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Meinung

James Bond, der Unsympath

Es gibt einen Filmhelden, den ich den Status eines Helden dringend absprechen möchte. James Bond.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Craig#/media/File:Daniel_Craig_3,_2012.jpg CC BY-SA 2.0

Es gibt einen Filmhelden, den ich den Status eines Helden dringend absprechen möchte. James Bond. Meiner Meinung nach ist er der unsympathischste Charakter in den nach ihm benannten Filmen. Okay, Bond ist ein schöner Mann und mit gutem Training und Social skills ausgestattet. Aber, wenn man ihn mal objektiv betrachtet, verhält er sich die meiste Zeit wie ein übler Schuft. Er geht über Leichen, hat keinen Respekt vor dem Eigentum Fremder, reißt am laufenden Band Frauen auf und erreicht seine Ziele hauptsächlich mit Hilfe von Schauspielerei, Skrupellosigkeit, Mord, gutem Aussehen und emotionaler Erpressung. Würde er das, was er tut, nicht für die angeblich gute Sache tun, wäre er der Prototyp eines Schweinehundes. Seine Gegner sind meistens viel zivilisierter, gebildeter, fleißiger und intelligenter als er. Würden sie das, was sie tun, nicht für die angeblich schlechte Sache tun, wären sie leuchtende Beispiele für nützliche und wertvolle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft.

 

Meiner Meinung nach wird in den Bond-Filmen ein völlig falsches Bild von Gut und Böse vermittelt. Der staatlich bezahlte Auftragsmörder und Frauenheld soll der Gute sein, der erfolgreiche Unternehmer der Böse.

Am krassesten fiel mir dies bei dem Film „Sag niemals nie“ von 1984 auf. Der Bösewicht war in diesem Fall Maximilian Largo, gespielt von Klaus Maria Brandauer. Ein hochintelligenter Deutscher, der als erfolgreichster Computerspielentwickler der Welt zum Multimillionär geworden ist und sogar seine eigene Luxusjacht konstruiert hat. Aus meinen Augen erst mal ein bewundernswerter Typ. Und was macht Bond?

Mit der schmierigsten Nummer, die man sich denken kann (verkleidet sich als Masseur) macht sich der mittlerweile 54 Jahre alte, staatlich alimentierte Sack an Largos 30jährige Freundin Domino (Kim Basinger) ran, verführt sie, überredet sie, heimlich gegen Largo zu arbeiten und bringt sie schlussendlich sogar dazu, diesen mit einer Harpune zu töten. Bevor Largo sterben muss, ruiniert Bond selbstverständlich sein komplettes Leben. Klaut seine Freundin, tötet seine Mannschaft, besiegt ihn in einem Computerspiel, in welchem Largo vorher als unschlagbar galt, und macht seine Luxusjacht kaputt. Na gut, Largo hatte zugegebenermaßen einen bösen Plan. Er wollte mit zwei gestohlenen Atombomben die Länder der Welt erpressen, 25% des Geldes, welches diese für Erdöl ausgeben, ihm zu überweisen. Heute würde man so jemanden vielleicht als Ökoaktivisten und Klimaschützer feiern.

Aber ist das Grund genug, einen Teufel wie Bond auf ihn anzusetzen?

Der ihn tötet und ruiniert? Der den besten Computerspielentwickler der Welt, dessen Produkte wahrscheinlich Millionen von Kindern Freude schenken … umbringt?

 

Ehrlich: Ich hätte James Bond nicht gerne als Freund. Ich hätte viel zu viel Angst, dass dieser mir ein Schmierentheater vorspielt, mir heimlich Gift in den Kaffee schüttet und dann mit meiner Freundin durchbrennt, diese für irgendwas ausnutzt und sie danach wie selbstverständlich sitzen lässt. Mit Largo hingegen – könnte ich mich wenigstens über Computerspiele unterhalten.

Von Xubor erschienen zuletzt die Bücher "Badass LEGO Guns" und "Elite Weapons for LEGO Fanatics".

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1 Kommentar auf "James Bond, der Unsympath"

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xubor
Gast

Keinem vernünftigen Job nachgehen, sich kriminell und amoralisch verhalten mit der Entschuldigung, es für „das Gute“ zu tun. Und dann auch noch vom Staat bezahlt werden. Hm, an wen erinnert das bloß? ^^

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