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Kunst

Jankel Adler – Macher der Avantgarde

Jankel Adler ist als Künstler heutzutage fast vollständig vergessen. Doch warum?

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Jankel Adler und sein Werk "Die Verstümmelten" © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Jankel Adler – das ist ein Name, mit dem nur die Wenigsten etwas verbinden können. Adler war ein polnischer Chasside, also ein frommer Jude, und begnadeter Künstler der Avantgarde. Geboren wurde er im Jahr 1895 in Lodz, Polen. Sein Weg führt ihn nach Deutschland, genauer gesagt nach Barmen und nach Düsseldorf. Im Rheinland ist er eng vernetzt mit den dortigen Künstlergruppen. Darunter das Junge Rheinland. In Lodz versucht er eine eigene Künstlergruppe zu etablieren: Jung Jiddisch – eine bewusst jüdisch aufgeladene Kunst. Während der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland wurde seine Kunst als entartet markiert, zerstört oder entwendet. Bei der Wanderausstellung „Entartete Kunst“ wird er wie selbstverständlich neben dem Künstler Marc Chagall ausgestellt. Bereits 1933 verlässt er Deutschland und emigriert Richtung Paris. Später wird er in der polnischen Armee des Westens gegen Deutschland kämpfen. Er schließt Bekanntschaft mit Künstlern wie Dix, Chagall und Picasso. Doch nicht nur das, er arbeitet mit ihnen auf Augenhöhe und wird von ihnen gleichermaßen geschätzt. Sein Weg führt ihn schließlich ins Vereinigte Königreich, wo er 1949 verstirbt.

Jankel Adler, Meine Eltern (Moi rodzice), 1921
Öl auf Holz und Assemblage aus Holz und Papier,
136 x 54 cm
From The Collection of Muzeum Sztuki w Łodzi
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Jankel Adlers Lebensweg und auch seine Kunst sind schwer zugänglich. Thematisiert er doch seine Heimat, seine Erziehung und das ländliche Leben. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf Adlers Lebenswerk! Man kann mit gutem Recht behaupten, dass er trotz künstlerischen progressiven Entwicklungen, welche sich von Altlasten, Traditionen und nationalen Barrieren freimachen wollten, eine diametrale Position bezieht. Ein klares Bekenntnis zur Heimat und zu seinem Glauben. Dabei bleibt er frei und lässt sich vor keinen Karren spannen. In seinem Selbstbildnis Artist zeigt er sich entblößt und selbstbewusst. Wie seine Malerei, trägt er sein innerstes Wesen für den Zuschauer nach außen. Adler, das sollte man nicht vergessen, war durch und durch Anarchist. Interessant dabei zu betrachten sind seine Katzenbilder. In ihnen sah er nicht die Begleiter des Menschen, sondern eigenständige Wesen, die niemand zu bändigen vermag.

Jankel Adler, Der Artist, 1927
Öl auf Leinwand, 100,4 x 65 cm
French & Company, New York
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Im Von der Heydt-Museum kann man seit dem 17.04.2018 die Retroperspektive zu Jankel Adler bestaunen. Insgesamt wurde Jankel Adler nach seinem Tod nur zweimal in Deutschland präsentiert. Die letzte Ausstellung liegt über 30 Jahre zurück. Ist es also wieder Zeit, diesen Künstler zu präsentieren, damit er nicht in Vergessenheit gerät? Die Antwort kann nur Ja lauten. Jankel Adler ist uns nur nicht bekannt, weil sein Leben hier in Deutschland einen Einschnitt erlebte. Im Exil musste er sich logischerweise eine komplett neue Reputation aufbauen. Mit seinen Motiven, seiner Entwicklung von expressionistischen Werken hin zu einem westlichen, offenen Stil, hat er große Unterschiede in seinem Frühwerk zu seinem Spätwerk aufzuweisen. In dem Bild Paar zeigen sich kubistische Anleihen. In anderen Werken nähert er sich dem Konstruktivismus, dem Surrealismus und dem Magischen Realismus. Aus diesem Grund ist es logisch, dass in der Ausstellung beide Lebensbereiche getrennt dargestellt werden.

Jankel Adler, Paar, ca. 1921
Öl auf Leinwand, 68 x 51 cm
Galerie Berinson, Berlin
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Insgesamt fasst die Ausstellung nahezu 240 Werke von 48 Künstlern, welche von über 28 Leihgebern kamen. Nennenswert ist hier die TATE Gallery in London und Museen in Brasilien, Frankreich und Israel.

Jankel Adler, Die Verstümmelten (The Mutilated),
1942-43
Öl auf Leinwand, 86,4 x 111,8 cm
Tate: Presented by Robert Strauss 1960
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018

Wer Interesse hat, neben Jankel Adler auch Werke von Pablo Picasso, Marc Chagall, Otto Dix, Paul Klee und Kandinsky zu sehen, dem sei die Ausstellung des Von der Heydt-Museums noch bis zum 12.08.2018 ans Herz gelegt.

„Jankel Adler und die Avantgarde. Chagall/Dix/Klee/Picasso“ im Von der Heydt-Museum (Turmhof 8). Zu sehen vom 17. April bis 12. August 2018, dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags von 11 bis 20 Uhr. Infos: www.jankel-adler-ausstellung.de

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Yannick Noé ist leitender Redakteur des Arcadi Magazins. Seine Lieblingsthemen sind Politik, Kunst und alle möglichen Bücher. Für Arcadi rezensiert er verschiedene literarische Werke.

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