichen Programm „für den Ausstieg aus dem Rechtsextremismus“ gegeben, welches
ich nicht ernst nehmen konnte. Nachdem ich dieses Angebot abgelehnte, wurde er im Verlaufe weniger Tage unbequemer und drohte
mir mit der Einschaltung des Jugendamts. In dem Moment wurden mir die Dimensionen dieses Konflikts wahr und ich begann mich gegenüber
meines Rektors zu wehren, indem ich ihm realisierte, dass es nicht verwerflich sei, migrations- und staatskritisch zu sein. Er wollte mich
danach nochmals zur staatlichen Aufgabe dieser Schule belehren und mich über die perverse Grausamkeit, welche dem deutschen Volke innewohnt, aufklären.
Ich hörte gespannt, aber auch mit einem gewissen sarkastischem Grinsen zu. Ausgrenzung habe ich aber auch innerhalb des Lehrerkollegiums mitbekommen.
Es entstand eine Art Grabenkampf, einige Lehrer mochten mich nun mehr und unterstützten mich, andere jedoch warfen mich sofort zum Unterrichtsbeginn aus
dem Klassenraum und dezimierten meine Freizeit mit widerlichen Strafarbeiten.
Zu guter Letzt erhielt ich eine Visitenkarte für eine Psychologin. Die Intention dahinter empfand ich als persönliche Beleidigung.

Hattest du ein Umfeld, was dir helfen konnte? Freunde, Familie, Partnerin?

Die ganze Thematik löste einen familiären Konflikt aus, welcher beachtliche Ausmaße annahm.
Jedoch akklimatisierte sich die Lage in der Familie und sie hielt mir nach einem Abend im verbitterten Streitzustand doch noch
den Rücken frei. Ebenso bestärkten mich Mitstreiter im politischen Umfeld und Internet-Freunde in dieser Situation. Durch meine Netzkontakte
habe ich auch die ein oder andere Verbindung zu Anwälten bekommen, welche ähnliche politische Ansichten teilten wie meiner einer.
Somit konnte ich auch über diese Ebene Druck auf meinen Schuldirektor ausüben, was ich als Bonus empfunden habe.

 

Welche Ratschläge kannst du jungen politischen Menschen geben, denen ähnliches widerfährt?

Seid vorsichtiger im Weltnetz unterwegs und sorgt für ausreichende Anonymität.
Passt auf, wie ihr eure Sätze formuliert und sorgt bei aufkommenden Problemen dafür, dass ihr anwaltliche Unterstützung habt.
Ich kann für andere junge politische Personen mit kritischen Meinungen nur einen Rückblick auf meine Geschichte anbieten und auf die Lehren,
die ich daraus ziehen konnte, verweisen. Versucht euch während der Schulzeit irgendwie durchzubeißen, einen gesunden Zwischenweg aus Aktivismus
und Online-Auftreten zu gehen und werdet nicht zur gesellschaftlichen Persona Non Grata.

Continue Reading
Advertisement

Beliebte Beiträge

Unterstützt Arcadi!

Wenn dir unsere Arbeit gefällt, folge uns oder spende einen Beitrag!