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Agony: Eine Seelenreise der morbiden Art

Was hat uns das kleine polnische Entwicklerstudio „MadMind Studio“ denn da beschert? Ein nettes kleines Abenteuer oder einen beinharten Überlebenskampf? Wir haben es für euch getestet und verraten euch, was es mit dem mysteriösen Horror-Trip auf sich hat.

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Am 29.05.2018 erschien das Horror-Survival Spiel Agony für PC, Playstation 4 und Xbox One. Es ist das Debüt des 2016 gegründeten Entwickerstudios „MadMind Studio“. Ins Leben gerufen wurde das Projekt durch eine Kickstarter-Kampagne und die Entwickler versprachen nicht weniger als „das Horror-Genre zu revolutionieren“. Dazu wolle man die bisher gesteckten Grenzen des Bizarren, Morbiden und Abartigen überschreiten und neu setzen. Schon die Trailer sahen vielversprechend aus und gaben Ausblick auf großen Horror-Spaß. Gelingt es jedoch auch dem fertigen Spiel die Herzen der Horror-Fans tatsächlich zu erobern?

 

Kryptisch, verwirrend und bizarr, so kommt Agony auf den ersten Blick daher.
Wir sind eine von vielen Seelen, welche an diesem verdammten letzten Ort gelandet ist. Uns steht ein „Leben“ in ewiger Qual und Verdammnis bevor… Doch schon zu Beginn wird klar, dass eure Seele sich nicht so recht mit dem vorbestimmten Schicksal abfinden möchte. Drum steigen wir hinab in die Tiefen der Hölle, um die „Rote Göttin“ zu finden, welche die Gebieterin dieser gottlosen Unterwelt ist. Sie soll angeblich die Fähigkeit besitzen, euch von dem prophezeiten Dasein zu erlösen.

 

Eine Welt aus Fleisch, Blut, Knochen und Zähnen. Abstoßend, ekelerregend, gewalttätig, gesäumt mit dem Geruch der Verwesung, so kommt die Hölle daher. Sehr kreativ und mit viel Liebe zum Detail haben die Entwickler diesen dunklen Ort in Szene gesetzt. Einflüsse des schweizerischen Künstlers H.R. Giger, welcher Schöpfer der legendären Alien-Kreatur war, sind zu erkennen, als auch die Inspiration durch Filme wie „Event Horizon“ (1997). Dennoch wirkt die Inszenierung neu und unverbraucht. Sie schafft es, eine düstere und bedrückende Stimmung zu erzeugen, die es braucht, um im Spieler das Unwohlsein hervorzurufen von dort entkommen zu wollen.

Das Gameplay ist relativ einfach und bedarf keiner großen Einführung. Einen Vergleich könnte man am ehesten zu den Genre-Kollegen „Amnesia: The Dark Descent“ und „Outlast“ ziehen. Immer mal wider müssen kleine, nicht sehr komplizierte Rätsel gelöst werden um in den nächsten Bereich zu kommen. Die Spielwelt setzt auf Erkundung. Um hierfür einen Anreiz zu schaffen, sind an abgelegenen Orten Gemälde, Figuren etc. platziert, die allerhand Artworks im Hauptmenü freischalten. Auf unserer Odyssee stellen sich uns diverse Höllenbewohner gerne mal in den Weg. Doch diese sind trotz ihres tollen Designs, weder besonders furchteinflößend, noch schwer zu umlaufen. Eine Taktik braucht man also nicht. Hier hat der Entwickler leider Möglichkeiten verspielt Gegner sinn- und effektvoll einzusetzen. Die Option, sich in einem der herumliegenden Leichenberge zu verstecken, die Luft anzuhalten und in angstvoller Starre zu verharren bis der Dämon seiner Wege zieht, haben wir in unserem Test kaum nutzen müssen, da es schlicht nicht notwendig war. Sollte uns doch einmal ein Dämonenscherge erwischen, können wir bequem mit unserer Seele innerhalb eines kleinen Zeitfensters einen neuen Körper besetzen. Diese Avatare findet man da unten zu Hauf. Leider ist das der Atmosphäre nicht ganz zuträglich, da ein Gefühl der ständigen Bedrohung ausbleibt.

 

Nun sind wir leider bereits beim unangenehmen Teil angekommen, der das Spiel bedauerlicherweise tatsächlich zu einer Höllenqual werden lässt.
Die Grafik ist alles andere als zeitgemäß; matschige Texturen, das hundertfache Recyceln von Charaktermodellen und die fehlende Lippensynchronität… All das versucht man hinter einer niedrigen Beleuchtung und zahlreichen Filtern zu verbergen, doch das will so gar nicht klappen. So wirkt das Spiel, als sei es viel älter als es tatsächlich ist. Für die altbacken amutende Grafik ist die Performance auch nicht sonderlich gut. In manchen Arealen verzeichneten wir trotz starker Hardware massive Frameeinbrüche. Da wäre mit der Unreal Engine 4 deutlich mehr Luft nach oben gewesen.
Die Akustik ist weder wirklich schlecht noch wirklich gut. Auch bleibt die gewünschte Untermauerung der optischen Atmosphäre, durch eine dichte Geräuchkulisse weitestgehend aus. Die musikalische Untermalung kommt sehr monoton daher und wiederholt sich leierkastenartig.
Hier sind wir leider noch nicht am Ende unserer Kritik, zahlreiche Bugs machen einem das Leben schwer, man bleibt stecken, der Bildschirm friert ein und auch Abstürze sind nicht selten der Fall.

Fazit

Zu voll haben die Entwickler ihren Mund genommen, zu viel versprochen und zu wenig gehalten. Der Ansatz war gut – an kreativen Einfällen mangelte es nicht. Doch das durchaus vorhandene Potential blieb auf der Strecke. Ein bisschen mehr Bescheidenheit wäre doch im eigenen Interesse gewesen. Gegen Platzhirsche wie „Outlast“, „Amnesia“ oder „The Evil Within“ zieht Agony klar den Kürzeren. Die Tatsache, dass das Spiel mit der Art technischen Mängelen released wurde und es für solch einen horrenden Preis von 29.99€ bei Steam angeboten wird, ist schon ziemlich dreist. Wer wirklich krassen Horror-Spaß erleben möchte, der kann guten Gewissens zu den obig genannten Titeln greifen. Wer sich die Hölle von Agony gerne doch mal antun möchte, dem empfehlen wir bis zu einem Sale zu warten, wo man das Spiel zum kleinen Preis abstauben kann.

 

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