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Games

Nostalgie, Skriptsequenzen und Pilze – Meine Rezension zu Resident Evil 7

Das vielleicht beste Horrorspiel der letzten Jahre.

Resident Evil 7

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Circa 20 Stunden auf der PS4 und weitere 40 Stunden auf dem PC habe ich mit Resident Evil 7 verbracht und möchte meine finale Meinung zu dem Spiel abgeben. Da ich auch auf die Geschichte des Spiels eingehen möchte, gebe ich an dieser Stelle eine Spoiler-Warnung heraus.

Vor einem Jahr erschien der elfte Teil der Resident Evil-Hauptreihe (zählt man Zero, Code: Veronica X und Revelations 1 und 2 zur Hauptreihe mit). Die Fans hatten viele Erwartungen und Hoffnungen in das Spiel, insbesondere nach Resident Evil 6, welches miserabel sowohl in der Fachpresse als auch in der Fangemeinde angekommen ist. Zweifelsohne gehöre ich auch zu den Leuten, die bestätigen können, dass der geschichtstechnisch direkte Vorgänger zu Resident Evil 7 eine absolute Katastrophe war. Gerade vor diesem Hintergrund machten sich die Spieler sorgen, ob auch die neueste Installation der Reihe eine Identitätskrise durchlaufen würde, ob der Spieler durch viele nicht interaktive Skriptsequenzen aufgehalten wird, ob das Spiel auch umfangreich ist… also die Frage, ob das Spiel Spaß machen und wieder der Marke „Resident Evil“ gerecht sein würde.

Angefangen mit dem ersten Spiel aus dem Jahr 1996 für die PlayStation, schlug sich der Spieler bislang durch ein finsteres Herrenhaus mit abstrusen Mutationen, quälte er sich durch das von Untoten bevölkerte Raccoon City, zerstörte er ein Labor der Umbrella Corporation in der Antarktis, rettete er die Tochter des Präsidenten vor einer spanischen Sekte, besiegte er Albert Wesker in Afrika und kämpfte er gegen den globalen Bioterrorismus unter anderem in China, den Vereinigten Staaten sowie im fiktiven osteuropäischen Land Edonia. Unterschiedlichste Feinde und Freunde begleiteten den Spieler auf vielen Schauplätzen schon 21 Jahre lang. Und dabei ist nur von der Hauptreihe die Rede.

Resident Evil VII – Biohazard, beziehungsweise der japanische Titel „バイオハザード7“ oder Biohazard 7 – Resident Evil, heißt also der neueste Teil. Gespielt habe ich die internationalen Versionen für die PS4 (Basisspiel + „Not A Hero“-DLC) sowie den PC (Gold Edition). Beide Varianten sind ungeschnitten.

Die Geschichte

Zunächst einmal eine wichtige Anmerkung: Ich werde die Zusammenfassung der Geschichte nicht in vom Spiel erzählter Reihenfolge, sondern im eigentlichen Zeitverlauf wiedergeben. Ich beziehe auch die Zusatzinhalte mit ein, da manche von ihnen ebenfalls geschichtsrelevante Inhalte sind.

Wie am Anfang erwähnt, wird hier gespoilert. Wer das also nicht sehen will, scrollt einfach weiter . Einige Bewertungsabschnitte basieren auf dieses Kapitel.

Die Geschichte schließt sich an das Ende von Resident Evil 6 an. Die neu gegründete Neo-Umbrella Corporation wurde also besiegt und sämtliche bioterroristische Konflikte werden bewältigt. Zum Zeitpunkt von Resident Evil 7 scheint der Bioterrorismus größtenteils besiegt worden zu sein.

Die Vorgeschichte

  1. Mia Winters und Alan Droney, Agenten der sogenannten „Connections“, transportieren per Schiff eine besondere bioorganische Waffe (BOW), welche nicht einen Virus oder einen Parasiten braucht, um seine Opfer zu infizieren, sondern eine Pilzkultur. Bei einem Angriff der BOW wurde Alan infiziert und ist in einen lebensgefährlichen Zustand versetzt worden. Als Mia liegt es nun an den Spieler, die BOW, welche als „Eveline“ referiert wird, wieder zu finden. Bei Eveline handelt es sich um ein kleines Mädchen, welches mit Pilzen Menschen infizieren kann, um sie kontrollieren zu können oder ihnen Halluzinationen spüren zu lassen. Man begegnet auf dem Weg zu ihr mit humanioden Pilzwesen, den Molded, die es auszuschalten gilt. Als Mia Eveline endlich fand, fragte Eveline, ob Mia ihre Mutter sein sollte. Eveline verschwand wieder und infizierte weitere Teile der Schiffscrew und erzeugte noch mehr Molded. Alan wird sterbend gefunden und von Eveline getötet, nachdem er sie „Miststück“ nannte. Dabei infizierte sich auch Mia. Als ein gewaltiger Sturm aufkam, wurde das Schiff zerstört und kenterte; Eveline und Mia überlebten dieses Ereignis.

Der stark geschwächte Alan Droney

Töchter

Dieser Sturm tobte über Teile der Vereinigten Staaten. Das Schiff strandete im Bayou in Dulvey, Louisiana. Dabei befindet sich das Schiff in der Nähe des Grundstücks der Baker-Familie. Nach dem Sturm hatte der Familienvater, Jack Baker, Eveline und Mia geborgen. Er und seine Frau Marguerite beschlossen, sie wenigstens für einige Tage oder Wochen aufzunehmen, was dem Sohn Lucas missfiel. Als dessen Schwester Zoe Eveline die Kleidung bringt, schlug ein Blitz in der Nähe des Hauses ein und alles wurde ruhig. Jeder wurde kontaminiert. Zoe musste zuschauen, wie ihre Eltern plötzlich den Verstand verloren hatten und anfingen, sich selbst zu verstümmeln. Lucas wurde von den Eltern in ein Zimmer gezerrt, während Zoe aus dem Haus entkommen konnte, aber das Grundstück nicht verlassen kann, da sie sonst von Eveline „bestraft“ werden würde.

Eine tödliche Spurensuche

Wochen Später erschien ein Produktionsteam der Serie „Gator Watch“ und wollte dem Mysterium um das Baker-Grundstück näher auf den Grund gehen. Dem Moderator Peter Walken, seinem Assistenten Andre Strickland und dem Kameramann Clancy Jarvis waren die Gefahr nicht bewusst. Als Andre verschwand, machten sich die übrigen zwei auf der Suche nach ihm, nur um ihn tot zu finden. Sie wurden gefangen genommen und beim Befreiungsversuch wurde „Pete“ von Mia getötet (was nur in der Demo-Version des Spiels zu sehen ist). Clancy entkam Marguerite und ihren tödlichen „Kochkünsten“ und überlebte sowohl einen Wellenangriff von Molded als auch eine sadistische Black-Jack-Variante. Bei einem „Experiment“ von Lucas allerdings, in welchem Clancy dazu aufgefordert wurde, eine brennende Kerze in eine Geburtstagstorte zu stecken, explodierte die Torte und der mit Öl durchtränkte Boden sowie Clancy verbrannten. Nach seinem Tod wurden weitere dort ankommende Personen getötet oder mutiert.

Familienzeit

Drei Jahre später erhielt Ethan, der Ehemann Mias, eine E-Mail, die angeblich von ihr stammen soll, und fuhr sofort nach Dulvey. Er fand Mia sofort, allerdings kann sie sich an die Ereignisse der letzten drei Jahre nur schwer erinnern. Irgendwann verlor Mia ihre Kontrolle und begann, mit einem Messer auf Ethan einzustechen. Mit einer Axt tötete Ethan dann Mia, oder zumindest glaubte er, sie getötet zu haben. Später erschien sie nämlich nochmal und sägte ihm die linke Hand ab. Ethan teilte erneut Mia viel Schaden aus, als er plötzlich von Jack überwältigt wurde.

Jack, das Familienoberhaupt der Bakers, will euch so richtig ans Leder

Er wachte mit seiner mit Heftklammern befestigten Hand und einem speziellen Armbanddisplay, welcher den eigenen Gesundheitsstatus zeigte, bei einem familiären „Festmahl“ wieder auf. Ethan spuckte das „Essen“ wieder aus, was Marguerite erzürnte und Jack fast dazu brachte, Ethan zu töten. Als es klingelte, verließen alle Anwesenden außer einer alten Dame auf dem Rollstuhl den Raum und Ethan nutzte die Gelegenheit, um der Familie zumindest kurzzeitig zu entkommen. Später wurde er von einem Polizisten aufgefordert, sich mit ihm in der Garage zu treffen, als dieser plötzlich von Jack getötet wird. Nach einem Kampf in der Garage und einem zerstörten Auto schoss sich Jack selbst in den Kopf und lag regungslos auf dem Boden. Gelegentlich klingelte das Telefon. So hatte Ethan mit Zoe oft Kontakt. Zoe wies Ethan an, ein Serum zu besorgen, um sie und Mia zu dekontaminieren. Bei diesem Vorhaben kam heraus, dass für das Serum ein Kopf und ein Arm der D-Serie-BOW benötigt wurden. Bei dieser Unternehmung lieferte sich Ethan einen Kampf mit Marguerite einen erbitterten Kampf ab. Marguerite wurde allerdings wirklich getötet. So bekam Ethan den D-Serien-Arm. Lucas entführte allerdings Mia und Zoe und hat den Kopf bei sich. Auf dem Weg zu Lucas musste sich Ethan durch Lucas Party und seine „Aktivitäten“ schlagen. Später fand er Mia und Zoe. Er befreite sie und brachte beide Bestandteile für das Serum. Zoe stellte zwei Dosen des Serums her, als plötzlich der stark mutierte Jack auftauchte. Um sich von Jack zu befreien, benutzte er eine der Dosen gegen ihn, was Jack versteinerte. Als Ethan, Zoe und Mia entkommen wollten und mit dem Boot weiterfahren wollten, stellte sich für den Spieler dann die Frage, wen er mit der übrigen Dosis dekontaminieren sollte: Mia oder Zoe? Ethan selbst wurde nicht infiziert. Leider ist es spieltechnisch egal, wen man rettet, da dies keinen nennenswerten Unterschied hat. Zu diesem Unterschied kommen wir später. Offenbar soll allerdings das Retten von Mia zum offiziellen Geschichtsverlauf gehören.

Diesen und ähnlichen Pilzwesen, den Molded, werdet ihr im Spiel häufig begegnen

Zurück am Bayou

Ethan und wer auch immer gerettet wurde fuhren also mit dem Boot an den riesigen Tanker vorbei, mit welchem Mia vor drei Jahren unterwegs war. Eine riesige organische Masse brachte das kleine Boot zum Kentern und Mia musste Ethan wiederfinden. Sie erkundete nebenbei den verrosteten und von Pilzen übersäten Tanker. Als sie Eveline begegnete, wurde sie an die Ereignisse auf dem Schiff erinnert. Mia kämpfte sich dann an mehreren Molded vorbei und fand Ethan schwerverletzt und teilweise von einer Pilzwand eingeschlossen. In einer Vision (oder so ähnlich) begegnete er dem normalen Jack sowie Zoe noch einmal. Ihm wurde ab diesem Zeitpunkt bewusst, dass das kleine Mädchen Eveline die Wurzel des Problems ist. Anschließend kommen wir zum ersten irrelevanten Unterschied: Wenn man Zoe rettet, muss der Spieler einen kleinen Bosskampf gegen Mia kämpfen, in welchem sie stirbt. Hat man allerdings Moa gerettet, wird der Bosskampf ausgesetzt und sie überlebt. Ethan durchquerte später eine Salzmine und entdeckte ein Geheimlabor der Connections, in welchem er das E-Necrotoxin, ein Gift gegen Molded-Pilzkulturen, herstellte. Mithilfe dessen soll er Eveline töten.

Zeit zum Spielen

Ethan kehrte in das Baker-Haus zurück und suchte Eveline. Mit Windstößen versuchte sie sich zu wehren, was Ethan allerdings nicht aufhalten konnte. Er injizierte ihr das Necrotoxin und es stellte sich heraus, dass Eveline und die alte Frau auf dem Rollstuhl, die man im Spielverlauf ab und zu mal traf, dieselbe Person sind. Eveline mutierte zu einem großen Monster und wurde von Ethan mit der Albert-01-Pistole mit Antiregenerationspatronen getötet. Es erschien dann ein Helikopter der neu gegründeten Umbrella Corporation mit neuem Logo (auch als „Blue Umbrella“ referiert, sie hat nichts mit der Neo-Umbrella aus Resident Evil 6 zu tun) und ein Mann namens Redfield ging zu Ethan. Er (und wenn Mia dekontaminiert wurde, dann auch sie) wurde dann mit dem Helikopter von diesem Ort abgeholt.

Kein Held

Bei diesem „Redfield“ handelt es sich tatsächlich um Chris Redfield, einem der ikonischen Charaktere der Resident-Evil-Reihe. Chris ist Teil einer Kooperationsmission der BSAA und der Blue Umbrella, bei der er Lucas finden und festnehmen muss, da er Kontakte zu den Connections knüpft. Vor ihm verschwanden drei Blue-Umbrella-Söldner. Chris fand sie eine nach dem anderen, allerdings starben sie an den Fallen oder Apparaten von Lucas. Der Großteil der Mission ereignet sich in den Salzminen und dem sich dort befindenden Geheimlabor der Connections. Am Ende mutiert Lucas und wird von Chris getötet. Chris hält erfolgreich den Datenverkehr zwischen Lucas Server und den Connections auf.

Ende von Zoe

Wochen Später erreicht Joe Baker, der Bruder von Jack, Dulvey und findet die geschwächte Zoe sowie zwei Blue-Umbrella-Söldner. Missverständlicherweise dachte Joe, dass die Söldner für den Zustand verantwortlich waren und störte ihre Rettungsaktion. Die beiden Söldner wurden dann von einer Kreatur entführt und so liegt es an Joe, Zoe zu retten und ihr die entsprechende Medikation zu verabreichen. Um diese zu finden, durchquert er eine von der Blue Umbrella aufgestellte Basis. Hin und wieder wird Zoe von dieser Kreatur entführt, hin und wieder rettete Joe sie. Bei dieser Kreatur handelt es sich allerdings immer noch um Jack, der mittlerweile geistig schwer verwirrt ist. In einem finalen Kampf tötete Joe seinen Bruder mit bloßen Fäusten und verabreichte Zoe das Medikament. Zoe wurde dann von Blue-Umbrella-Ärzten weiter behandelt und gerettet. Es stellte sich bei einem Telefongespräch zwischen Ethan und Zoe heraus, dass er die Hilfe geschickt hat.

 

Die Technik

Grafik

Das Spiel basiert auf der hauseigenen RE-Engine. Grundsätzlich gilt für das Spiel, dass die Belichtung grandios ist. Die Lichteffekte sehen schon realistisch aus. Die Schatteneffekte sind eher mittelmäßig. Aus nächster Nähe sieht man bei einigen Schatten auf der PS4 immer noch Kantenflimmern. Mein Computer mit einer NVIDIA GTX 1050 sowie Intel Core i7 (7. Generation mit bis zu 3,6 GHz) kommt nur mit mittlerer Schattenqualität (die Schatten sind sehr speicherintensiv) und einem Renderauflösungsfaktor von 0,8 zurecht. Ich empfehle euch übrigens, die Textureinstellungen im mittleren Bereich zu halten, da die Texturen an sich niedrig aufgelöst sind. Der Grund dafür ist der Fokus auf die VR-Funktionalität der PlayStation 4-Version. Bei einer geringen VR-Auflösung hätten sich hochauflösende Texturen offenbar nicht gelohnt. Allerdings haben die meisten Spieler keine VR-Brille und diese Entscheidung lässt alle Portierungen in puncto Texturen links liegen. Einige kleine Hilfen zur Grafikverbesserung finden sich hier. Abseits dessen würde ich euch empfehlen, einige unnötige Effekte die die chromatische Aberration abzustellen oder die Tiefenunschärfe zwischen das Minimum und den Normwerten zu halten.

Steuerung

Mit der Standardbelegung der PS4-Steuerung bin ich sehr gut zurechtgekommen. Das Zielen fühlt sich ordentlich an. Auch auf dem PC ist das Spielgefühl super. Oftmals ist das Anvisieren von Gegnern nicht einmal notwendig. Das Blocken von Angriffen geht schon in Ordnung. Lediglich die Laufgeschwindigkeit ist in diesem Spiel ein Witz. Man läuft viel zu langsam. Da die Mausbeschleunigung ein wenig stört, wäre es besser, sie auszuschalten. Das Inventarmenü ist eindeutig auf die Konsolen ausgelegt. Zwar bekommt man am Anfang des Spiels mitgeteilt, dass man die Waffen mit den Tasten 1-4 statt des D-Pads auswählt, allerdings werden diese Plätze weiterhin mit den D-Pad-Tasten statt mit den Zahltasten dargestellt, was anfangs für einige Verwirrungen sorgen kann, wenn man sich die dritte oder vierte Waffe ausrüsten möchte.

 

Ja, es ist noch ein Resident Evil.

Eine Angst kann ich schonmal vorwegnehmen: Trotz der vielen Neuerungen, einer Erste-Person-Ansicht etc. fühlt sich das Spiel immer noch wie ein Resident Evil ein. Genauer gesagt: Es fühlt sich an wie eine heutige Version der ganz alten Teile. Ich bin zuversichtlich, dass Capcom zumindest teilweise aus den Fehlern von Resident Evil 6 gelernt hat.

Zurück zu ganz alten Stärken

Endlich mal haben wir wieder ein Resident Evil, in welchem das Ressourcenmanagement extrem wichtig geworden ist. Besonders am Anfang der höchsten Schwierigkeitsstufe (Irrenhaus) hat man das Problem, dass einem oftmals die Heilung ausgeht. Allerdings hat man auch dort genügend Munition. Selbstverständlich muss man auch diese richtig haushalten können, aber dies gelingt auch, wenn man sich halbwegs anstrengt. Ebenso gilt es, hunderttausende Schlüssel und kleinere Rätsel zu lösen, wie bei den alten Teilen. Auch ein Klassiker: Man kann überschüssige Gegenstände in die Truhen ablegen, wie ungefähr wie die Enderchest in Minecraft funktioniert: Der gleiche Inhalt in einer Truhe lässt sich in den anderen Truhen auch finden. Und klar: Ein wenig Gore existiert auch. Nicht ganz so stark ist die Laufzeit: Nach 8 Stunden habe ich das erste Mal das Hauptspiel durchgespielt. Mein schnellster Versuch mit unendlich Munition liegt bei fast drei Stunden. Auch zeugen die Skriptsequenzen nicht gerade von Stärke. Man wird vor allem am Anfang de facto vom Spiel angeleint. Zu oft wird dem Spieler die Kontrolle entrissen und man kann nicht interagieren. Gerade sowas verstärkt in den Anfang zu packen, ist brandgefährlich. Das nimmt dem Spieler jegliche Motivation der zum erneuten durchspielen.

Gegner

Klar, diesmal kämpft man nicht gegen Zombies, sondern gegen Molded. Allerdings ist die Gegnervariation enttäuschend gering. Abseits der Bakers sind es ausschließlich Molded, gegen die es zu kämpfen gilt. Und davon existieren drei Grundarten: Einfache Humaniode, kriechende schnelle Humaniode und die Fettsäcke. Die normalen Molded sind recht langsam, teilen aber schon einiges aus mit ihren Nahkämpfen. Die Kriecher sind schnell und teilen viel mehr Schaden aus, halten aber weniger aus. Die fetten Molded halten sehr viel aus und gehen mit Säureangriffen auch auf den Fernkampf über, sind aber sehr langsam. Leichte Variationen wir fehlende oder veränderte Gliedmaßen oder die Regenerationsfähigkeit (nur in „Not A Hero“) fügen dem Spiel kaum was hinzu. Oft habe ich aber den Eindruck, dass die Bosskämpfe die einfachsten Kämpfe im gesamten Spiel sind. Insbesondere der letzte Bosskampf ist extrem unterfordernd. Man muss also eher Angst vor den Molded haben, da diese einen auch ganz oft erschrecken können. Immerhin sind sie nicht an Skriptsequenzen gebunden und können mal eben so hie und da auftauchen. Manchmal lässt allerdings die KI etwas zu wünschen übrig.

Gameplay aus Resident Evil 2

Das erste Resident Evil sollte ein Ego-Shooter sein

Wenn man die Entwicklungshistorie des ersten Resident Evil zurückverfolgt, dann sollte dort bereits dieser Teil schon die Erste-Person-Ansicht haben. Allerdings war das, was sich die Entwickler vorgenommen haben, zu umfangreich, um das auf einer PlayStation One laufen zu lassen. Ihre Rechenleistung hätte dies nicht geschafft, das Spiel überhaupt zu starten. Von daher entschied man sich für die Ansicht mit festen externen Kameras und vorgerenderte Hintergründe.

Freischaltbares

Gab es in den alten Teilen noch Zusatzmodi und Kostüme, so blieb nur die „Unendlich Munition“-Fähigkeit aus den alten Teilen übrig. Die unendliche Munition ist ein Inventargegenstand, man hat sie also erst, wenn man die nächste Truhe im Spiel findet. Auch konnte und kann man neue Waffen freischalten, unter Anderem eine Kreissäge und Bessere Verteidigung.

Nicht zu viel Action und nonlineare Umgebung

Wenn ich mir schon etwas Actionhaltiges besorgen wollte, dann sollte das Produkt definitiv nicht „Resident Evil“ heißen. Die Teile 5 und 6 hatten kaum gruselige oder richtige Schockermomente. Man war stets am Ballern, Ballern und am Ballern. Dass man nur am Ballern ist, habe ich schonmal erwähnt, oder? Außerdem ist damals das Backtracking wortwörtlich nicht möglich gewesen. Betritt man das nächste Level, so kann man nicht zurückkehren. Nie. Und wenn einige Umgebungen offen waren, so waren das nur einmalige Arenen für den einen oder anderen unterfordernden Gladiatorenkampf.

 

Die Zusatzinhalte sind recht solide

Zunächst einmal ein fettes Manko: Es gibt keine richtigen Zusatzinhalte im Basisspiel. Alle zusätzlichen Spielmodi außer „Not A Hero“ müssen noch erworben werden, aber alle davon sind nicht von Anfang an enthalten. Ich hatte bereits die PS4-Version, als ich mir überlegte, noch dazu den Season-Pass zu kaufen. Allerdings habe ich mich dazu entschlossen, keine dreißig Euro für den Zusatzinhalt für die PS4 zu zahlen. Stattdessen habe ich mir für unter dreißig Euro die gesamte Gold-Edition von Resident Evil 7 für den PC besorgt. Ein viel besserer Deal, wie es sich herausstellt.

Mit den beiden „Banned Footage“-Paketen haben wir den Modus Töchter, in welchem wir miterleben, wie sich die Familie Baker verändert hat, und drei Modi, in welchen wir die Rolle von Clancy Jarvis übernehmen. In „21“ spielen wir gegen ein anderes Opfer ein paar Runden Black Jack ums Überleben. Schon der niedrigste Schwierigkeitsgrad kann einen manchmal frustrieren. In „Schlafzimmer“ müssen wir Marguerite entkommen, indem wir uns die Umgebung zunutze machen. Dort sind auch schärferes Nachdenken und ein kühler Kopf gefragt. Leider inspiriert dieser Spielmodus nicht zum mehrfachen Durchspielen, da man bereits alles dann gesehen hat uns Einem nicht gerade viele Alternativen angeboten werden. Anders als beim Modus „Albtraum“. Dort muss man fünf Wellen an Horden von Molded sowie Jack überleben. Es gibt eine Menge freischaltbaren Kram wie das schnellere Nachladen oder unendlich Munition.

Weiterhin gibt es „Jacks 55. Geburtstag“. Dort muss Mia das hungrige Geburtstagskind Jack mit allerlei Nahrung und Getränken versorgen. Allerdings müssen sie Sachen nicht nur gefunden werden, sondern es müssen auch Gegner ausgeschaltet werden, um die Spielzeit anzuhalten. Der Name von „Ethan muss sterben“ ist Programm: Um zu Marguerite zu gelangen, um sie zu besiegen, muss ein Schlüssel gefunden werden, allerdings gibt es extrem viele Gegner. Und manche der Kisten enthalten anstatt von Gegenstanden eine Bombe. Der Spieler hat extrem wenig Gesundheit.

Letztlich kommen wir zu den zwei neuesten DLCs. In „Zoes Ende“ muss Jack Baker, der Onkel von Zoe, ihr ein Heilmittel geben, und bewältigt das Spiel ausschließlich mit der Faust. Dies ist eine sehr interessante Erfahrung. Jack hält mehr aus und kann feste draufhauen. Das kostenlose DLC „Kein Held“ erzählt von Chris‘ Mission in den Salzminen. Er wurde beauftragt, Lucas Baker zu finden und festzunehmen. Auch Chris verfügt ein wenig über Nahkampfangriffe, diese müssen aber erst durch Waffenanwendung ermöglicht werden. Diese beiden DLCs haben schon einen Wiederspielwert. Allerdings ist „Kein Held“ viel zu kurz. Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass dieser DLC nicht wie ursprünglich im Frühjahr, sondern erst im Dezember erschien, lässt so manche Leute die Frage aufwerfen, was die ganze Zeit eigentlich gemacht wurde bei Capcom. Egal, wie gut man „Kein Held“ finden mag, der Umfang ist zu niedrig.

Joe Baker, der Bruder von Jack

 

Fazit

Letzten Endes kann man doch sagen, dass Resident Evil 7 ein reiner Erfolg war. Manchmal tut es gut, wenn man zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Auch wenn es nur reiner Fanservice war, so war ich im Großen und Ganzen mit der Entscheidung zufriedengestellt. Leider hat das Basisspiel zu wenig Umfang und der Preis für den Season Pass ist auch meines Erachtens zu hoch. Für 25 Euro kann man sich auf MMOGA die PC-Gold Edition, also das Basisspiel mit allen Zusatzinhalten, kaufen. Dort ist es sogar billiger als der Season Pass allein!

Die Geschichte ist an sich jetzt nichts Herausragendes und hat stellenweise Logiklöcher, allerdings fiel das teilweise durch die Präsentation des Spiels nicht wirklich auf. Und da man sowieso auch quasi lange genug beschäftigt ist, denkt man wahrscheinlich nicht sofort darüber nach.

Die Zusatzinhalte sind an sich in Ordnung, regen aber nur teilweise zum Wiederspielen an. Speziell bei den Konsolenversionen sollte man sich von daher vorher überlegen, ob man sich überhaupt den Season Pass oder einzelne DLCs oder nichts davon kaufen sollte. 30 Euro sind für meinen Geschmack jedenfalls noch zu teuer.

Die Performance des Spiels ist in Ordnung, allerdings machen die hohen Grafikeinstellungen keinen nennenswerten Unterschied zu mittleren Einstellungen, außer natürlich in der Bildrate. Die Grafik ist an sich nichts Außergewöhnliches. Das Spiel dürfte auf dem heutigen Durchschnittsrechner der letzten zwei Jahre ohne Probleme laufen.

Resident Evil 7 dürfte jedenfalls sowohl den Neueinsteigern als ein großartiges selbständiges Produkt als auch den Nostalgikern und Langzeitfans von Resident Evil als ein Glanzstück der Resident-Evil-Reihe in Erinnerung bleiben. Für mich stellt Resident Evil 7 eine Kaufempfehlung dar. Wartet allerdings einen günstigeren Preis ab oder macht eine Schnäppchenjagd. Für das, was das Spiel bietet, sind 60 Euro (bzw. 90 Euro für die Gold-Edition) ein viel zu hoher Preis.

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