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Politik

Abgelehnte Spenden und ein Überfall auf ein AfD-Mitglied – das waren die letzten Tage auf Twitter

Wie die 87%-Einheit auf sämtliche AfD-Tweets reagiert, scheint unfassbar zu sein. Sogar eine abgelehnte AfD-Kirchenspende seitens der Diakonie oder der bewaffnete Überfall auf ein Mitglied in Leverkusen finden abstruse Rechtfertigungen.

Quelle: Pixabay

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Egal, was die AfD tut, sie wird stets dämonisiert. Dies ist wortwörtlich zu verstehen. Grundsätzlich ist das nichts Neues, denn das hat man schon vor Jahren erkannt. Und doch schockiert es einen immer wieder, wie menschenverachtend manche Individuen über eine Kritik an den Einzelfallritus oder einen Angriff auf einen AfD-Sympathisanten antworten. Und will sich jemand mal ehrenamtlich engagieren oder eine Spende leisten, so sei dies nur Heuchelei oder Aufspielen von Moral. Wie sagt man so schön: „You can never please these people:”. In etwa übersetzbar mit “Du kannst solche Leute niemals zufriedenstellen.“.

Dabei seien Patrioten grundsätzlich menschenverachtend, also seien auch solche Worte und Taten gegen sie gerechtfertigt. Zugegeben, es gibt nicht gerade einen zu unterschätzenden Teil an Patrioten und Konservative, die sich, sagen wir mal, sehr direkt ausdrücken. Dies anzusprechen ist auch ein gutes Recht. Wenn man sich aber auf dieselbe Ebene von dem, was man kritisiert, begibt, dann wird die Glaubwürdigkeit mindestens angekratzt werden.

Im Folgenden möchte ich die zwei oben Ereignisse und sämtliche damit verbundene Reaktionen derer, die der AfD gegenüber hohe moralische Standards aufdrücken und simultan die eigenen absenken lassen, als Beispiele heranziehen. Sollte man sich ernsthaft noch um einen guten Ruf bemühen, wenn diese Mühen nicht anerkannt werden?

Ein spendender AfDler passt einfach nicht ins Weltbild

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Anton Friesen hatte der örtlichen Diakonie-Tafel in Sonneberg eine Spende von 100 Euro gegeben. Jedoch wurde diese Spende Tage später per Brief von der Diakonie zurückgeschickt, zusammen mit einem Schreiben, in welchem erläutert wird, dass das Menschenbild der Diakonie und der Kirche nicht mit der Weltanschauung der AfD vereinbar sei.

Die Diakonie hatte also eine Distanzerklärung auf Kosten der Bedürftigen abgegeben. Sollte man zumindest immer noch davon ausgehen, dass die Kirche ein ehrlicher Verein ist, welcher sich um die ärmeren Menschen kümmert, transparent ist und die Spenden immer gut behandelt werden, dann müsste spätestens dort diese Illusion zerstört werden. Offensichtlich können nur die richtigen Leute spenden.

Natürlich musste es erneut zu einem wortwörtlichen „Mimimi“ kommen.

Wie wir alle wissen, gehören Spenden von der AfD nur zum „miesen Schauspiel“ und zur rechten Hetze dazu. Da sollten doch die Bedürftigen doch Verständnis für diese Aktion haben. Kein Geld von Nazis nehmen!

 

Ebenso sind hundert Euro nicht genug. Man hätte ruhig mehr geben können.

Allerdings stellt sich dann die Frage, ob dieses Geld auch wirklich umgesetzt oder zurückgegeben worden wäre.

Witzigerweise hält man die Kirche immer noch für eine ehrliche Institution.

Die Kirche konnte nur solange überleben, weil sie immer der Herrscherkaste gedient hat. Die Kirche hatte auch den Nationalsozialisten gedient. Sie hat also keinerlei Prinzipien. Die Kirche ist eine Institution, die sowohl Schekel als auch Reichsmark annimmt, um am Leben zu bleiben. Nur stellt sich ernsthaft die Frage, worin die Menschenverachtung und Heuchelei seitens der AfD nun bestehen, wenn ein AfDler glaubt, mit einem kleinen Beitrag helfen zu können. Erschließen lässt dich das nur in den Köpfen, die sich merkwürdige Zusammenhänge spinnen.

Aber es gibt noch Hoffnung. Viele Atheisten, die die Kirche erwartungsgemäß für eine verbrecherische Vereinigung hält, bauen doch Druck auf die Diakonie auf, oder?

Offensichtlich nicht. Dies ist eine Schande für den Atheismus. Man unterstützt also eine Vereinigung, die den Menschen falsche Hoffnungen in die Köpfe presst, weil sie gegen die AfD ist? Dies ist eine hirnrissige Form von Pragmatismus. Oder wie ich es bevorzuge nennen würde: Idiotie.

 

Wenn man schon bibeltreu ist, müsste man auch Homosexuelle ermorden. Im Levitikus 20:13 steht geschrieben: „Und wenn ein Mann bei einem Manne liegt, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide einen Gräuel verübt; sie sollen gewisslich getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen.“

Oder auch: wenn schon Bibel, dann schon Bibel. Aber aus gutem Grund setzt man nicht alles aus einem 2000 Jahre alten Buch um.

Wenn man bedenkt, dass die Institution „Kirche“ ständig unter Druck gerät, unter anderem auch wegen Missbrauchsfälle an Kindern oder Steuer- und Spendenbetrug, machen einen diese Schutzmechanismen und die Rechtfertigungen umso fassungsloser.

Unter den Tweets von beispielsweise dem baden-württembergischen Politiker Dr. Malte Kaufmann sehen die Reaktionen ähnlich aus.


Man habe doch direkt an die Bedürftigen zu spenden, man nehme kein Nazigeld an, man habe anonym zu spenden, hundert Euro sind nicht genug, die Kirche zeige Haltung und so weiter. Also alles wie gehabt.

 

Karsten Schmehl, ein BuzzFeed-Deutschland-Schreiberling, welcher noch als Möchtegernspion den öffentlich geworbenen Discord-Server der Reconquista Germanica „enthüllen“ wollte, macht eine Aktion publik, in welcher die entgangenen hundert Euro durch andere Spenden ausgeglichen oder überboten werden soll.

Die Tugendsignalisierung ist immens. Auf einmal wird Geld gespendet, um es der AfD zu zeigen. Spenden ist jetzt voll cool und so. Dann könnte man die Moralisten doch fragen, warum sie nicht vorher viel Geld aus Eigeninitiative gespendet haben. Opportunismus nennt sich sowas.

 

 

„Kein Mitleid mit Nazis“ – Der Überfall auf ein Leverkusener AfD-Mitglied

In der Nacht zum 17. Dezember wurde ein Mitglied der Leverkusener AfD, Dennis B., attackiert und überfallen. Dabei wurde das Mitglied mit einem Messer bedroht, woraufhin es sich dann mit einem Küchenmesser selbst verteidigte und in seiner Notwehr einen Angreifer schwerverletzte. Dennis B. wurde dabei leicht verletzt.

Gegenüber dem „Jürgen Fritz Blog“ bestätigte der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Köln, dass sich der Überfall ereignet hat und nun Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung durch den Staatsschutz initiiert werden.

Und selbstverständlich, wie human die selbsternannten Humanisten doch sind, macht die AfD doch nur „Mimimi“. Es war schließlich nur ein Überfall, kein versuchter Mord, alles cool.

Offensichtlich haben manche Menschen auch ein krudes Verständnis von der Anspruchnahme von Polizeischutz und Sicherheit.

Mal wieder macht sich auch Whataboutismus breit. Apologetisiert werden solche Taten mit den Taten der NSU (welche zwar wortwörtlich null Verbindungen zur AfD hat, es aber keinen interessiert). Man müsse an der Stelle der AfD sich auch öffentlich gegen Rechtsradikale aussprechen. Das Lustige an der Geschichte ist, dass dies nichts bringt, da jegliche Distanzierungsversuche, die aufgrund von fehlender Gemeinsamkeiten sowieso sinnlos sind, denn wir erinnern uns: „You can never please these people“.

 

Von diesem Tweet kann man weniger erwarten, dass es sich um einen Troll handelt. So wie ziemlich viele andere Menschen: apolitisch und wahrscheinlich „hochgebildet“ nach der abendlichen Tagesschausendung. Mutmaßen kann man so einiges.

 

Aber hey, es war schließlich eine False Flag. Dieselben Leute, die skandieren, dass man nicht ohne Beweise von einem Mordversuch ausgehen soll, gehen ohne Beweise von einer False Flag aus und tun dies als unabdingbare Wahrheit kund.

Viele weitere einzigartige exemplarische Tweets gibt es im Moment noch nicht, die meisten gleichen sich vom Inhalt her stets ab.

 

Ein kurzes Fazit

Müssen wir uns das noch länger antun? Es sind immer noch zu wenige Leute da, die erkennen, dass sämtliche Bestrebungen für einen guten Ruf als AfDler sinnlos sind. Jedenfalls sind sie es nur, weil die Angst zu groß ist, rufschädigend beschimpft zu werden. Auch wenn man es persönlich nachvollziehen kann, da man sich extrem viele Negativkonsequenzen einholen kann seitens der Familie, des Freundeskreises, des Arbeits- und Studienumfelds etc. Ich meine, wenn die ver.di dabei ist, ihre Mitglieder zu Geheimpolizisten umzufunktionieren, die sämtliche Aktivitäten von AfD-Mitgliedern und anderen Rechten dokumentieren sollen, dann sehen wir schwarz. Orwell lässt grüßen.

Konsequenzlos hingegen kann man Angriffe auf AfDler apologetisieren und feiern. Die Widersprüche, die man sich dabei selber aufbaut, werden entweder nicht erkannt, was untermauert, dass die Selbstreflexion dieser Menschen de facto nicht vorhanden ist, oder sie werden zwar erkannt, aber verdrängt. Plagt Letztere etwa auch eine Angst?

Diese 87-Prozent-Marktschreier schreiben sich Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Demokratie auf die Fahne, die sie selbst in Unehren halten, wenn sie sich im „Kampf gegen Rechts“ engagieren. Von denen kann man weder Mitleid noch Empathie noch Vernunft erwarten. Und man sollte sich extrem beleidigt fühlen, wenn jemand aus diesem Kollektiv die Moral- und Nazikeule schwingt. Es reicht. Man muss den Patriotismus wieder normalisieren in diesem Land. Man muss mehr Diskussionen anstoßen, mehr Redefreiheiten gewinnen. Wir müssen uns vereinen.

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