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Politik

Ein neuer Klassenkampf in Deutschland

Gauland schrieb neulich einen Beitrag über Populismus…

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„Im Zuge der Globalisierung hat sich (…) eine neue urbane Elite gebildet, man könnte auch von einer neuen Klasse sprechen.(…) Der globalistischen Klasse gegenüber stehen zwei heterogene Gruppen, die in der AfD eine Allianz eingegangen sind“ schreibt Alexander Gauland (AfD) in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Fest steht: Es findet ein neuer Klassenkampf statt, wobei die Grenzen inzwischen verschwommen sind. Doch wie ist die Gesellschaft inzwischen gegliedert? Hat Gauland mit seiner Einschätzung Recht und wer steht auf welcher Seite?

 

Eine neue Elite?

 

In seinem Beitrag vom 06. Oktober „Warum muss es Populismus sein?“ schreibt Gauland, dass es (wie eingangs erwähnt) eine neue Elite gibt, deren Vertreter aus der Wirtschaft, der Politik, dem Unterhaltungs- und Kulturbetrieb sowie der „Spezies der digitalen Informationsarbeiter“  kommen. Bis auf letzteres hört es sich ja nach der Elite an, die wir schon immer hatten. Ist es also möglich, dass sich die Elite gar nicht so sehr verändert hat, sondern die Welt in der sie existiert? Worin Gauland völlig Recht hat, ist, dass es eine Bevölkerungsschicht gibt, die oft nicht nur von der Globalisierung profitiert, sondern deren Bindung zu ihrer Heimat und dem damit verbundenen Volk auch schwach ist. Der AfD Parteivorsitzende bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „In einer abgehobenen Parallelgesellschaft fühlen sie sich als Weltbürger.“

 

 

Angeführt wird diese „Klasse“ von der Wirtschaft, die am meisten vom Globalismus und der damit einhergehenden Mobilität der Produktions- und Arbeitsmittel profitiert. Ihr Gefolge besteht aus Akademikern und Kulturschaffenden, die an den Schalthebeln des politischen und kulturellen Lebens sitzen. Sie allesamt halten sich für dem einfachen Volk überlegen. Da ist eine Partei wie die AfD unbequem, die in der politischen Landschaft eine Gegenstimme darstellt, und auch noch immer mehr Zuspruch aus der Bevölkerung bekommt. Das Volk soll die schöne neue Welt hinnehmen und weitermachen wie bisher. Sie – die Eliten – wissen besser, was für die Allgemeinheit gut ist. Der Pöbel ist zu dumm dazu. Dabei ist es das einfache Volk, das weiß, wie das Leben wirklich läuft. Sie sind es, die jeden Morgen zur Arbeit gehen und die meisten politischen Entscheidungen betreffen sie als erstes.

 

Ich hatte vor Jahren mit jemanden aus dieser Elite eine Diskussion über die direkte Demokratie. Ich war dafür, er dagegen. An eines kann ich mich besonders gut erinnern: Er sagte zu mir „Ich und wahrscheinlich die meisten, die hier am Tisch sitzen, haben einen IQ von über hundert. Ein einfacher Arbeiter ist nicht in der Lage, politische Entscheidungen zu treffen.

 

Das untermalt, wie ich finde, das eben Gesagte ziemlich gut.

 

Eine antiglobalistische Allianz

 

Als Gegenstück zu dieser Klasse sieht Gauland zwei Gruppen, welche in der AfD eine Allianz eingegangen sind: die bürgerliche Mittelschicht mit dem wirtschaftlichen Mittelstand und die „einfachen Menschen“. Sie sind, laut Gauland, die Verlierer der Globalisierung. Mittelständige Unternehmen können ihre Produktion nicht einfach in die dritte Welt verlagern, und die sogenannten einfachen Menschen werden miserabel bezahlt, ihre Jobs existieren vielleicht gar nicht mehr und sie haben sich oft für eine schäbige Rente den Buckel krumm gemacht. Sie seien auch diejenigen, die noch heimatverbunden sind und die als erste ihre Heimat verlieren, weil die meisten Einwanderer in ihr Milieu strömen. Damit hat Gauland die AfD-Wähler schonmal gut beschrieben, mit seiner Klasseneinteilung bin ich allerdings noch nicht zufrieden.

 

Die Grenzen verschwimmen

 

Bisher gingen wir im Grunde von drei Schichten aus: die Unter-, die Mittel- und die Oberschicht. Das Bild der Klassen ist vorrangig vom marxistischen Bild der Arbeiter- und der Kapitalistenklasse sowie dem Bürgertum geprägt. Diese Aufteilung ist nicht falsch, doch die Grenzen sind verschwommen.

 

So gibt es sowohl Arbeiter in der Unter- als auch in der Mittelschicht. Die Arbeiterklasse erstreckt sich über beide Schichten, weshalb ich bei einem Teil der Mittelschicht von der Arbeiter-Mittelschicht spreche. Sie haben einen Beruf in der Industrie, dem Handwerk, oder auch dem kaufmännischen Bereich gelernt und sind oft bei einem der großen Konzerne wie, z.B. Daimler beschäftigt, wo sie meist noch gut verdienen und gute Arbeitsbedingungen genießen. Doch auch sie werden durch prekäre Arbeitsverhältnisse, Lohndumping und der Verlegung von Arbeitsplätzen ins Ausland sowie der Abgabe von Produktionsprozessen an Fremdfirmen oder Tochterunternehmen immer weiter zurückgedrängt. Dieses Krebsgeschwür hat bereits auch die großen deutschen Konzerne befallen.

 

Die Arbeiter-Mittelschicht hat es geschafft, sich einen gewissen Wohlstand zu erarbeiten. Doch wird dieser Lebensstandard, im Zuge der eben angesprochenen Umwälzungen, durch Globalisierung und Rationalisierungs- sowie Niedriglohnwahn erhalten bleiben?

 

Es gibt auch eine andere Schicht von Arbeitern. Diejenigen, welche bereits Opfer des immer größer werdenden Niedriglohnsektors geworden sind. Sie gehören zur Arbeiter-Unterschicht und es drohen immer mehr zu werden. Gerade Vertreter der Arbeiter-Mittelschicht sind davon bedroht, in diese neue Unterschicht abzurutschen. Wenn ein Werk schließt oder Arbeitsplätze abgebaut werden, droht der Sturz in den Niedriglohnsektor.

 

Die Vertreter dieser wachsenden Unterschicht, haben oft keinen festen Arbeitsplatz und müssen sich mit Leiharbeit befristeten Verträgen oder Minijobs durchschlagen. „Jobben“ nennt man dieses Phänomen auch auf Neudeutsch. Für sie gibt es einen ständigen Existenzkampf, der durch den ständigen Zustrom von immer mehr Konkurrenz auf den Arbeitnehmermarkt immer schwerer wird.

 

Den Rand der Unterschicht bilden die Arbeitslosen, immer mehr Rentner und Menschen, welche die Arbeitsunfähigkeitsrente beziehen müssen. Was passiert wohl, wenn immer mehr Menschen Sozialleistungen beziehen, ohne je eingezahlt zu haben? Das System bricht zusammen. Die Heerscharen von Niedriglohnsklaven können die Kosten auf jeden Fall nicht stemmen. Sie sind mit den Sozialabgaben sowieso schon zu stark belastet. Wird man noch mehr Steuergelder für Sozialabgaben aufbringen müssen? Bereits jetzt werden 90 Milliarden Euro an Steuergeldern für die Rente verbraucht.

 

Die bisher genannten Klassen stammen meistens aus demselben, mindestens einem ähnlichen Milieu. Dieses Milieu ist ziemlich „bunt“, wie die Vertreter von Multikulti sagen würden. Doch die bunte Realität dürfte ihnen nicht gefallen. Denn, wie Gauland in seinem Artikel treffend schrieb: „Die Globalisierung sieht im Penthouse sehr viel freundlicher aus als in der Sozialwohnung.“ Wer in diesem Milieu aufgewachsen ist, weiß nämlich wie es ist, fremd im eigenen Land zu sein und er weiß, dass Multikulti gescheitert ist. Jetzt haben wir den Bevölkerungsteil ermittelt in welchem das größte Wählerpotential der AfD liegt, wenn sie sich gut anstellt und ihr Sozial-Programm weiter ausbaut sowie die bereits vorhandenen Ansätze optimiert.

 

Natürlich gehört die bürgerliche Mitte, die Gauland angesprochen hat, auch zum Wählerpotenzial der AfD. Sie gehört zur Mittel-, in manchen Fällen vielleicht auch zur unteren Oberschicht. Ihre Vertreter sind gebildet, oft Akademiker und liberal bis konservativ. In vielen Punkten vertreten sie eine vernünftige Meinung und auch die Kunde vom Scheitern des Projektes Multikulti ist bereits zu ihnen vorgedrungen. Man sieht mit Sorge wie Menschen herkommen, die ein völlig anderes Weltbild haben, die Parallelgesellschaften bilden und den Rechtsstaat missachten. Trotzdem halten viele von ihnen ihren klassischen Parteien CDU/CSU und FDP immer noch die Treue. Man ist sich nicht sicher, ob die AfD vielleicht nicht doch zu rechts, zu radikal ist.

Die Altparteien, denen sie noch ihr Vertrauen schenken, sind auf jeden Fall längst vom rechten Pfad abgekommen. Sie halten längst nicht mehr das, für was sie früher gestanden haben. Hat Merkel nicht am Anfang ihrer Karriere noch vor den Folgen von Multikulti und offenen Grenzen gewarnt?

Spätestens, seitdem Merkel die Energiewende für sich entdeckt hat, gibt es einen gewaltigen Linksruck in der Union, der sich wie eine „Seuche“ auf die gesamte alte Parteienlandschaft ausgebreitet hat. Da ist es klar, dass sich die Wähler langsam neu orientieren und so kommt es, dass seit einigen Jahren nach und nach ein immer größer werdender Teil der bürgerlichen Mitte zur AfD wechselt. Sicherlich ist auch die wirtschaftliche Lage des Mittelstandes ausschlaggebend für eine gewisse Sympathie innerhalb dieser Schicht für Positionen der AfD.

Nicht nur, dass der Globalismus auch für mittelständige Unternehmen schlecht ist, die sich immer größer werdenden internationalen Unternehmen gegenüberstehen sehen, die kostengünstig im Ausland produzieren. Wir müssen bedenken, dass die AfD auch eine Partei des Mittestandes ist, die Bürokratie und Vorschriften abbauen, so wie Steuern senken möchte.  Diese Dinge belasten nämlich besonders den Mittelstand, den großen Unternehmen macht das nichts aus.

 

Auch hier gilt: Die AfD muss sich gut anstellen und klare Kante gegen gewisse Positionen in der eigenen Partei zeigen, damit Bürgerliche ihre Berührungsängste verlieren.

 

Die neue Elite

 

Diesen Bevölkerungsgruppen stehen wiederum zwei Gruppen gegenüber, die gleichzeitig viel Einfluss in Politik, Medien und Kultur haben. Da gibt es zum einen die Akademiker-Schicht. Sie gehören zur Mittel- und zur Oberschicht. Wie die Vertreter der bürgerlichen Mitte sind sie gebildet und studiert, politisch sind sie allerdings eher links geprägt. Sie nehmen einen großen Teil der Mittelschicht ein, sind in besseren Wohngegenden zu finden und sind in Wohlstand aufgewachsen. Ihr Milieu ist also das Gegenteil von dem der Arbeiter und Arbeitslosen, das ich vorhin beschrieben habe. Ihr Milieu ist nicht bunt, es ist International. Kontakt zu Migranten besteht nur zu den gut integrierten oder zu Auslandsstudenten, mit denen Englisch geredet wird. Wenn man schon im Alltag Englisch spricht, kann man auch gleich eine Weltreise machen. Das Geld ist ja da, der Bezug zur Heimat nicht.

Leider sind sie es auch, die in den hohen Positionen der Unternehmen, Politik, Stiftungen, Medien, NGO’s etc. sitzen, übrigens haben sie die guten Jobs in der Wissenschaft, Wirtschaft und Co. Sie haben also einen großen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Sie gehören bereits zu der Elite, wie sie Gauland beschrieben hat, und die ich am Anfang dieses Artikels angesprochen habe.

 

Zu dieser Elite gehört allerdings auch die, ich nenne sie mal, „Kapitalisten-Klasse“. Sie sind die reichen Unternehmer und Manager. Sie verstehen sich mit der Akademiker-Klasse ziemlich gut. Nicht nur weil sich ihr Milieu ähnelt, sondern auch weil die globalistische Ideologie der Akademiker den Kapitalisten nützt.

 

Offene Grenzen bedeuten freier Warenverkehr, Masseneinwanderung bedeutet für den Arbeitgeber, auf einen Pool von potenziellen Billig- und vor allem „Wegwerfarbeitskräften“ zugreifen zu können, die Möglichkeit Betriebe und Produktionsprozesse in alle Welt zu verlagern, birgt neue Möglichkeiten, zur billigen Produktion und zur Ausbeutung der Arbeitskräfte.

 

Man sieht: Das geht auf die Kosten der Normalbürger.

 

Diese beiden Klassen bilden die Elite und sie sind es, die für unsere Misere verantwortlich sind. Mit ihrer Ideologie, die gegen die menschliche Natur der Heimatverbundenheit spricht, und der Abkehr von den Tugenden der sozialen Marktwirtschaft haben sie bereits viel zerstört und es wird noch schlimmer, wenn sich keiner diesem „Wahnsinn“ entgegenstellt. Immer mehr Menschen sehen in der AfD eine Kraft, die sich dem entgegenstellt, weil die etablierten Parteien das Spiel der Eliten mitspielen. Viel mehr noch: Sie gehören zu dieser Elite!

 

 

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