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Interview mit der Gutmenschenkeule

wir haben einen der wichtigsten Mem-Bildhauer Deutschlands gesprochen

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Hallo… Wie sollen wir dich denn nennen?
 
Im Internet bin ich unter dem Pseudonym „Libertin“ unterwegs. Da ich dieses Pseudonym aber nicht mehr im Bezug auf die Facebook-Seiten nutze, hat sich unter den Followern auch  „Keule“ eingebürgert.
 
Der Krautreporter hat dich in einem Gespräch einen rechten Troll genannt. Würdest du dich  nicht eher als Aktivist oder als Mem-Grafiker bezeichnen?
 
Ein Aktivist geht auf die Straße, veröffentlicht Artikel oder Videobeiträge, nimmt entscheidend Einfluss auf die Gefolgschaft und gibt Bewegungen ein Gesicht.  Das trifft auf mich nicht zu. Im angelsächsischen Sprachraum haben sich Begriffe wie „Memelord“ oder „Shitposter“ etabliert, wobei letzteres mehr einen anarchistischen Stil bezeichnet, während ersteres allgemein für jeden angewendet wird, der im Internet Memes erstellt und verbreitet.
 
Wie viele Jahre machst du das schon?
 
Ich habe Ende 2012 mit der Facebook-Seite „Gefällt mir, weil Rock Hard es boykottiert“ angefangen. Hierzu muss man wissen, dass ich in Black Metal-Kreisen unterwegs bin und ich einfach nur linken Moralisten in der Metal-Szene so richtig ans Bein pissen wollte, was mir stellenweise durchaus gelungen ist. Das Flaggschiff „GutmenschenKeule“ war ein Ableger davon, weil ich mit der Zeit immer mehr politische Inhalte eingebunden habe und mich von musikalischen Belangen entfernte.  Dann kam „Gender mich nicht voll“ hinzu, wiederum ein Ableger der Keule mit Fokussierung auf regressiven Feminismus und Genderwahn. Das neuste Projekt ist „Gutmenschen im Endstadium“, das entlarvende Facebook- und Twitter-Zitate von linken Politikern einem breiteren Publikum vorstellt.
 
Kannst du noch zählen wie viele Mem-Seiten du geöffnet hast und dir wieder gesperrt wurden? Wie viele Konten von dir betroffen waren?
 
Nach der fünften Sperrung einer Seite habe ich aufgehört zu zählen . Da sich die Keule mittlerweile einen Namen gemacht hat, erlange ich nach jedem Neustart binnen kurzer Zeit wieder eine akzeptable Reichweite mit vierstelligen Abonenntenzahlen. Das heißt, ich habe mich damit arrangiert und rechne mittlerweile damit, dass das passiert.
 
Man kann dich offensichtlich als hartnäckig bezeichnen. Was treibt dich an?
 
Es ist gewissermaßen ein Ventil, mit dem ich das Leben in einem 350.000km² großen Freiluft-Irrenhaus versuche zu ertragen. Auch ist es ein gutes Gefühl, dass sich Leute von mir angepisst fühlen, nachdem diese Leute mich über Jahre hinweg angepisst haben und nun ohnmächtig feststellen müssen, dass ich wegen Dingen, für die sie mich als Idioten dastehen lassen wollen, mittlerweile eine Reichweite habe, die in die Zehntausende…bei viralen Einzelfällen sogar Hunderttausende gehe.  Die Anerkennung, die mir zuteil wird, ist ebenfalls wichtig, schließlich schreiben mich sogar AfD-Politiker an oder teilen meine Bilder, Fundstücke oder übernehmen gar meine Sprüche,  mit denen ich meine Beiträge untermale. Und zu guter letzt das Gefühl, das Richtige zu machen und auf der richtigen Seite zu stehen.
 
Welche Konkurrenten im „Mem-Geschäft“ findest du gut?
 
Leute, die auf der gleichen Wellenlänge sind und das Gleiche machen, sehe ich nicht als Konkurrenten. Auf Facebook hat sich in den letzten Jahren eine kleine Mem-Szene gebildet, die im Kern aus Seiten wie „Memes für Deutschland“, „German Meme Defence Force“, „Industrial Knights“ oder auch „VEB Memewerke“ besteht. Auf Twitter finde ich Leute wie „Varg I Veum“ gut, der sich vor einigen Jahren noch auf meinen Seite rumtrieb. Mittlerweile ist er bei Twitter aktiv und dort ein richtiger Star im sogenannten „Rechtstwitter“, auch weil er gerne mal gegen die eigenen Reihen schießt, wenn die etwas verbocken.
 
 
Wie schätzt du dein Publikum von der Altersverteilung ein?
 
Ich brauche gar nicht schätzen. Facebook erfasst Altersgruppe, Geschlecht, usw. in den Seiten-Statistiken. Demnach sind die Abonnenten meist 25 – 34 Jahre, gefolgt von der Altersgruppe 35-44 Jahre, zu 85% männlich und kommen zu 85% aus Deutschland und 10% aus Österreich. 
 
Du kennst das Memwesen in den Vereinigten Staaten. Was fehlt uns in Deutschland und wo sind wir den Amerikanern vorraus?
 
Das hat etwas mit kultureller Prägung zu tun. Der Deutsche gilt als „humorlos“, während der Amerikaner einen zuweilen anarchistischen Humor hat, der gerne auf Übertreibungen setzt. Ein anarchistisches Humorverständnis und das Internet gehen hierbei eine ideale Symbiose ein. Als ich angefangen habe, musste ich mich noch ausschließlich in amerikanischen Facebook-Gruppen und –Seiten inspirieren lassen, auch durchforste ich gerne 4Chan nach guten Ideen. In den letzten 5 Jahren hat sich aber in Deutschland einiges getan. Daran sieht man auch gut, wie amerikanische Entwicklungen mit einer mehrjährigen Verspätung in Deutschland Fuß fassen. In positiver Hinsicht, wie die Memekultur, aber häufig auch in negativer Hinsicht, wie beispielsweise die regressive Linke, auch als „Social Justice Warriors“ bekannt, die unter umgekehrten Vorzeichen die Nennung von Hautfarbe in Diskursen wieder salonfähig machten – Stichwort „alte weiße Männer“.
 
Warum können Linke keine Meme?
 
Die meisten Linksliberalen sind nicht aus Überzeugung links, sondern weil sie in einer Blase leben, die Druck auf sie ausübt. Kein Patriot und kein Rechter sanktioniert jemanden, der links ist. Dagegen wird gerne mal seitens linker Projekte dazu aufgerufen, zu Freunden und zur Familie den Kontakt abzubrechen, wenn diese auch nur eine Nähe zur AfD besitzen, die falsche Facebook-Seite liken oder sich anderweitig zeitgeistkritisch äußer. Die Alt-Right ist in ihrem Humorverständnis anarchistisch und trägt kein enges ideologisches Korsett, was gesagt oder veröffentlicht werden darf. Der Linke lebt meist in von staatlichen Schulen und Universitäten vorgegebenen Bahnen, während die Alt-Right häufig Stunden am Tag in seiner Freizeit mit Politik zubringt und sich dadurch ein notwendiges Allgemeinwissen aneignet, das er dann in sozialen Netzwerken einsetzen kann. Der Linke ist so vielen Regeln unterworfen, dass der Humor auf der Strecke bleibt. Man sieht es doch am Kabarrett – vor lauter moralisieren vergisst ein Hagen Rether gerne mal, dass es eigentlich seine Aufgabe ist, Leute zum Lachen zu bringen. Wenn du zu sehr damit beschäftigt bist, zu moralisieren und zu belehren statt zu unterhalten, dann kannst du einfach auch keine Memes machen. 
 
Es gibt ja Hinweise darauf, dass sich Facebook mit der von einer Stasi-Frau gegründeten Amadau-Antonio-Stiftung bezüglich der Zensur zusammenarbeitet. Gab es eine Zeit, in der du dich freier bei Facebook bewegen konntest? Hast du das Gefühl, dass die Zensur allgemein und speziell im Membereich schärfer wird?
 
Die Zensur ist ausgeprägter und, wie man an dutzenden Beispielen sehen konnte, wird gerne mal mit zwei Maß gemessen. Da kannst du zu Mord an einem AfD-Politiker aufrufen – Facebook findet, es sei mit den Gemeinschaftsstandards konform. Andererseits wird das bloße Veröffentlichen von Artikeln, die auf Flüchtlingskriminalität verweisen, bereits wegzensiert. Abseits dieser Absurditäten kann ich dieser Zensur zumindest eine Sache etwas abgewinnen: Kommentare wie „An die Wand stellen“ im Bezug auf zugewanderte Kriminalität sind nicht hilfreich und liefern Stoff für Seiten wie „Hooligans gegen Satzbau“, die solche Kommentare veröffentlichen, um das Bild des stumpfsinnigen, gewaltaffinen Rechtsextremen, der in jedem AfD-Wähler schlummert, aufrecht zu erhalten. Eine gewisse Selbstkontrolle und Disziplinierung kann wirklich nicht schaden. Ich konnte mich früher tatsächlich freier auf Facebook bewegen, aber dafür habe ich diese Freiheiten auch für Veröffentlichungen genutzt, die ich heute auch aufgrund gewisser Weiterentwicklungen nicht mehr machen würde. Früher ging es vulgärer, aber auch stumpfer zu. Die Facebook-Zensur veranlasst mich zu einer gewissen Qualitätskontrolle, zwingt mich aber auch, gewisse Dinge zu kodieren. Man kennt es ja auch von totalitären Systemen, wo bestimmte Dinge nicht beim Namen, sondern durch bestimmte Codes genannt werden.
 
Wenn du regieren würdest, was würdest du anders machen?
 
Darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Denn genau das ist es ja, was ich den ganzen Linken, aber auch den sogenannten NSJWs, d.h. National Social Justice Warriors, also tatsächlichen „Neonazis“ gerne mal vorwerfe. Die alle bilden sich ein, wenn die FDGO zu ihren Gunsten gestürzt werden würde, dann hätten sie eine einflussreiche Funktionärsposition inne oder würden anderweitig davon profitieren. Dem kann man nur entgegnen, dass der Linke in einem sozialistischen System gerne selbst unter die Räder kommt, wenn er sich einen ideologischen Fehltritt leistet oder seine Nase irgendeinem mächtigeren Funktionär nicht passt – dann frisst die Revolution ihre eigenen Kinder und man wird aus dem Verkehr gezogen. Man sieht es doch bereits jetzt schon. Boris Palmer äußert Dinge, die nicht der Parteilinie entsprechen, schon wollen Linksgrüne seinen Rauswurf. Sahra Wagenknecht äußert Dinge, die den radikalen Kräften zuwiderlaufen, und schon bekam sie eine Torte ins Gesicht. Man kann sich ausmalen, was mit solchen Leuten in einem sozialistischen System passiert. Ich will nicht regieren. Meine Funktion und Bestimmung ist es, die Gesellschaft anzuklagen und auf Missstände hinzuweisen. Die Veränderungen in die Tat umsetzen, das überlasse ich lieber jenen, die die notwendigen Macher-Kompetenzen mitbringen.
 
Empfiehlst du deinen Anhängern politisch und kulturell aktiv zu werden?
 
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedoch muss man sich fragen, ob man für bestimmte Aktivitäten auch ein gewisses Talent mitbringt und auch der Sache dienlich ist. Man sieht es ja bei vielen linken Aktivisten, dass sie mit ihrem Hypermoralismus ihrem Lager einen Bärendienst erweisen. Nicht jeder ist dazu befähigt, für eine politische Sache aktiv zu sein.  Oftmals reicht es, wenn man sich so gut es geht vernetzt und diejenigen, die politisch geschult und charismatisch sind, so gut es geht unterstützt. 
 
Wenn ja, welche Möglichkeiten siehst du um aktiv zu werden?
 
Die Möglichkeiten sollten jedem, der politisch interessiert ist, bekannt sein. Manchmal ergeben sich manche Sachen von selbst. Als ich angefangen habe, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass selbst Akif Pirincci oder bekannteren AfD-Politiker meine Beiträge teilen oder verbreiten. Da ich keine bzw. nur selten Wasserzeichen für meine Memes verwende, wissen die meisten aber nicht, dass ich der Ersteller bin.
 
Du hast 4Chan erwähnt. Gerade 4Chan ist Heimatort eines anarchisch-rechten Denkens. Wo gibt es sowas in Deutschland?
 
Es gibt keine Portale, die sich explizit gegen den Globalismus, Kulturmarxismus und die linksliberale Hegemonie richten. Man findet auf Bilderseiten wie beispielsweise Pr0gramm alle möglichen politischen Inhalte, auch vom rechten Spektrum.  Ich kann aber jedem, der politisch interessiert und patriotisch veranlagt ist,  Politikforen.net empfehlen. Neben PI-News war dieses Forum meine „Einstiegsdroge“ und hat meine politische Bildung maßgeblich beeinflusst. Dort hat man noch vor der Hochphase der sozialen Netzwerke Informationen geteilt und Machenschaften des politischen Establishments aufgedeckt, die einem verborgen blieben, wenn man zuvor nur Mainstream Medien konsumiert hatte. Leider werden dort auch viele krude Thesen und Verschwörungstheorien geteilt, aber das ist leider überall so.
 
Was muss geschehen, damit sich in Deutschland endgültig eine heimatverbundene Wende durchsetzt?
 
Eine Wende führt man nicht über Nacht herbei und hierzu bedurfte es auch keiner neuen Partei, die für viele Unzufriedene eine neue politische Heimat bietet. Der Ungeist der 1968er hat sich auch erst über Jahrzehnte verbreitet und entfaltete nach ca. zwei Generationen seine volle Wirkung. Wie man dies rückgängig machen kann? Hier spielt die Jugend eine entscheidende Schlüsselrolle. Eine Amerikanische Studie zeigte, dass sich unter der sogenannten „Generation Z“ 14% der Jugendlichen zum konservativen Spektrum, während es bei „Millennials“ gerade mal 2% gewesen sind. Ähnliche Tendenzen sieht man in Osteuropa, wenn auch aus völlig anderen Beweggründen. Für die westliche Welt zählt jedoch, dass die Jugend sich immer gegen Regeln und Normen ihrer Elterngeneration auflehnte. Und niemals seit den späten 1960ern wurde es einem Jugendlichen so einfach gemacht, zu rebellieren. Die Generation, die während der Wirtschaftswunderzeit geboren wurde, zeichnet sich durch absolute Ignoranz und Selbstgefälligkeit aus. Am deutlichsten sieht man das bei Musikern wie Grönemeyer und Campino. Diese Arroganz drückt sich auch in der Einbildung aus, absolut unfehlbar in seinen Ansichten zu sein. Deswegen sind sie neben aufgehetzten Antifa-Jugendlichen am aggressivsten, wenn es darum geht patriotische Gegenbewegungen zu diffamieren oder sie mit totalitären Mitteln bekämpfen zu wollen. Sie mussten als Kinder die großstädtische Multikulti-Hölle nicht miterleben und schicken ihre eigenen Kinder in ausländerfreie Privatschulen oder Gymnasien mit höchstens vietnamesischen Vorzeige-Migranten. Und in dieser Filterblase wird man in der Schule für das Deutschsein nicht diskriminiert. Genau diese Erfahrungen, die das Gros der deutschen Jugend macht, verbunden mit einem total nach links gerutschten Establishment, bieten einen guten Nährboden für eine konservative Revolution. Der Rollback kommt aber wohl erst in einem Jahrzehnt so richtig in Schwung. Parteien wie der AfD sei in der Zwischenzeit geraten, aus Protestwählern Stammwähler zu machen, anstatt jetzt schon von Regierungsbeteiligung und Ergebnissen jenseits der 20% zu träumen.

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