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Bücher

„Wahrscheinlich sind wir zu wenig vom Teufel besessen“ – Rezension: „Sieben Nächte“

Heute wieder mit einer spannenden Rezension.

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am

Quelle: Autor

Wenn einem renommierten Feuilletonisten vorgeworfen wird, mit seinem Debütroman „im Gewand der Romantik Pamphlete für die Neue Rechte“ zu schreiben, wird man hellhörig. Das gilt doppelt, wenn es sich bei dabei um Simon Strauß, Sohn von Botho Strauß, Autor des legendären Essays „Anschwellender Bocksgesang“ handelt.

Worum gehts überhaupt?

Es fällt leicht, den Protagonisten des Romans mit dem Autor selbst zu identifizieren. Einem jungen Mann beschleicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben, „einfach durchgerutscht“ zu sein bis zum 30. Lebensjahr. Zwar immer ehrgeizig und erfolgreich, aber doch am Leben vorbei gelebt zu haben. Dann ein Vorschlag: Ein Mann bietet ihm eine „Reifeprüfung“ an. Sieben Nächte – Sieben Todsünden. In diesen Nächten soll das Leben in allen Facetten ausgekostet werden, ohne falsche Sicherheit oder feige Rücksichten, als ein letztes Aufbäumen vor dem langweiligen, spießbürgerlichen Alltag. Hochmut, Völlerei, Faulheit, Habgier, Neid, Wollust, Jähzorn. Der Protagonist schildert uns kapitelweise die Sünden, die er begangen und durchlebt hat. Aus überbordenden Hochmut spuckt er Betrunkenen in die Biergläser oder gibt sich der Wollust auf orgiastischen Feiern hin. Schnell wird klar, die Sünden sind nicht Selbstzweck, es geht

…um die Sehnsucht nach den großen Gefühlen,

die Grenzen auszuloten, in einer Welt, in der alle Grenzen abgeschafft wurden. „Ich will wieder den Wunsch nach Wirklichkeit spüren, nicht nur den nach Verwirklichung. Ich will Mut zum Zusammenhang, zur ganzen Erzählung. Die Sprengköpfe der Dekonstruktion haben wir lange genug bewundert, jetzt ist wieder Zeit für ein paar große Architekten.“ Einmal der Sicherheit des Alltäglichen entfliehen. Den Zynismus hinter sich lassen und etwas tun, was zählt. Darum geht es dem Protagonisten. In diesem Sinn trifft der Roman wie ein Stich ins Herz der Generation Y, die auf die Suche nach einem Sinn im Drogenrausch oder in Australien hängengeblieben ist.

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