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Politik

Özil, Gündogan & Erdowahn

Früher freute ich mich auf die Spiele der Nationalelf.

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Twitter / AK Parti

„Nationalelf“ – so soll sie ja heute nicht mehr heißen, die Truppe um Jogi Löw. Stattdessen ist sie nun überall „die Mannschaft“.

Vom alten Geist des Fußballs ist ohnehin nur noch wenig übrig. Was hat eine Mannschaft aus den ersten beiden deutschen Ligen noch mit der Stadt zu tun, in dem das Stadion steht? Wer kommt bei der Eintracht noch aus Frankfurt und wer bei den Dortmunder Preußen noch aus Westfalen?

Wie in der Politik, fehlt es dem Fußball an charismatischen Köpfen wie beispielsweise einem ungebändigten Basler, einen rotzenden Kahn oder einen nach dem Vogel fischenden Sepp Maier. Wie die Politik, ist der Fußball verkommen zu einer von der Bevölkerung sich immer weiter entfernenden Kaste, eine unvorstellbare Welt des Geldes und der Macht. Kommerz hat ihm die Identität genommen, Werbeverträge sind heute wichtiger als der Klassenerhalt oder der Aufstieg einer Elf. Was kostete es vor 40 Jahren mit Vati ins Stadion zu gehen? Heute würde es nicht einmal mehr für die Bratwurst reichen.

Früher freute ich mich darauf, dass die WM vor der Tür stand. Aufruhr und Lust ging durch das ganze Land. Public Viewings waren sorgenfreie Zonen wie einst Weihnachtsmärkte und Silvester in deutschen Großstädten. Ein „Sommermärchen“ wie damals ist 2018 nicht mehr denkbar. Mir kann der Social-Justice Warrior erzählen was er möchte, unsere Freiheit ist nicht mehr die gleiche. Betonpoller hier, Polizisten da. Aber auch wenn ich sehe, wie sich zwei in Deutschland aufgewachsene Nachfahren türkischer Einwanderer zum wiederholten Male mit dem türkischen Staatsoberhaupt Erdogan treffen, dann schäme ich mich, dass diese zwei Herren für meine alte Nationalmannschaft spielen. Sie sind für mich keine „Anderen“, sie machen sich selbst zu Anderen! Sie stehen für eine große parallele Gesellschaft, die sich eher zum Herkunftsland verbunden fühlt, als mit dem Land, in dem sie groß wurden. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass Jungs wie Gündogan und Özil, welche mit uns im Sandkasten saßen, heute nicht mehr zu uns gehören, wenn wir ehrlich zueinander sind. Zum Unterschied ist festzustellen, dass die deutschen Sportler im dritten Reich keine Wahl hatten, gemeinsam mit dem Führer abgelichtet zu werden und dessen Hände schütteln zu müssen. Özil und Co reisen heute freiwillig zu ihrem Erdogan, wenn er sie in London einlädt.

 

So könnte man jedenfalls meinen. Es ist nicht neu zu wissen, wie Erdogan es versteht, prominente Gesichter einzuladen oder dessen Trauzeuge zu Propagandazwecken zu spielen. Auch nicht, dass er versucht, über den Sport einen Fuß in die Welt zu setzen und seine Soldaten in Schlappen auf den Grünflächen der Welt zu präsentieren. „Was wird das für eine WM?“, frage ich mich und dann findet sie auch noch im bösen Russland statt, die doch dieses Magazin hier finanzieren.

Was soll ich also anfeuern am 17.06.2018 zum ersten Spiel der „Mannschaft“? Welchen Geist soll ich beschwören? Ein Gerald Asamoah, das war für mich ein deutscher Nationalspieler den ich anfeuern konnte, aber ein Özil, der Selfies von sich aus Mekka verbreitet, in London prunkvoll lebt und stolz der osmanische Schlächter Sultan Mehmed II „Fatih – Der Eroberer“ an der Wand hängt, der 1453 das christliche Konstantinopel (heute Istanbul) belagert, erobert, geplündert und zerstört hat?

 

„Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll“ schrieb Gündogan, der wie Özil einen Doppelpass besitzt, auf das Trikot. Sein Präsident ist nicht Steinmeier, gut – das ist er für mich auch nicht, aber das hat andere Gründe – jedoch kommt doch bei diesen Schlagzeilen auch dem letzten deutschen Kleingärtner die Galle hoch. Die Sympathie der deutschen Bevölkerung, die sich stets gerne die WM Spiele ansah, dürften sich die Herrschaften im wahrsten Sinne des Wortes „verspielt“ haben.

 

Nach zwei kritischen Tweets des DFB Präsidenten Grindel geht dieser auch wieder mit offenen Armen auf die Beiden zu, da man sich ja lediglich aus Respekt und Höflichkeit und nicht zu Wahlkampfzwecken in den Bosporus hat fliegen lassen. Ich habe selbst jahrelang Vereinsfußball gespielt und eine gesunde Vita einer Mannschaft kann nicht die heuchlerische Grundlage besitzen, zwei Herren in der Gemeinschaft zu tolerieren, die derartige Alleingänge unternehmen und sich entgegen meiner eigenen Nation als „Nationalspieler“ mit einem Präsidenten ablichten lassen, der ein Land regiert, das deren Eltern einst verließen. Ein Paradoxon sondergleichen.

 

Abgesehen davon wird die WM wieder die Zeit des Partypatriotismus und Anja Reschke sowie Cem Özdemir erzählen uns wieder, was Heimat und Deutschland bedeuten, um es nicht „den Rechten“ zu überlassen. Früher hieß es „11 Freunde müsst ihr sein“. Heute heißt es: „11 Merkelwähler müsst ihr sein“…

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2 Kommentare auf "Özil, Gündogan & Erdowahn"

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Ich
Gast

Das treffen fand in London statt, und nicht wir geschrieben in der Türkei. Erdoğan ist also zu ihnen gereist.

Ich
Gast

da man sich ja lediglich aus Respekt und Höflichkeit und nicht zu Wahlkampfzwecken in den Bosporus hat fliegen lassen.

Auch dieser Absatz ist nicht korrekt, da das treffen in London stattfand

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