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Politik

Warum Ostdeutschland patriotischer als der Westen ist

Quelle: pexels

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Die Deutschen sind nach 2 verlorenen Weltkriegen sowie durch die Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus in eine ungünstige Lage geraten, was die Entwicklung eines gesunden Patriotismus anbelangt.

 

Die Bundesrepublik unter Bundeskanzler Adenauer orientierte sich sehr früh politisch gen Westen (Stichwort Westbindung). Folglich war in der alten Bundesrepublik auch der nationale Patriotismus weniger ausgeprägt. Hingegen wird bis heute in den bundesdeutschen Medien hin und wieder das Konzept des „Verfassungspatriotismus“ (Sternberger) thematisiert. Ob ein solches Konzept, welches demnach die Identifikation mit dem Grundgesetz zum Ziel hat – ohne Bezug zum deutschen Volk und zur Geschichte, ausreicht, einen Großteil der Bürger zu überzeugen, darf bezweifelt werden.

 

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) ist mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland am 03.10.1990 Geschichte geworden. Die Mängel und negativen Seiten (SED-Diktatur, Stasi etc.) des Staates DDR sollen an dieser Stelle nicht das Thema sein. Es soll lediglich um den Patriotismus gehen.

In der DDR wurde der Patriotismus gefördert. Anders als in der Bundesrepublik wurde dort von einem sozialistischen Vaterland gesprochen. Das Geschichtsbild, das dort vermittelt wurde, sollte auch identitätsstiftende Aspekte (im Sinne der DDR-Staatsführung) umfassen. Auch der Antifaschismus kam darin vor. Ferner wurden neben Kommunisten wie z.B. Ernst Thälmann und Clara Zetkin auch historische Persönlichkeiten wie Gerhard von Scharnhorst (preußischer General) und August Graf Neidhardt von Gneisenau (preußischer Generalfeldmarschall) positiv dargestellt.

Außerdem sollte mit Liedern, wie z.B. „Unsere Heimat“ (Pionierlied), eine positive Einstellung zur Heimat sowie zur DDR gefördert werden.

 

Heute ist der Patriotismus jenseits der Fußball-Europa- bzw. Weltmeisterschaft im wiedervereinten Deutschland nicht besonders ausgeprägt.

Ein Teil der Deutschen sind Patrioten, die den Nationalstaat bewahren wollen. Wobei auffällt, dass die Wahlergebnisse von Parteien mit einer prodeutschen/konservativen Ausrichtung häufig besser in den neuen Bundesländern ausfallen als in den alten, aber dies nur am Rande.

Jedoch Andere, meist Linksliberale, vor allem jene, die in Politik und Medien zum Establishment gehören, wollen mit dem Deutsch-sein oder Patriotismus nichts zu tun haben. Sie möchten sich als Europäer (EU-Anhänger) oder Kosmopoliten verstehen. Nicht wenige dieser überzeugten EU-Anhänger würde die Überwindung des deutschen Nationalstaates, anstelle dessen dann eine Art europäischer Bundesstaat stehen soll, begrüßen.

 

Die deutsche Geschichte beinhaltet positive wie negative Kapitel. Die negativen Kapitel können nicht ausgeblendet werden. Sie sind Teil der deutschen Geschichte. Die Geschichte der Deutschen ist nach 1945 weitergegangen. Es hat seitdem viele positive Entwicklungen, wie z.B. Wiederaufbau, Wirtschaftswunder in der BRD, friedliche Revolution in der DDR 1989 und die Wiedervereinigung 1990 – sowie negative z.B. Einführung von Hartz 4 und die Flüchtlingskrise 2015, gegeben.

 

Um den Patriotismus zu fördern, sollten demnach auch identitätsstiftende  Aspekte (Positives) der deutschen Geschichte vermittelt werden.

 

Hierzu ist es erforderlich die Bildungspolitik (überwiegend Ländersache) zu verändern, sodass in den Schulen ein erweiterter Geschichtsunterricht stattfindet.

Dafür braucht es Parteien/Politiker in den jeweiligen Landesparlamenten, die sich dafür einsetzen.

 

Falls es einmal eine neue (gemeinsame) Verfassung geben sollte, was bereits 1990 im Zuge der Wiedervereinigung durchaus eine Möglichkeit gewesen wäre, dann könnte das dazu führen, dass der Verfassungspatriotismus in Verbindung mit dem nationalen Patriotismus an Bedeutung gewinnt.

 

 

Literatur/Links

 

Usczeck, Hansjürgen: Scharnhorst, Theoretiker – Reformer – Patriot, © Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik (VEB) – Berlin, 1979, 3. Auflage

 

„Herr Habermass lässt grüßen!“, FAZ, 22.11.2010 – 12:00, Jäger, Wolfgang

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/politik/herr-habermas-laesst-gruessen-11071374.html [abgerufen am 27.12.2017]

 

„Überall Patrioten – außer in Deutschland“, yougov.de, Juli 20, 2015, 2 a.m., Autoren:  Dahlgreen, Will, Schmidt, Matthias

https://yougov.de/news/2015/07/20/uberall-patrioten-ausser-deutschland/

[abgerufen am 27.12.2017]

 

Der Autor (geboren 1978 in Oelsnitz/Vogtland) beschreibt in seinem Buch "Deutschland im Umbruch" die Unterschiede zwischen den beiden politischen Systemen der DDR und BRD. Der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland erfolgte am 03.10.1990. Doch hätte die Wiedervereinigung auch anders verlaufen können? Gab es in der DDR Dinge, die gut waren und hätten übernommen werden können? Ist die Bundesrepublik Deutschland ein voll souveräner Staat? Wie ist die politische Situation heute und welche Schritte sind denkbar, um Deutschland positiv zu verändern?

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1 Kommentar auf "Warum Ostdeutschland patriotischer als der Westen ist"

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Wolfgang
Gast
Ja die DDR hat viel für die Identität getan auch wenn dort einiges nicht möglich war. Wie als Beispiel die tiefere Nachfrage über Schuld des deutschen Volkes ! Denn die älteren Generationen haben andere Geschichten erzählt als uns vermittelt wurde was sich bis heute nicht geändert hat ! Eine neue (gemeinsame) Verfassung wurde angesprochen ,das BVG hat bestätigt das deutsche Reich besteht noch,also auch die Verfassung oder was ist mit dem Potsdamer Abkommen :wenn das deutsche Reich wieder vereint ist hat das deutsche Volk eine neue Verfassung zu beschliesen….Deshalb würde ich einen erweiterter Geschichtsunterricht begrüßen ,wo die ganze Wahrheit vermittelt… Read more »
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