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Gerechtigkeit

Mysterium: Flucht vor deutschen Waffen?

Stimmt es, dass wir mit deutschen Waffen für Flüchtlingsströme sorgen?

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Ich steh auf alles, was bummst und knallt. Ich liebe die wuchtige Majestät riesiger Großkampfschiffen, die schnittigen Linien von Zerstörern, die Eleganz von Jagdflugzeugen, die grobschlächtige Dominanz gewaltiger Geschütze, die … ähem, also, kurz gesagt: Ich bin Waffennarr. Und als solcher bin ich natürlich stets bestens informiert über die Neuerscheinungen auf dem internationalen Waffenmarkt. Und auch darüber, wer diese herstellt und wer diese kauft.

Vor diesem Hintergrund geht mir schon seit vielen Jahren eine oft gehörte Behauptung gewaltig gegen den Strich: Deutschland sei am Elend der Welt maßgeblich mitverantwortlich, weil es der drittgrößte Waffenexporteur sei und mit seinen Waffen die Konflikte der Erde anheize, wenn nicht sogar initiiere.

Seit Herbst 2015 wird diese Behauptung gerne noch um den Vorwurf erweitert, dass deutsche Waffen die Flüchtlingsströme mit verursachen würden und daraus für die Deutschen die moralische Verpflichtung erwachse, Moslems aus der dritten Welt bei sich anzusiedeln.

Beispielsweise erinnere ich mich an einen Artikel in der (zugegebenermaßen linksradikalen) Zeitschrift „Konkret“, in welchem eine mit Afrikanern prall gefüllte Schaluppe abgedruckt war, die sich gerade im Kentern befand. Bildunterschrift: „Hier sterben Menschen auf der Flucht vor deutschen Waffen“.

Nun, diese Bildunterschrift war höchstwahrscheinlich falsch. Denn erstens wurde dieses Foto von einem gerade zur Rettung eilenden Fahrzeug gemacht, zweitens war die See spiegelglatt und drittens, na ja, quillt Afrika nicht gerade über vor deutschen Waffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wenn man in Afrika erschossen wird, die Kugel den Lauf einer Waffe made in Germany verließ, liegt irgendwo im Promillebereich.

Waaas? Woher will ich das bitteschön wissen? Deutschland ist doch der drittgrößte Waffenexporteur!

Nun ja. Anders, als es sich Linksradikale vielleicht vorstellen, verhält es sich mit den Waffenexporten nämlich nicht so, dass die Afrikaner friedlich und possierlich vor sich hinleben, bis plötzlich ein sinistres Bündnis aus deutscher Politik, deutschen Waffenhändlern und deutscher Waffenindustrie beschließt, G36 über ihnen abzuwerfen und sie somit in einen blutigen Krieg zu stürzen.

Nein. Waffen, wie jedes andere Produkt auch, kauft man ganz normal auf dem freien Markt. Sogar Afrikaner, ob man es glaubt oder nicht, bekommen sie nicht geschenkt. Und genau hier haben wir den Grund, warum deutsche Waffen in Afrika eher Mangelware sind: Deutsche Waffen sind sauteuer.

Ob du nun ein afrikanischer Diktator bist, ein Chef einer islamischen Terrormiliz, Anführer einer Verbrecherbande oder einfach ein Häuptling, der einen verfeindeten Stamm plattmachen will. Was kaufst du dir?

a) deutsche HK G36 für je 2000-3000 Euro

b) amerikanische M4 für je 1000-2000 Euro

c) russische Kalaschnikows für je 250 Euro

d) billige Kalaschnikow-Nachbauten für je 100 Euro

e) alte, gebrauchte Kalaschnikows für je 20-50 Euro

f) Macheten im Tausch für je einen Kürbis

Die Antwort dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht a) sein. Wer mir das nicht glaubt, kann sich ziemlich leicht selber überzeugen, nämlich auf Wikipedia. Blicken wir erst mal auf die Waffen, die die regulären Streitkräfte dieser Länder beschafft haben. Bei Wikipedia sind sämtliche Armeen dieser Welt aufgelistet, inklusive dem aktuellen Stand ihrer Rüstung. Ich bitte dem zweifelnden Leser, sich über den Waffenbestand aller Länder zu informieren, aus denen Geflüchtete nach Deutschland strömen.

Von Marokko bis Somalia, von Syrien bis Afghanistan nutzen die Armeen zu ca. 70% russische Waffen, zu 25% amerikanische Waffen und zu 5% sonstige Waffen. Von letzteren sind vielleicht ein Drittel deutsche. Hauptsächlich sind das Heckler & Koch G3, die in den 60ern während des Kalten Krieges nach Afrika gelangt sind, und wahrscheinlich nicht mal in Deutschland hergestellt wurden, da sie von mindestens 15 Ländern in Lizenz gebaut wurden. Auch HK MP5-Maschinenpistolen, die so ziemlich jede Polizeitruppe der Welt beschafft hat, sind dabei, auch ein paar Pistolen und einige Spezialfahrzeuge wie zum Beispiel Mercedes-Benz Unimogs. Elite-Einheiten benutzen auch in Afrika und Arabien gerne das deutsche Edel-Sturmgewehr HK 416. Stellen wir aber dennoch fest: Armeen armer Länder haben vor allem die preiswerten russischen Waffen und importieren nur äußerst selten aus Deutschland.

Aber das waren nur die Armeen. Es gibt ja noch andere Konfliktparteien. Was ist mit den Terrormilizen? Moslembrüder, Islamischer Staat, Boko Haram und wie sie alle heißen. Vor denen fliehen ganz sicher Menschen. Haben denn diese Djihadis deutsche Waffen? Das lässt sich natürlich schwer sagen – aber man kann ja mal auf deren Homepages gehen und gucken, mit welchen Waffen sich deren Kämpfer so ablichten lassen.

Es gibt auf Wikipedia eine interessante Seite, die sämtliche Terrororganisationen der Welt auflistet. Von 185 Terrorgruppen sind – wer hätte das gedacht? — 120 islamisch-djihadistisch. Die meisten davon sind in genau den Ländern ansässig, aus denen die Fachkräfte kommen. Ich habe mir nun mal die Mühe gemacht, alle 120 Islamistentruppen zu googeln um mir ihre Waffen-Posierbilder anzugucken, die sie ins Netz gestellt haben. Erstaunlich, wie sehr sich diese Terrormilizen alle ähneln! Auf den Bildern immer so 5-10 ungepflegte, zottelbärtige, schwarzhaarige Verbrecher in uneinheitlichen Militärklamotten und billigem Schuhwerk – entweder Turnschuhe oder Adiletten, die stolz wie Oskar ihr immer gleiches Gewehr in die Kamera halten (gern auch in Kombination mit dem Koran).

Und was für eine Knarre wird das wohl immer sein? Auf jedem einzelnen der vielen hundert Fotos, die ich mir angeguckt habe?

 

Natürlich kein hochwertiges deutsches Industrieprodukt, sondern, selbstverständlich, russischer Billigschrott: die Kalaschnikow. Daneben auch noch andere russische Waffen wie die Maschinengewehre PKM und RPK sowie der uns aus Filmen und Computerspielen wohlbekannte Raketenwerfer RPG-7 und das Scharfschützengewehr Dragunov.

Einzige Ausnahme bildete die philipinisch-malaysische Djihadistenmiliz Abu Sayyaf, (bekannt durch die Ermordung der Familie Wallert), die lieber mit amerikanischen M4 und M16 terrorisiert, statt mit Russenwaffen.

Also, falls diese ganzen islamischen Milizen deutsche Waffen besitzen, scheinen sie sich ihrer zu schämen. Jedenfalls halten sie die nie prahlerisch in die Kamera.

Übrigens, Entschuldigung an die russischen Leser. Kalaschnikows sind zwar billig, aber kein Schrott. Sie sind extrem zuverlässig, wartungsarm und können auch von den letzten Idioten und Kindersoldaten bedient werden. Nicht umsonst wurden von ihr seit 1947 über 100 Millionen Exemplare hergestellt. Davon die meisten nicht mal in Russland, sondern praktisch überall auf der Erde. Manchmal mit, manchmal ohne Lizenz. Vom G3, dem meistgebauten deutschen Gewehr der Nachkriegszeit, wurden hingegen nur 7 Millionen gefertigt.

So. Stellen wir fest: Weder die Streitkräfte der Flüchtlingsherkunftsländer, noch die dortigen Terrormilizen benutzen in nennenswertem Umfang deutsches Militärgerät. Welche Kriegsparteien gibt es denn noch? Haben vielleicht die Amis, die gerne mit Luftschlägen in diesen Konflikten mitmischen, deutsche Hardware? Nein. Außer ein paar Pistolen und Gewehre für Spezialeinheiten. Die Russen? Die bauen sich ihr Kriegswerkzeug lieber selber. Die Israelis? Die haben fast nur eigene Waffen und natürlich amerikanische. Aus Deutschland nur drei U-Boote, Heckler&Koch Unterwasser-Pistolen und ein paar Trainings-Ultraleichtflugzeuge. Schwer vorzustellen, dass davor  irgendjemand flieht.

Was ist mit der Bundeswehr? Fliehen Menschen vor der Bundeswehr nach Deutschland? Man kann sich ja gerne mal die Auslandseinsätze der Bundeswehr angucken. Zur Zeit laufen 16 Missionen, die vor allem darin bestehen, Soldaten und Polizisten auszubilden, Waffenschmuggel zu verhindern, Brunnen zu bohren, Luftraumüberwachung, Seeraumüberwachung. All der Kleckerkram, den die Amis für uns so übriglassen. Das einzige Mal, als die Bundeswehr mal richtig einen Angriffskrieg mit Bombenabwerfen und allem Drum und Dran geführt hat, war 1999 der Kosovokrieg. Damals hatte Deutschland mitgeholfen, Serbien zu bombardieren, um den angeblich von einem Völkermord bedrohten Albanern aus der Patsche zu helfen. Komischerweise sind es aber heute eher die Albaner, die von dort nach Deutschland „fliehen“, und nicht die damals von deutschen Waffen tatsächlich drangsalierten Serben.

Fassen wir zusammen: Dass irgendeiner der wertvoller als Gold Seienden vor deutschen Waffen geflohen seien soll, ist schlichtweg absurd. Diese spielen in den betreffenden Ländern so gut wie keine Rolle. Wobei es fraglich ist, ob man überhaupt vor einer Waffe flieht als eher vor demjenigen, der sie auf einen richtet. Aber gut. Wenn man schon anklagend den Finger erheben und ein Waffen exportierendes Land schuldigsprechen will, dann bitteschön … Russland! Ganz recht. Jede verfluchte Terrorbande, jedes Unrechtsregime auf dem Planeten hat wie selbstverständlich russische Waffen. Und anschließend die USA.

Aber Russland und die USA für Waffenexporte anzuprangern, das fällt dem gutmenschlichen deutschen Durchschnittsjournalisten nicht ein. Wenn auf der Welt irgendjemand an irgendetwas schuld ist, dann bitteschön Deutschland.

Mit dieser gutmenschlichen Gier nach deutscher Schuld lassen sich auch zwei Artikelüberschriften aus dem letzten Jahr erklären: „Der islamische Staat schießt deutsch“ (ippnw) und „Terrormiliz IS kämpft auch mit Waffen aus Deutschland“ (Welt). Die Artikel waren Kommentare zu der Agenturmeldung, dass der IS von einem ihrer Gegner, der kurdischen Peschmerga, Waffen erbeutet hat, welche zum Teil aus Deutschland stammten. Statt einfach zu melden „IS erbeutet Waffen von kurdischen Kämpfern“, schreiben sie „Der islamische Staat schießt deutsch“. Und darunter stand seitenlanges Gejammere, dass Deutschland ja bloß keine Waffen exportieren dürfe und dass sowas von sowas käme.

Als ich das las, schwoll mir der Kamm. Diese Waffen wurden der Peschmerga von der Bundesregierung geschenkt, damit … diese den IS damit bekämpft!! Das war das verdammt noch mal Beste, was man mit diesen alten Bundeswehrbeständen hätte machen können! Und nun stellt sich die deutsche Gutmenschenjournaille hin und heult rum, dass wir diese Waffen niemals hätten liefern sollen, weil man ja vorher hätte wissen müssen, dass davon vielleicht einige in den Besitz böser Buben übergehen könnten!

Die positiv zu sehende Tatsache, dass Deutschland den Gegnern des IS mit Waffen aushilft, wurde durch die Artikelüberschrift „Der islamische Staat schießt deutsch“ ins Gegenteil verkehrt. Diese insinuiert, dass die bösen Deutschen nicht mal Skrupel hätten, den IS mit Waffen zu beliefern.

Anders, als mit der Absicht, deutschen Ethnomasochisten einen wohligen Schauer der Bestätigung über den Rücken zu jagen, kann ich mir diese Aufmacher nicht erklären.

Nun möchte ich noch auf die Behauptung eingehen, dass Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur sei. Das stimmte früher mal, ist aber schon lange nicht mehr richtig. Im Grunde gibt es sowieso nur zwei wirklich große Waffenexporteure auf der Welt. Die USA und Russland, die zwischen 2011 und 2014 zusammen 56% aller Waffenexporte bestritten. Nach diesen beiden kommt erst mal lange Zeit nichts und dann China, Großbritannien, Deutschland und Frankreich, die sich mit je etwa 5% zusammen den dritten Platz teilen. Zur Zeit liegen China und Großbritannien vor Deutschland. Und ich bezweifle, dass Deutschland China noch mal einholen wird. Dazu ist die deutsche Rüstungsindustrie viel zu konservativ und hat in den Zukunftsmärkten Drohnen und robotische Kriegsführung viel zu wenig zu bieten. Auch muss gesehen werden, dass Deutschland insgesamt mehr Waren exportiert als die USA, Großbritannien und Russland, aber dennoch weniger Waffen exportiert als diese. Der Anteil der deutschen Rüstungsausfuhren ist also, anders als es die Gutmenschenpresse uns immer wissen lassen will, gemessen an dem Gesamtexportvolumen Deutschlands besonders gering.

Abschließend will ich noch die Frage aufwerfen, ob es überhaupt sinnvoll ist, Ländern, die Waffen exportieren (was übrigens alle halbwegs industrialisierten Länder tun), die Schuld an Kriegen und Flüchtlingsströmen zu geben. Waffen sind nämlich nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Ähnlich, wie ein Elektrozaun nicht dazu da ist, Kühe zu quälen, sondern sie einzuhegen, ist eine Waffe nicht dazu da, um zu töten, sondern um eine Machthierarchie herzustellen. Und Machthierarchien sind meistens was Gutes, da sie gesellschaftlichen Frieden erzeugen. Denken wir nur daran, wie sinnlos eine nicht bewaffnete Polizei wäre.

Anders, als es Kritiker von Waffenexporten gerne behaupten, sterben weltweit immer weniger Menschen an Waffeneinwirkung. Obwohl es insgesamt immer mehr und immer bessere Waffen gibt. Und interessanterweise geschah der letzte große Völkermord (der in Ruanda), zwischen zwei Konfliktparteien, die kaum über moderne Waffen verfügten. Die Hutus und Tutsis brachten sich damals überwiegend mit ihren Buschmacheten um.

Und nein, die kamen nicht aus Solingen.

Von Xubor erschienen zuletzt die Bücher "Badass LEGO Guns" und "Elite Weapons for LEGO Fanatics".

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Was ging am Wochenende so auf der Demo in Polen?

Vorweg: Deutsche sollten sich nicht zu erkennen geben.

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Für viele deutsche Patrioten ist Polen das geheiligte Land: Wenn es um die Asylpolitik der EU geht, reizt der Blick zu unseren östlichen Nachbarn, die sich hartnäckig weigern, ihre Grenzen für jedermann zu öffnen. Tatsächlich ist Heimatliebe hier keine Randerscheinung, die höchstens mal zur Fußball-WM ihren Weg auf die Straße findet, sondern ist fest im kollektiven Bewußtsein der Bevölkerung verankert. Gefeiert wird dies traditionell an dem Tag, an dem sich 1918 nach über 100 Jahren wieder ein eigener, souveräner polnischer Staat bilden konnte. Die patriotische Demonstration in Warschau an diesem Datum hat in Europa und darüber hinaus einen legendären Ruf, ist sie doch die größte Veranstaltung dieser Art überhaupt. Grund genug für uns, sich die Sache einmal selbst anzusehen.

Völlig vorbehaltlos können wir aber nicht in die polnische Hauptstadt reisen. Schon im Wikipedia-Artikel weiß man von „Ausschreitungen“ der „Nationalisten und Rechtsradikalen“ zu berichten, um nicht auf falsche Gedanken zu kommen. Am Vormittag vor der Demo merkt man von „Rechtsradikalen“ reichlich wenig: Die Stadt ist voller Menschen; jeder – vom Studenten bis zum Rentner – trägt an seiner Kleidung eine Ansteck-Kokarde in den Nationalfarben Weiß-Rot oder legt eine Armbinde der polnischen Heimatarmee an – einer Untergrundtruppe, die gegen die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkrieges kämpfte. Daß die lange Zeit unter deutscher und sowjetischer Fremdherrschaft prägend für die polnische Identität ist, kann man der Bevölkerung nicht verübeln – auch wenn dies teils absurde Ausmaße annimmt. So rät uns unser polnischer Begleiter, nur möglichst wenig deutsch zu reden, es bestehe nämlich die Gefahr, daß jemand dies in den falschen Hals bekommt.

Am Startpunkt der Demonstration merken wir von dieser Feindseligkeit nichts: Das Publikum ist bunt gemischt, die Stimmung ausgelassen. Neben zahlreichen patriotischen Gruppen haben beispielsweise auch Fußball-Fanclubs ihre Teilnahme angekündigt, deren Mitglieder dementsprechend zahlreich vertreten sind. Ein gewaltbereites Klientel ist nicht in dem Rahmen vertreten, wie es manche Medien vielleicht suggerieren; stattdessen finden wir uns neben Eltern, die ihre Kinder mitgebracht haben, wieder. Dies zeigt auch, wie tief der Nationalstolz in der Bevölkerung verwurzelt ist.

Nach einigen Ansprachen und der Nationalhymne setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung. Was uns im Vergleich zu den heimischen Veranstaltungen sofort auffällt: Die Polizei verzichtet auf eine Abschirmung oder übermäßige Präsenz in anderer Form, anscheinend teilt man oben genannte Einschätzung, was die Gewaltbereitschaft der Teilnehmer angeht.

Das Gefühl in der Menschenmenge ist überwältigend: Man selbst geht vollständig in einem Flaggenmeer aus Weiß und Rot unter, während um einen herum alte patriotische Lieder gesungen und Slogans wie „Gott, Ehre, Vaterland“ skandiert werden. Nachdem die Sonne untergegangen ist, taucht die rote Pyrotechnik alles in ein unheimliches Licht, welches die Atmosphäre noch verstärkt. Tatsächlich fällt es sehr schwer, die richtigen Worte für das zu finden, was sich hier abspielt: Als Deutscher ist man hier tatsächlich in einer anderen Welt.

 

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Gerechtigkeit

Rezension: Die ganze Wahrheit

Wir haben das Buch aus der BN-Anstoß Reihe für Euch gelesen:

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“ In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit (…)“

Vermutlich jeder musste bei diesem Satz schon einmal schmunzeln,wird er doch bei jeder politischen Debatte, als hohle Phrase von Vertretern der Medien, Politik oder den sogenannten Gutmenschen immer wieder aufgesagt.
Die Realität sieht jedoch ganz anders aus, da Meinungen, die nicht ins politische Establishment passen, reflexartig als extremistisch oder gar krankhaft (islamophob, homophob) diagnostiziert werden.

Gereon Breuer schafft es in diesem kleinen Büchlein, die Methoden der Systemmedien aufzudecken und nennt gleichzeitig Möglichkeiten, diese auch im Alltag in Gesprächen mit Freunden, Familienmitgliedern oder Nachbarn anzuwenden.
Denn in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen, nicht der Manipulation der Medien, insbesondere des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks hingeben wollen, sondern selbst nach der Wahrheit suchen, versucht die Politik mittels Gesetzesverschärfungen (NetzDGtz), das verloren gegangene Vertrauen zwangsweise wiederherzustellen.
In dem Buch “ DIE GANZE WAHRHEIT “ findet man nicht die Antworten auf alle Fragen, aber es liefert Ideen und Methoden, die Wahrheit herauszufinden.

Unterstützt Arcadi durch einen Kauf des Buches:

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Gerechtigkeit

Spanien vor dem Bürgerkrieg?

Steht uns ein Krieg dort bevor?

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Im Katalonienkonflikt steuert Spanien geradewegs auf einen waschechten Bürgerkrieg zu. Möchte die katalanische Regierung tatsächlich die Unabhängigkeit erringen, so bleibt ihr nur die Eskalation.

 

Nun ist sie also da, die Unabhängigkeit. Oder doch nicht?

Das katalanische Parlament hat vergangenen Freitag die Unabhängigkeit Kataloniens beschlossen. Nur wenig später hat der spanische Senat jedoch den berühmt-berüchtigten § 155 der spanischen Verfassung zur Anwendung gebracht und damit – laut spanischer Rechtssprechung – die katalanische Regierung unter Carles Puigdemont abgesetzt und das katalanische Parlament aufgelöst. Neuwahlen wurden von Madrid für den 21. Dezember angesetzt. Barcelona kontert mit dem Aufruf an die katalanische Verwaltung zum „friedlichen Widerstand“.

Doch was geschieht nun?

Die Lage ist hochangespannt und hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig:

  1. Wie entscheidet sich das Gros der Verwaltungsbeamten in der autonomen Region?Von dieser Frage ist zunächst abhängig, ob die Entmachtung aus Madrid überhaupt eine Auswirkung auf Katalonien hat. Sollten sich die meisten Verwaltungsbeamten dazu entscheiden weiterhin der Regionsregierung treu zu bleiben und Anweisungen aus Madrid zu ignorieren, wäre das ein erster wichtiger Schritt zur Unabhängigkeit Kataloniens, aber auch der erste Schritt in Richtung Bürgerkrieg. An dieser Stelle wird nämlich ein zweiter Faktor relevant.
  2. Wie entscheidet sich die katalanische Regionspolizei?

Das wahre Pulverfass liegt nämlich an dieser Stelle. Sollte sich die katalanische Polizei, die Mossos, tatsächlich dazu entscheiden sich gegen Madrid zu wenden und weiterhin Befehlen aus Barcelona zu folgen, würde hier eine hochexplosive Situation entstehen. Madrid hat nämlich für genau diesen Fall bereits vorgesorgt und 4000 zusätzliche Beamte der militärisch ausgerüsteten Guardia Civil und der Policia Nacional nach Katalonien verlegt.

Sollten also diese beiden Faktoren zu Gunsten der katalanischen Regierung ausfallen, würde sich der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy wohl gezwungen sehen mit Gewalt durch die Guardia Civil und die Policia Nacional die Kontrolle über die autonome Region zurückzugewinnen.

Doch genau das würde den Unabhängigkeitsbefürwortern in die Hände spielen. Der derzeitige Vorteil der spanischen Regierung ist nämlich, dass die unabhängige Republik Katalonien von keinem Land und vor allem von keinem europäischen Land anerkannt wird. International ist Katalonien also völlig isoliert. Würde Rajoy nun aber für die gesamte Weltöffentlichkeit sichtbar mit Gewalt gegen die Massen von Unabhängigkeitsbefürwortern vorgehen und sollte  es dadurch zu Straßenschlachten kommen, würde dieser Rückhalt auf dem internationalen Parquette wohl ziemlich schnell einbrechen. Durch Jahrzehnte des Friedens sind nämlich die meisten europäischen und westlichen Gesellschaften pazifistisiert worden und gerade Bildern von Gewalt gegenüber besonders anfällig und negativ eingestellt.

Will Spaniens Regierung also mit Erfolg eine Sezession Kataloniens verhindern, so sollte auf Deeskalation gesetzt werden. Die Macht des Faktischen, dass Barcelona ohne Madrid keine Handelsabkommen abschließen kann, Institutionen wie Banken und andere überregionale Akteure einen unabhängigen Staat Katalonien nicht anerkennen und somit nicht mit ihm zusammenarbeiten werden, würde die katalanische Regierung früher oder später zum Einlenken zwingen. Auch würde der Umgang mit der von Madrid angesetzten Neuwahl des Regionsparlamentes Puigdemont in eine Zwickmühle bringen, aus der er nicht so einfach unbeschadet würde herauskommen können.

Madrid muss endlich verstehen, dass man ohne die Bevölkerung einer bestimmten Region auf seiner Seite zu haben weder einen unabhängigen Staat errichten kann, noch selbiges verhindern. Wenn Rajoy es schafft auch nur einen nennenswert großen Anteil der aktuellen Unabhängigkeitsbefürworter wieder auf die eigene Seite zu bringen, würde das Projekt Republik Katalonien in sich zusammenbrechen und scheitern.

Aus diesem Grund wird Barcelona auch weiterhin auf Provokationen setzen. Sollte die Lage nämlich eskalieren, wird die Wahrscheinlichkeit für eine unabhängige Republik stetig steigen. Und sollte es tatsächlich zu Straßenschlachten kommen und dabei auch nur zu einem Toten auf Seiten der Unabhängigkeitsbefürworter, wäre eine Sezession Kataloniens wohl nicht mehr zu verhindern.

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