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Warum Deine WhatsApp-Chats nicht so geheim sind wie du denkst

Ist dir bekannt, wie sicher dein Handy ist?

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Heiko Maas wechselt vom Justiz- ins Außenministerium und die NSA-Affäre ist in den Medien kaum noch präsent. Doch spätestens seit Inkrafttreten des NetzDG im Herbst letzten Jahres ist das Thema Datensicherheit wieder ganz oben auf der Agenda. Und das nicht nur bei politischen Aktivisten und Rebellen jedweder Couleur, sondern auch für Dich und Mich, die wir uns allenfalls mit Freunden auf eine Mate verabreden. Denn wer will schon, dass Google, Facebook oder gar der Staat private Nachrichten mitlesen können. Wir haben uns deshalb gängige Messenger-Dienste einmal angesehen.

WhatsApp

Der Anfang macht Marktführer WhatsApp. Hier liegen alle Daten auf Servern des Unternehmens. Zwar wirbt WhatsApp seit einiger Zeit mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung, jedoch ist der Quellcode der App nicht offen, sodass nicht auszuschließen ist, dass der Anbieter eine Hintertür eingebaut hat. Dadurch könnte er trotz Verschlüsselung auf die Chats zugreifen. In seinen FAQ gibt WhatsApp selbst zu: „WhatsApp schätzt die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden, Menschen weltweit zu beschützen. Wir überprüfen, verifizieren und beantworten Anfragen von Strafverfolgungsbehörden sorgfältig nach den geltenden Gesetzen und Richtlinien, und priorisieren Dringlichkeitsanfragen.“

Auch Metadaten, also wer mit dem zu welchen Zeiten kommuniziert, sind WhatsApp bekannt. Ein ungutes Gefühlt stellt sich ein, bedenkt man, dass WhatsApp eine Tochter von Datenkrake Facebook ist. Es ist wirtschaftlich äußerst interessant, aus Chats gewonnene Informationen dazu zu nutzen, Euch passende Werbung im Netz anzuzeigen. Nach dem Muster: Ich schreibe darüber, dass ich mir ein neues Handy kaufen will, und bekomme die entsprechende Anzeige, wenn ich mich bei Facebook einlogge.

Fazit: Aus Sicherheitsgründen eher nicht empfehlenswert, doch oft die einzige Möglichkeit zu kommunizieren, wenn der Gegenüber keinen alternativen Messenger sein Eigen nennt. Ein No-Go sind politische Themen und Aktivitäten, hier sollte man auf Nummer sichergehen.

Telegram

Weiter geht es mit dem russischen Messenger Telegram. Dieser hat sich mittlerweile als relativ verbreitete Alternative zu WhatsApp etabliert und inszeniert sich gerne als „sicherer Messenger“. Doch auch hier gibt es Tücken. Telegram speichert alle Daten auf den eigenen Servern, sodass in Gruppen z.B. auch Nachrichten für alle Teilnehmer gelöscht werden können. Die „Geheimen Chats“ bei denen die Daten lediglich auf den Endgeräten der Nutzer gespeichert sind, müssen hingegen manuell aktiviert werden. Auf dem Telegram-Server sind die Daten zwar geschützt, der Schlüssel ist aber den Telegram-Machern bekannt, sodass diese auf alle Daten zugreifen können. Dies ist gerade für Sicherheitsbehörden interessant, so soll Telegram zur Zeit in Russland seine Schlüssel an Regierungsdienste herausgeben,  auch wenn das Unternehmen noch kämpferisch verlautbaren lässt, keinerlei Daten herauszugeben.

Fazit: Besser als WhatsApp, doch auch hier ist Sicherheit Vertrauenssache.

Signal

Eine weitere WhatsApp-Alternative ist Signal. Signal wird u.a. vom amerikanischen Whistleblower Edward Snowden empfohlen. Das Gute an Signal: Der Quellcode ist offen, somit von fremden Softwareentwicklern überprüfbar, und deshalb ohne Hintertür, mit der die Verschlüsselung doch noch umgangen werden kann. Auf Deinem Handy läuft die App aber nur unter Nutzung des Dienstes Google Cloud Messaging. Das bedeutet, dass zumindest die Metadaten, wer schreibt mit wem, von Google erhebbar sind.

Fazit: Sichere Messenger-App, die auch Gruppenchats anbietet. Für sichere Kommunikation in jedem Falle eher zu empfehlen als vergleichbare Apps.

Threema

Threema kommt aus der Schweiz, und da die Schweizer ja nicht nur beim Bankengeheimnis verschwiegen sind, lohnt es sich allemal, auch dieser Messenger-App Beachtung zu schenken. Auch Threema besticht durch eine gute Verschlüsselung, leider ist jedoch auch hier der Quellcode nicht offen. Alle Daten sind nur auf dem eigenen Gerät gespeichert. Außerdem kann die App anonym, also ohne Telefonnummer, sondern nur mittels der „Threema-ID“ genutzt werden.

Fazit. Eine weitere, sicherere WhatsApp-Alternative

Datensicherheit ist Pflicht!

Mittlerweile haben gibt es diverse Alternativen zum Marktführer WhatsApp, die sich hinsichtlich technischer Details und Sicherheitsvorkehrungen unterscheiden. Der Aufwand, seine Kommunikation auf sichere Apps umzustellen ist relativ gering und in Zeiten stärkerer Eingriffen in die informelle Selbstbestimmung durch Staat und Unternehmen auch geboten. Auch wer eigentlich „nichts zu verbergen“ hat, sollte das Thema Datensicherheit nicht vernachlässigen. Den in den falschen Händen, können auch harmlose Daten Schaden anrichten.

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