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Gott & die Welt

Rezension: Mein Gott, Kirche!

Warum das Buch durchaus schwere Kost ist, erfahrt ihr hier:

Veröffentlicht

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Leere Kirchen…

 

…nicht nur am Sonntag; Kirchenbänke, die verwaist sind; immer mehr Kirchenaustritte in den beiden großen Amtskirchen; nicht nur in der römisch-katholischen Kirche. Nein, und gerade auch in den evangelischen bzw. lutherischen Landeskirchen. Was sind die Gründe, warum kehren so viele Menschen den Gotteshäusern die Rücken zu? Wo liegen die Ursachen, was bewegt Christen dazu, ihre Plätze im Haus des Herrn zu verlassen?

Ute Pfeiffer hat in ihrem im Ullstein-Verlag 2017 herausgegebenen Buch „Mein Gott, Kirche!“ versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden. Sie ist Pastorin bzw. Pfarrerin in der Berlin-Brandenburgischen Landeskirche, zuvor war sie in gleicher Funktion in einer evangelischen Freikirche ausgebildet und auch tätig. Frau Pfeiffer plädiert dafür, dass die Kirche wieder für „uns“ da sein muss. Sie fragt sich, ob die Leute nicht mehr an Gott interesiert sind. Durch, für sie unzählige Begegnungen mit Menschen innerhalb und vor allem außerhalb der Kirche kommt sie zu der Einsicht, dass die Menschen die Kirche als lebensfern empfinden, weit weg von den Lebenswirklichkeiten der gefragten Personen. Da die Bewohner ihres „Kiezes“ nicht in die Kirche kommen, geht Frau Pfeiffer hinaus in die Welt, verlässt das Gotteshaus, sucht die Frauen und Männer und die „Pänz“ an den unterschiedlichsten Örtlichkeiten auf. Sehr anschaulich berichtet sie von den Geschehnissen mit diesen Leuten, deren jeweiligen Lebensumständen und Wirklichkeiten. Dabei stellt sich mir die Frage, was ist wirklich, was ist Wahrheit? Nehmen wir nicht alles durch verschiedene Filter wahr? Wir betrachten nicht neutral, wir bringen uns selbst mit hinein.

Dieses Buch erinnert mich an die Berichte verschiedenster linker Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und ähnlicher Berufsgruppen, NICHT aber an Erzählungen eines Hirten, also die einzig wirkliche Aufgabe eines Pfarrers. Dieses Werk hier lässt so sehr den eigentlichen Auftrag der Kirchen vermissen. In Gotteshäusern soll das Evangelium (Altgriechisch: euangelion = die frohe Botschaft) verkündigt werden. Pastoren fast aller Kirchen werden auf verschiedene Bekenntnisse und doch stets im Kern ähnliche hin vereidigt. Davon ist in diesem Buch nichts zu spüren.

Eher wird der geneigte Leser (Oder wird das Buch eher Leserinnen haben?) zwangsweise den Eindruck gewinnen, dass eine ganz weltoffene, politisch links außen denkende Person ihre Ergüsse unter das deutsche Volk bringen möchte. Nicht nur die Sprache, die umgangssprachlichen bis zum Teil vulgären Ausdrücke, in ihren Äußerungen hat das Lesen des Bandes zu einer Qual werden lassen. Wer politische Statements hören oder lesen möchte, die ganz weit nach links gerückt sind, für den stehen entspreche Blätter im Zeitungsdschungel zur Verfügung, wenn man denn sein Geld dafür ausgeben mag.

Einer Pastorin -dieses Wort kommt mir nur zu schwer über die Lippen-, da es absolut unbiblisch ist, die ein Buch über ihre Arbeit schreibt und sich in diesem abfällig über die zu Recht erstarkende AfD äußert, kann kaum noch ernst genommen werden. Von einem Amtsträger einer Kirche, egal welcher, kann und darf, ja sogar muss jeder Christ die Verkündigung biblischer Worte erwarten, doch keinesfalls eine Einmischung in die Politik. Von der Kanzel herab -und nichts anderes ist dieser Band- haben politische Meinungsergüsse nichts zu suchen. Das ist nicht die Aufgabe eines Hirten.

Da wundert es nicht, dass die Kirchen leer bleiben. Wer von seinem Auftrag ganz und gar abweicht, sich der Welt anbiedert, sie sich zu eigen macht, in scheinbar völlige Beliebigkeit anstatt klarer Verkündigung vefällt, der (oder die …) wird weiterhin immer mehr leere Kirchen oder schrumpfende Gemeinden erleben, bis die Kirchen ganz geschlossen werden. Die Leute verlassen die Kirchen, wenn man sie politisch beeinflussen will, aber nicht mehr über’s Evangelium predigt.

Karl Barth tätigte einmal folgenden Ausspruch: „Die Leere in der Kirche kommt von der herrschenden Lehre!“ Möchte die Kirche eine echte Chance haben, dann muss sie zu ihrem eigentlichen Auftrag, also zu den Ursprüngen zurückkehren, eine völlige Kehrtwende vollziehen. Nicht die ordinierten Amtsträger müssen in die Welt hinaus wie Frau Pfeiffer, sondern nur eine klare Verkündigung bringt die Menschen zurück in die Gotteshäuser  -die keine Parteizentralen sind-.

Was macht man nach dem Lesen mit diesen 203 Seiten? Ein Verschenken ist mir nicht möglich, die Empfänger könnten sonst leicht die Freundschaft kündigen, entweder weil sie als ernsthafte Christen nur enttäuscht von den Ergüssen sind oder an dem Schenker zweifeln bzw. weil sie vom Mainstream schon im GEZ-Funk reichlich eingenebelt werden. Eher stellt sich die Frage, ob es einen Friedhof fürAfD-feindliche Bücher gibt. Es gilt: Das Evangelium war noch nie politisch korrekt! Dieses Buch ist keinesfalls seine 18 Euro wert. Wie sagte es Jesus selbst: Hinweg mit dir! Und ich ergänze, ich halte das Buch für grottenschlecht.

 

Wer das Buch selbst austesten mag, kann diesen Link hier nutzen und damit Arcadi unterstützen:

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