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Warum „Höllensturz“ so ein gutes Geschichtsbuch ist

Aus der Geschichte kann man viel lernen. Deswegen empfehlen wir euch „Höllensturz“.

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„Die Geschichte wird von Siegern geschrieben.“

-Winston Churchill-

Das oben genannte Zitat dürfte die Geschichte der Menschheit immer wieder geprägt haben. Gerade auf das letzte Jahrhundert bezogen, hat man das Gefühl, dass die geschichtliche Betrachtung der Ereignisse oft eindimensional verläuft und wichtige Aspekte des großen Ganzen ausklammert. Eine Herangehensweise, welche für die Gegenwart und auch die eigene Zukunft und das eigene Bewusstsein fatal ist. Das vorliegende Werk ist da anders:

Ian Kershaw ist ein prominenter britischer Historiker, welcher selbst in Oxford Geschichte studieren durfte und später als Professor an verschiedenen hochdekorierten Universitäten lehrte. Bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Modern History an der University of Sheffield. Bekannt wurde er über Werke zum Nationalsozialismus und seine Biografien zu Adolf Hitler. Das vorliegende Werk erschien bereits 2015 und wurde 2016 in Deutschland veröffentlicht.

 

Was macht „Höllensturz“ anders?

Ian Kershaw hat mit diesem Werk den Anspruch formuliert, die Geschichte Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammenzufassen und zu erläutern, wie es zu solch brutalen und todbringenden Konflikten, wie dem 1. und 2. Weltkrieg kommen konnte. Andere Historiker würden mit dem Angriff auf Polen von deutscher Seite 1939 aus auf dieses Thema zu sprechen kommen und den Ursprung allen Übels an Deutschland festmachen, Ian Kershaw hingegen geht tief zu den Ursprüngen der ersten Konfrontation, dem ersten Weltkrieg. Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie die verschiedenen Konfliktparteien ihre Interessen durchsetzen wollten und wie sie keine Skrupel hatten, ihre machtpolitischen Ziele in die Tat umzusetzen. „Höllensturz“ zeigt an unzähligen Beispielen, wie wenig ein Menschenleben damals den Obrigen wert war. Gewissenslos ging man für wenige Kilometer Landgewinn in einen jahrelangen Krieg, immer mit der Intention, den Krieg als Materialkrieg doch noch irgendwann zu gewinnen, koste es was es wolle.

 

Geballtes Wissen

Das Buch ist 768 Seiten stark. Nur sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Da Kershaw, bis auf wenige Ausnahmen, auf Fußnoten verzichtet, liest sich das Werk unheimlich flüssig und spannend. Manchmal erwischt man sich dabei, dass man überhaupt nicht fassen kann, was damals geschehen ist, so bildlich und verständlich formuliert Kershaw einen Abriss der damaligen Ereignisse.

Fazit

Für wen ist das Buch geeignet? In erster Linie sollten sich alle geschichtsinteressierten Menschen dieses Buch zu Gemüte führen. Da es sehr ausufernd daher kommt, hatte Kershaw genug Raum für eine weite Betrachtungsweise. Eine weitere Stärke des Buches liegt darin, dass nicht nur politische Ansätze eingebunden werden, sondern auch sozialwissenschaftliche, kulturelle und technische. Europa befand sich im Wandel und das merkte man eben an allen Ecken, in allen Städten und Vororten.

Wo liegen mögliche Schwächen? „Höllensturz“ ist trotz des Umfanges kein Werk, welches die Kriege en detail beschreibt. Wie Marksteine am Wegesrand, hangelt sich Kershaw von einem wichtigen Ereignis zum nächsten. Dass dabei nicht alle Länder und alle Jahreszahlen gleichermaßen ausführlich besprochen werden können, sollte dem Leser also vorab klar sein. Auch darf man hier keine Analysen zu expliziten Ausführungen oder Handlungen von Politikern oder Militärs erwarten. Das Buch ist ein Schnelleinstieg in ein Thema, über das man hunderte Bücher verfassen könnte, ohne ein Ende finden zu müssen. Genauso könnte man dutzende Bücher lesen und hätte wahrscheinlich keinen kompakten Einstieg gefunden. Mit diesem Buch ändert sich das nun. „Höllensturz“ ist einen Kauf wert, da es an vielen Stellen mit neuem Wissen den Leser überraschen wird.

 

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Yannick Noé ist leitender Redakteur des Arcadi Magazins. Seine Lieblingsthemen sind Politik, Kunst und alle möglichen Bücher. Für Arcadi rezensiert er verschiedene literarische Werke.

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1 Kommentar

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1 Kommentar auf "Warum „Höllensturz“ so ein gutes Geschichtsbuch ist"

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TeutoBurk
Gast
Finde es gut, dass ihr Wert darauf legt den Lesern die Beschäftigung mit der jüngeren deutschen Geschichte nahezulegen. Und das einleitende Zitat könnte nicht wahrer sein. Allerdings muss ich gestehen, dass mir beim Lesen des Namens Ian Kershaw ein bitterer Geschmack auf die Zunge kroch. Vor allem die Umstände der Entstehung des zweiten Weltkrieges, wer wem den Krieg erklärte, insgesamt die Kriegsschuldfrage waren bei ihm bisher immer schön auf Linie mit der offiziellen Geschichtsschreibung. Vielleicht ist das ja in diesem neuen Werk anders? Wäre zu begrüßen. Auf jeden Fall gebe ich noch eine Leseempfehlung zu den oben aufgezählten Punkten mit,… Read more »
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