fbq('track', 'ViewContent');
Verbinde dich mit uns

Kino & Fern

„Aufbruch ins Ungewisse“ – Ein irrsinniger Rollentausch

Unsere Rundfunkbeiträge haben einen Film ermöglicht, in dem Europäer freiwillig in das weißenfeindliche Südafrika flüchten wollen.

© WDR/Anika Molnár

Veröffentlicht

  am

Der ARD versucht mal wieder, seinen Zuschauern einreden zu wollen, dass eine strikte Flüchtlings- und Immigrationspolitik zwangsläufig mit Menschenverachtung, Chaos und einem tyrannischen und totalitären System, wo keine Meinungsfreiheit herrscht und Menschen verschwinden, in Verbindung gebracht werden sollte.

Der Film „Aufbruch ins Ungewisse“, welcher am 14. Februar, also am Valentinstag, im Rahmen des ARD-Themenabends ausgestrahlt werden soll, war bereits einige Tage vorher in der Mediathek erstmals zugänglich und verbleibt dort bis zum 9. März.

Auch wenn so groß damit beworben wurde, dass die Menschen wegen des totalitären Systems in Europa geflohen sind, wird innerhalb des Films immer weniger Bezug darauf genommen.

„Der Film schildert das Schicksal einer Familie, die unter lebensbedrohlichen Umständen vor der Verfolgung durch ein totalitäres System flieht, aus einer ungewöhnlichen Perspektive: In naher Zukunft sind es die Europäer, die Asyl begehren.“ Ein netter Begleittext zu dem 88-minütigen Film, den man hier einsehen kann. Bei 1073 Bewertungen kommt im Schnitt eine 2/5-Sterne-Wertung heraus (Stand: 13.02.2018, 21:23 Uhr).

Jan, Sarah und Nora Schneider: Deutsche Flüchtlinge, die in Südafrika Schutz suchen wollen

Wie alles begann, wird nur am Rande erwähnt

„Europa ist im Chaos versunken. Rechtsextreme haben in vielen Ländern die Macht übernommen. Es herrschen Unterdrückung, Willkür und Gewalt. Täglich werden Menschen verhaftet, viele verschwinden für immer.“ Dieser zu Beginn eingespielte Text sollte wohl offenbar als Aufhänger des Ganzen reichen. Denn unsere Beitragsgelder fließen nicht in eine einführende Erzählung oder in einige Szenen, in denen versucht wird, ein grauenvolles rechtes Regime „akkurat“ zu porträtieren; schließlich erwartet der Zuschauer sowieso, dass rechte Politiker schlimm seien und zu solchen totalitären Mitteln wie Entführungen und Zwangsentlassungen greifen würden. Vermittelt wird also, dass das Wasser trocken ist.

Die Lehrerin Sarah Schneider schaut in diesem Moment der Nachrichtensendung „volksschau“ zu, in welcher ein Bericht gezeigt wird, in dem Schweden als letztes Land der ehemaligen Europäischen Union seine Grenzen schließen ließ. Der Ehemann Jan, ein Anwalt, kommt mit einer schweren Wunde am Kopf nach Hause und Sarah berichtet, dass die „letzte freie Zeitung“, die „Süddeutsche Post“, auch geschlossen wurde. Dass diverse Anlehnungen und Anspielungen vorhanden sind, muss nicht gesondert erwähnt werden. Er stieß auf eine „Bürgerbrigade“ und die Verhaftungen sollen in derselben Nacht beginnen, sagt Jan. So sieht sehen sich Jan und Sarah gezwungen, zusammen mit ihren Kindern nach Südafrika zu fliehen. Alle packen ihre Koffer und sämtliches Gut muss trotzdem zurückgelassen werden. Die Tochter Nora meckert, dass hier „ihr ganzes Leben“ wäre, und muss das Smartphone zurücklassen, da es immer noch geortet werden kann. „Sobald wir da angekommen sind, dann kriegst du ein neues“, antwortet Jan.

Eine abenteuerliche Reise

Laut Film soll ein Frachter von Hamburg nach Kapstadt fahren. Dieser konnte scheinbar ohne größere Kontrollen und Durchsuchungen abfahren. Dass ein ach so totalitäres System ein Schiff einfach so gewähren lässt, ist extrem fragwürdig. Allerdings befinden sich die Schneiders nach der Einblendung des Titels auf einmal in einem Flüchtlingsboot. Der Frachter scheint auf magische Weise verschwunden oder einfach nicht existent zu sein. Von Deutschland nach Südafrika in einem Flüchtlingsboot unterwegs zu sein ist eine Extremsportart. Da können sich die Flüchtlinge glücklich schätzen, ohne Proviant und Vorräte diese Reise überstanden zu haben. Alleine die Luftlinie von Hamburg nach Kapstadt beträgt fast 10.000 Kilometer. Diese Reise würde 26 Tage dauern – per Frachtschiff. Da dieser direkt nach Kapstadt fahren soll, erscheint einem die Anreise an die namibische Küste noch unlogischer. Einen setze ich noch drauf: Kapstadt liegt direkt an der südlichsten Küste Südafrikas. Wenn also schon genug Ausdauer vorhanden ist, hätte man direkt nach Kapstadt fahren können, wenn man schon diese lange Strecke gewählt hat. Der Zuschauer soll durch die gefühlsduselige Präsentation gleich von mehreren erzähltechnischen Inkonsistenzen abgelenkt werden, dabei sind noch nicht mal zehn Minuten des Films vergangen. Was das Ganze noch lächerlicher macht, ist die Tatsache, dass in der Zeit zwischen der Anfangsszene und der Ankunft in Namibia nichts Relevantes passierte, sodass der Übergang zwischen den zwei Zeitpunkten ohne gesonderte Erklärungen oder einen Einblick in den Reiseverlauf erfolgt.

Zur Erinnerung: Das ist die Fluglinie zwischen Hamburg und Kapstadt

Ein trostloses Leben im Flüchtlingscamp

Kurz vor der namibischen Küste die Flüchtlinge ein weiteres Schiff, Menschen geraten in Panik, das Boot kentert. An der Küste werden die meisten Menschen gerettet. Die Schneiders können allerdings ihren Sohn nicht mehr finden. Durch verschiedenste Umstände werden die Mutter und Tochter vom Vater separiert und finden sich im nächsten Registrierungscenter wieder. Verzweifelt suchen sie nach ihrem Sohn – erfolglos. Am Abend planen einige Campbewohner, von Schleppern nach Südafrika durchgeschmuggelt zu werden, da bekannt wurde, dass die europäischen Flüchtlinge in ihre Heimatländer abgeschoben werden sollen. In Südafrika angekommen, registriert sich die Familie neu und kommt in ein anderes Flüchtlingslager unter. Der Großteil des Films ist in der Tat uninteressant, insbesondere seit der Einweisung in das südafrikanische Flüchtlingscamp. Kurzgefasst, wird noch weiter krampfhaft versucht, in verschiedenen Szenarien die Rollen zu vertauschen. Streitereien, Drogen, Konflikte, Partys, falsche Freunde das generelle Nichtstun in diesen Lagern. Also quasi alles wie gehabt. Weitere Familienkonflikte gibt es auch noch. Am Ende findet sich die Familie mit dem Schicksal ab, dass ihr Sohn gestorben ist, obwohl noch nichts bestätigt ist. Lediglich bietet sie dem Jungen, der von der Registrierungsbehörde für Niklas (so heißt der Sohn) gehalten wurde, an, unter der Identität von Niklas Teil der Familie zu werden. Zum Schluss befindet sich die Familie bei der Registrierungsbehörde und lässt „Niklas“ dort einschreiben.

Der Film endet mit dem Text „Laut UNO-Flüchtlingshilfe sind aktuell mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht.“; anschließend werden die Mitwirkenden eingeblendet, während im Hintergrund weitere Busse mit Flüchtlingen ankommen.

Weitere Kritik am Film

Unabhängig von der Geschichte gibt es weitere Punkte, die unbedingt angesprochen werden müssen. Die Inszenierung und die Schauspielfähigkeiten sind extrem mangelhaft. Werft mir hier an dieser Stelle keine Psychopathie vor, wenn ich sage, dass man wortwörtlich keine anderen Emotionen zu diesem Film als Abscheu, Fremdscham und stupide Ignoranz empfinden kann. Selbst wenn man die erzählte Geschichte als glaubwürdig befinden würde, so ist die Kernbotschaft „Wie würde es euch als Flüchtlingen ergehen?“ immer noch nicht überzeugend vermittelt worden. Es gibt keinen irgendwie definierten Zeitraum, noch nicht mal das Jahr ist bekannt. Fest steht aber, dass sich die Technologie in Europa weiterentwickelt haben muss, das lässt sich zumindest anhand des Fernseh-Multikommunikationsgeräts am Anfang festmachen. Ich würde auf ungefähr das Jahr 2025 schätzen.

Und warum kamen laut dieser Geschichte die rechten Parteien an die Macht? Was war der Weckruf, der das System in der Geschichte herbeibeschworen hat? Wird die aktuelle Flüchtlingskrise mit in den Zeitstrahl miteinbezogen? Wenn ja, warum gibt es keine Hinweise auf „Heucheleien der Europäer“ oder „Wie du mir, so ich dir“? Es ist offensichtlich, dass ein rechtes totalitäres System nur als Aufhänger gebraucht wird und man sich ansonsten gar keine Mühe mit der Geschichte gegeben hat, um erneut die AfD zu diffamieren und der Bevölkerung ihre Schuldgefühle zu verstärken. Wir werden aber noch sehen, ob diese Propaganda funktioniert.

Warum ausgerechnet Südafrika?

Offenbar sind Europäer (jedenfalls die flüchtenden Europäer) auch in diesem Film extrem ethnomasochistisch veranlagt. Wer würde bitte schön als Weißer freiwillig in ein Land fliehen, in welchem Weiße verachtet und teilweise gejagt werden? Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Der amtierende, mittlerweile in mehreren Skandalen verwickelte Staatspräsident sang ein Lied mit dem Namen „Shoot the Boer“ . Und nein, seine antiweiße Haltung und Politik wurden und werden nicht skandalisiert. Zuma verfolgt nur das Erbe Nelson Mandelas, den wir als Freiheitskämpfer kennen, welcher allerdings ebenfalls ein antiweißer Rassist war.

Der Präsident der sudafrikanischen Republik, Jacob Zuma, trägt zum antiweißen Klima deutlich bei – (CAPE TOWN/SOUTH AFRICA, 12JUN2009 – Jacob Zuma, Presdent of South Africa, at the Closing Plenary : Africa’s Roadmap: From Crisis to Opportunity held during the World Economic Forum on Africa 2009 in Cape Town, South Africa, June 12, 2009
Copyright World Economic Forum www.weforum.org / Eric Miller emiller@iafrica.com)

Es sollen ähnlich wie in Deutschland bei der Vergabe von Arbeitsplätzen Quotenregelungen existieren, in denen Weiße, insbesondere die Buren, stark diskriminiert werden.

Weißen wird aufgrund der Apartheid und kolonialer Verbrechen ihrer Vorfahren eine Erbschuld aufgedrückt. Die Mordraten sind seit dem Ende der Apartheid rasant gestiegen. Es wurden 70.000 Weiße, darunter 4000 Bauern, ermordet. Dies wird allerdings nicht großflächig thematisiert. Die antiweiße Gewalt hört nicht auf, im Gegenteil. Sie beginnt sogar, noch schlimmer zu werden. Immer mehr südafrikanische Weiße rüsten auf und bereiten sich schon auf einen Bürgerkriegsfall vor, und dieser wird sich auf rassischer Basis auch ereignen. Ja, man könnte von einem Rassenkrieg sprechen. Niemand kann sagen, dass man es nicht gewusst hatte, denn die Zeichen sah man schon früh.

Und wenn es nicht zum Bürgerkrieg kommt, dann sollten spätestens die Enteignungsbestrebungen bezüglich des Ackerlandes die Weißen abschrecken. Bereits in Simbabwe wurde eine solche Politik umgesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zuerst werden die Weißen enteignet, was auch zu Massenauswanderungen geführt hat, dann erfolgt eine Bitte des damaligen Präsidenten Robert Mugabe, die Weißen mögen wieder zurückkehren, letztlich ist das Land auf Lebensmittelhilfen angewiesen.

Aus den Konsequenzen antiweißer Politik ist dieses Meme entstanden

Werbung
1 Kommentar

1
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
2500
1 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
1 Comment authors
Xerorx Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Xerorx
Gast
Xerorx
Werbung

Beliebte Beiträge

Unterstützt Arcadi!

Wenn dir unsere Arbeit gefällt, folge uns oder spende einen Beitrag!