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Bücher

Sex, Macht und Intrigen – Ronald Schill

Wir haben das Werk über die ungezügelte Persönlichkeit gelesen.

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„Der Provokateur“ heißt sein Buch. Nichts ist treffender für diesen Mann, der die Provokation liebte. Mittlerweile lebt er in einem Armenviertel in Rio de Janeiro und tritt höchstens noch durch Trash-TV öffentlich in Erscheinung.

Seine Autobiographie liest sich wie ein Politthriller: Sex, Macht, Intrigen und alles erfrischend schnörkellos erzählt. Natürlich liest man seine Eitelkeit zwischen den Zeilen. Doch ein bisschen eitel darf man ruhig sein, wenn man die SPD quasi im Alleingang von ihrem sicher geglaubten Hamburger Thron stieß.

Sein Buch ist kurzweilig, er springt in den Erzählungen immer wieder zwischen seinem nächtlichen, lasterhaften Lebenswandel mit Sex in seinem Richterbüro und den täglichen Generalurteilen für Randalierer, Diebe und Drogendealer. Schill schreibt ohne jeden Pathos, er bekennt sich vollumfänglich zum Hedonismus, ohne dabei Nihilist zu sein. Er bekennt sich klar zu den Werten konsequenter Rechtsstaatlichkeit und dem Satisfaktionsrecht der Opfer.

Er erzählt, wie er in die Politik ging, als die SPD ihm diesen, seinen „Traumjob“ wegnahm. Wie er die für SPD-regierte Länder typische, desolate innere Sicherheit anprangerte und damit die Hamburger Bürger hinter sich brachte. Aber er erzählt eben auch von Vögeleien auf dem Bürotisch, von Swinger-Clubs und von ständig wechselnden Liebschaften von seiner offen im Holster getragenen Pistole. Sehr konservativ ist das natürlich nicht oder sagen wir, es entspricht nicht unbedingt dem konservativen Ideal. Letztlich brach ihm unter anderem auch dieser lasterhafte Lebenswandel und seine Maßlosigkeit das Genick. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl könnte Deutschland bereits seit 17 Jahren eine demokratische Rechte haben, auf die man so bis 2013 warten musste.

Aber ist es nicht irgendwie das, was Schill auf skurrile Art sympathisch werden lässt? Diese Zügellosigkeit, dieser Hang zu Ausschlägen, dieser beinahe pathologisch anmutende, kompromisslose Hedonismus. Fehlt nicht dies manchmal auch grade der politischen Rechten in Deutschland so schmerzlich? Zwischen Target-2-Salden und vier-Kind-Familien kommen Pistolen und Sex auf dem Bürotisch doch auch mal ganz gut. Hüten sollte man sich jedenfalls davor, das linke Neospiessertum auf „rechts zu ziehen“, auch das gegenteilige Extrem ist, an Schill zu erkennen, wenig ratsam, aber es im Buch nachzulesen doch recht unterhaltsam.

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