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Das Leuchtfeuer. Podcast für alle und keinen?

Das Leuchtfeuer ist ein Podcast der IB auf Youtube. Wir haben reingehört.

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Quelle: Youtube

Eigentlich ist es ein Glücksfall: Selten hat es so viele patriotische Projekte gegeben wie heute. Überall in Europa und darüber hinaus gehen Menschen dazu über, eigene Artikel zu schreiben, Blogs am Laufen zu halten, Podcasts einzusprechen oder Youtube-Videos zu machen. Leider führt das nur zu oft dazu, dass Interessierte ohne große Vorkenntnisse gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen, oder gar nicht wissen, was alles in den Tiefen des Netzes auf sie wartet. Deswegen wollen wir heute einmal die Gelegenheit nutzen und auf ein recht unbekanntes Projekt aufmerksam machen: das Leuchtfeuer.

Das Leuchtfeuer ist ein Podcast. Das mag den einen oder anderen vielleicht schon abschrecken, in einer Zeit, in der Konsumenten am liebsten audiovisuell mit vergleichsweise kurzen Videos oder Vlogs bespaßt werden möchten. Auch stellt das Leuchtfeuer nicht gerade geringe Ansprüche an seine Zuhörer, wenn es sie mit einer guten Stunde Vortrag konfrontiert. Wobei: Vortragscharakter haben die Sendungen eigentlich nie. Doch fangen wir noch einmal von vorne an.

Das Leuchtfeuer, das sind Walter Spatz und Timo Beil. Gemeinsam unterhalten sie sich über verschiedene grundlegende Themen des patriotischen, identitären oder rechtsintellektuellen Spektrums. Wenn etwas wie der Futurismus und seine Kunstfacetten besprochen wird, dann ist das für die Generation Facebook natürlich erst einmal harter Tobak, weil man sich tatsächlich einige Zeit konzentrieren und nur zuhören muss. Dabei geben sich Spatz und Beil aber alle Mühe, den thematisch anspruchsvollen Stoff zu entzerren. Der doch recht lange Podcast ist in Abschnitte geteilt, zwischen denen kleine Pausen gemacht werden und man Zeit hat, über das eben Diskutierte nachzudenken. Auch innerhalb der Kapitel geht es geordnet zu: Das Duo redet nicht durcheinander oder verliert sich in Details, sondern geht gut vorbereitet in jede Runde, unterstützt von Zitaten oder Einspielern.

Kommen wir noch einmal zur Themenauswahl: Der Schwerpunkt liegt klar auf einem intellektuellem Diskurs. So versuchen die beiden, komplexe Stilformen wie den angesprochenen Futurismus vorzustellen, in das politische Spektrum einzuordnen und seine Relevanz für die heutige identitäre Rechte herauszustellen. Daneben werden metapolitische Themen besprochen (etwa die Folge zu einer „Kontrakultur“), aber auch alltäglichere Dinge erörtert. So interviewten Spatz und Beil vor einigen Monaten eine junge Frau, die an ihrer Schule aufgrund ihres Engagements für die Identitäre Bewegung gemobbt wurde. Solche Gespräche machen das Programm abwechslungsreich und verbinden den theoretischen Diskurs mit der Lebensrealität junger Leute.

Vielleicht ist der Podcast ein unterschätztes Medium: Ihre Blütezeit hatten die über das Netz verbreiteten Radiosendungen eigentlich am Beginn des neuen Jahrtausends, als mobiles Internet noch in den Kinderschuhen steckte und man auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn noch nicht Youtube-Videos auf seinem Handy sehen konnte. Trotzdem haben Podcasts ihren Vorteil noch nicht verloren: Statt Nachtfahrten und einsame U-Bahn-Melancholie mit Aus-dem-Fenster-starren oder der hundertsten Wiederholung von „Rio Grande Blood“ zu verbringen, kann man sich innerhalb einer Stunde mit einem Thema beschäftigen, für das man sonst viel Zeit und ein gutes Buch benötigen würde. So sind die Pendlerwege auch keine verschenkte Zeit, sondern sinnvoll angelegt. Die Wahrscheinlichkeit, an dem einen oder anderen Buch, Begriff oder Autor hängenzubleiben, die im Leuchtfeuer kurz auftauchen, ist hoch.

Dementsprechend will ich hier für ein vielleicht unterschätztes Medium werben, das dem Zeitgeist entgegensteht, das sperrig und vielleicht auch trostlos inszeniert wirkt, das aber umso mehr belohnt, je mehr man sich darauf einlässt.

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