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Gott & die Welt

Meditieren ohne Ganesha oder Buddha! Machbar?

Yoga ist „In“. Aber gibt es dazu auch Alternativen? Ja, die gibt’s! Dazu mehr hier

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175312_original_R_K_by_D. Kreikemeier_pixelio.deWer glaubt heute noch an Gott?
Haben wir keine Lust mehr auf Religion und Spiritualität? Im Gegenteil: Trotz Massengesellschaft, Konsum und Kapitalismus ist Spiritualität im weitesten Sinne etwas, das so tief im menschlichen Wesen verankert ist, dass es auch in schwierigen Zeiten nicht totzukriegen scheint.

Als unattraktiv werden heutzutage wohl vor allem die bürokratischen und mit der Politik verbandelten Kirchen wahrgenommen, die es schaffen, aus einer an sich spannenden und bewegenden Religion wie dem Christentum etwas recht Tristes zu machen. Dass es auch anders geht, zeigen die auch in Deutschland immer beliebteren Freikirchen.

Auch wenn viele es nicht merken: Yoga ist mehr als ein Sport

Doch besonders auffällig ist die Zunahme von fernöstlichen Religionen und
vor allem ihren Versatzstücken in Europa. Elemente von ihnen werden ausgekoppelt – etwa das hinduistische Yoga oder das buddhistische Zen, um die es hier gehen soll – und entweder isoliert angepriesen oder aber mit neuen Ideen und Lehren vermischt. Während im esoterischen Bereich oder bei Sekten das Religiöse regelrecht ins Auge springt, denken bei Yoga viele gar nicht daran, dass ein religiöser Bezug bestehen könnte.

Das Konzept, Entspannung, Meditation und Sport zu verbinden und als modisches Lifestyle-Konzept in Deutschland zu verkaufen, kommt an: Ganze drei Millionen Menschen in Deutschland praktizieren Yoga in tausenden Schulen -80 Prozent der „Yogis“ sind Frauen. Doch lässt sich Yoga vom Hinduismus trennen? Eine breite Allianz aus Hinduisten, Atheisten, Evangelikalen, Muslimen und erstaunlicherweise auch der EKD sagt nein.

36-Seiten-Studie der EKD gibt Christen Aufschluss

Besonders aufschlussreich ist eine Studie der „Evangelischen Kirche in Deutschland“ (EKD). Yoga und das deutsche Wort „Joch“ sind demnach eng miteinander verwandt. Sinn und Zweck des Yogas ist nicht etwa ein gesunder Körper oder einfach nur Entspannung, sondern eine Überwindung der Welt, des Selbst, um Einheit mit der Urmaterie zu erlangen. Auf 36 Seiten zitiert die EKD christliche Befürworter und Gegner des Yogas und vor allem auch zahlreiche Hinduisten selbst, die sich gegen die Verramschung ihrer religiösen Identität im Westen wehren. Am Ende steht zwar kein klares Nein zu Yoga, aber zahlreiche Fragezeichen und eine eher ablehnende Haltung. Deutlicher werden da die Evangelikalen, die betonen, dass Yoga körperliche Religionsausübung darstellt und mithin eine hinduistische Gebetsform sei. Demnach könnten Christen kein Yoga ausüben, ohne gegen das 1. Gebot zu verstoßen. Für Atheisten ist hingegen Yoga Teil des Esoterik-Booms, der die Gottlosen besonders ärgert: Da kämpft man über Jahre das Christentum klein und sofort stoßen andere „Scharlatane“ in die Lücke.

„Acem-Meditation“ als Alternative ohne religiösen Bezug

Nun ist es aber seit Jahren wissenschaftlich erwiesen, dass Meditation positive Auswirkungen auf den Menschen hat und regelrecht gesund ist. Deshalb haben norwegische Psychologen und Ärzte eine neue Form der Meditation entwickelt – garantiert ohne Religion und Esoterik. Die „Acem-Meditation“ wurde sogar schon in den 60er Jahren entwickelt und wird heute in vielen Ländern der Welt praktiziert. Sie ist im Prinzip eine klassische Laut-Meditation.

Der Meditierende sucht sich zu Beginn seiner Meditationslaufbahn einen Laut aus. Diesen spricht er während der meditativen Praxis immer wieder vor sich hin und konzentriert sich dabei vollständig auf ihn. In einer Umgebung ohne störende Außeneinflüsse lassen sich so Geist und Körper in einen Ruhezustand versetzen, der reinigend und beruhigend wirkt. Wer mehr erfahren will, kann einen der kostenpflichtigen Einführungskurse im ganzen Land besuchen.

Auch Christen können meditieren!

Mit 60.000 Praktizierenden auf der ganzen Welt ist ACEM natürlich ein kleines Phänomen – allein in Deutschland stehen auf der anderen Seite beispielsweise 10.000 Yoga-Lehrer! Ähnlich klein ist hierzulande auch die Anhängerschaft der christlichen Mystik, die sich an Vordenkern wie dem mittelalterlichen Theologen Meister Eckhart orientiert und mit der Kontemplation ebenfalls eine Meditationsform anbietet, die explizit christlich ist. Sie ist eine der vier geistlichen Übungen der Mönche: Die Lesung der Bibel (lectio), die Betrachtung einzelner Bibelstellen (etwas verwirrend: meditatio), das Gebet (oratio) und eben die „Schauung“ (contemplatio). Auch sie basiert auf dem Insichgehen, auf der inneren Fokussierung und der Stille und gemeinsam mit den anderen geistlichen Übungen gehört sie zum umfangreichen Schatz christlicher Mystik, der heutzutage nahezu in Vergessenheit geraten ist.
Foto: D. Kreikemeier / pixelio
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