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Kunst

Thomas Wrede – „Sceneries“ in der Wuppertaler Kunsthalle

Ein Einblick in die Welt von Thomas Wrede lohnt sich.

Alle Bilder: © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Veröffentlicht

  am

Vom 27.05.2018 bis zum 26.08.2018 kann in der Von der Heydt-Kunsthalle in Wuppertal eine Ausstellung über alle bisherigen Schaffensphasen namens „Sceneries“ des Fotokünstlers Thomas Wrede (geb. 1963) besucht werden.

Diese findet über fünf Räume statt und durchläuft in dessen Reihenfolge seine Schaffensphase chronologisch. Wrede bezeichnet die analoge Fotografie als „Echt“, da sie über lange Zeit hinweg nicht im modernen Sinne bearbeitet werden konnte, der Maler hingegen schuf ein Bild nach seiner eigenen Phantasie. Er spielt dabei mit seinen Techniken auch mit Wahrheit und Fiktion, so lässt er mal eine Miniaturlandschaft ganz groß erscheinen und dann wieder Fototapete eine echte Landschaft werden.

Die Aufnahmen des ersten Raumes sind auf der dänischen Insel Samsø entstanden. Hier wurde über Jahre hinweg Folie aus landwirtschaftlicher Nutzung auf einer Deponie entsorgt. Kunststofffolie verrottet allerdings schlecht, das hatte zur Folge, dass bereits mit einem Griff in den dortigen Boden Plastik zum Vorschein kam. So entstanden z.B. Schichtungen aus Sand, Erde und Folie, welche Wrede ablichtete – „ein Spiel aus Ekel und Faszination“ wie der Künstler kommentiert. Bewirkt haben diese Bilder unter anderem, dass diese Plastikverunreinigung entsorgt und recycelt wurde, in einer Zeit in der das öffentliche Bewusstsein für so großflächige Verunreinigung noch nicht so sehr bestand. Es zeigt sich auch, dass diese Abfälle natürlich einfach so ohne große Umstände entsorgt und mit Sand überschüttet werden können, sie kommen jedoch bereits mit wenigen Aufwendungen immer wieder zum Vorschein, sind also nicht aus der Welt.

Vögel hinterlassen, wie im zweiten Raum ausgestellt, wenn sie gegen eine Scheibe fliegen, unter anderem einen Abdruck aus Staub und Fett, welchen der Künstler mittels Gegenlichtfotografie einfing. Anschließend belichtete er diese im Labor gezielt so lange nach, bis der Hintergrund schwarz, der Vogelabdruck hingegen hell erschien. Somit lassen sich selbst feinste Strukturen, wie Gefieder erkennen. Sie halten den letzten Augenblick eines Vogellebens konserviert. Laut Künstler erwecken sie den Anschein eines Geisterwesens, welches zwischen hier und jenseits schwebt.

Diesen gegenübergestellt, sind Momentaufnahmen von Achterbahnfahrergesichtern, geschossen in emotionaler Situation, um quasi diesen Moment des Vogels in menschlicher Form nachzustellen. Als „Magic Feelings“ sind diese Werke betitelt. Im Gegensatz zu den großen Drucken der Vögel sind sie lediglich etwa auf der Größe eines Bewerbungsbildes. Sie sind mittels eines Teleobjektives aus größerer Entfernung entstanden, da zu jener Zeit an eine Actioncam noch nicht zu denken war – in den 90ern fotografierte man generell noch analog, was er bis heute hin beibehält. Von den Emotionen der Freizeitparkbesuchers aus dem zweiten, geht es im dritten Raum zu den Parks selbst. Hierfür nutzte er die Stunde vor und nach Schluss des Parkes und spielte bewusst mit dem eher sanften Licht eines bewölkten Himmels. Es zeigte sich eine, wie er bezeichnet, „postkartenartige“ Landschaftsfotografie, reduziert auf bestimmte Elemente eines nachgestellten Ortes: da ist z.B. das Schwarzwaldhaus mit unvollständigem Berghang im Norden, dicht daneben eine Freiheitsstatue in nahezu Originalgröße. Diese „Magic Worlds“ genannte Abschnitt der Ausstellung zeigt eine Landschaft, welche sonst durch Besucher belebt wird, still, und lässt sie durch die Aufnahme von einem erhöhten Punkt fast modellhaft wirken.

Zu diesem Abschnitt gehören aber auch Fotografien von Modellbäumen samt ihrer transparenten Verpackung. Durch geringe Tiefenschärfe wirken sie durch das unscharfe Hintergrundbild, als wären große Plastikbäume in eine reale Landschaft verpflanzt worden. Das Thema des vierten Raumes „Domestic Landscapes“ besteht zum einen aus abfotografierten Fototapeten – so eingefangen, dass sie wie eine tatsächliche Landschaft wirken. Eine Lampe im Vordergrund wirkt somit, als sei aus dem Wohnzimmer heraus die Natur abgelichtet worden. Er verzichtet hier, wie auch in seinen vorherigen Schaffensphasen auf eine Inszenierung, sondern versucht seine Objekte in jener Konstellation abzubilden, in der sie stehen. Für das Thema „Real Landscapes“ wurden im fünften Raum Modellgegenstände, wie Häuser und Autos in eine Landschaft so integriert, dass nun eine Pfütze von 10 bis 15cm Tiefe wie ein See wirkt. Unter anderem hat er auch auf diese Weise die Folgen eines Tsunamis nachgestellt. Die Häuser sind Modellhäuser und das Holz zerlegte Streichhölzer. Eine hohe Tiefenschärfe und somit die Entrückung vom Modell erreicht er durch die Verwendung einer Fotoplatte. Normalerweise werden Fotoplatten senkrecht zur optischen Achse verbaut und die Fokussion findet über die Entfernung der Linsenanordung des Objektes zur Platte statt. Um nun entfernte und nahe Bildebenen scharf zu stellen, legte Wrede die Fotoplatte schräg ein, sodass er über über den gesamten relevanten Bildbereich scharf fokussieren konnte.

Fazit

Bei einem Eintrittspreis von 3€ empfiehlt sich ein Besuch für Fotografiebegeisterte und insbesondere jene, die besonderen Wert auf spezielle Techniken setzen. Oft haben wir uns beim Betrachten der Bilder über versteckte Spielereien oder optische Täuschungen gewundert.

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