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Politik

Abgefüllt und vorgeführt von Panorama

Panorama hat mal wieder eine Glanzleistung gebracht.

Quelle: Screenshot http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2017/Zurueck-im-Osten-Was-ist-mit-meiner-Heimat-los,brandenburg208.html

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Das Politik-Magazin „Panorama“ des NDR um Anja Reschke ist nicht gerade für Vielschichtigkeit bekannt. Doch in der jüngsten Folge, hat die Journalistin Birgit Wärnke jeden journalistischen Anstand fahren lassen, findet BN-Autor Robin Classen.

 

Dass Birgit Wärnke Ostdeutsche ist, merkt man am ehesten an ihrem Nachnamen. Wärnke, das klingt für westdeutsche Ohren hart, nordöstlich und eben typisch nach DDR. Aufgewachsen ist die Panorama-Journalistin im brandenburgischen Groß Kreutz. Davon merkt man heute abseits von ihrem Namen nicht mehr viel: Mit ihrer kurzen Bubi-Frisur, die auch einem metrosexuellen Mann stehen würde, passt sie perfekt ins linksalternative Hamburg, in dem sie mittlerweile wohnt.

 

Für das Magazin „Panorama“, das es für gewöhnlich schafft, in nahezu jedem Beitrag einen grünen Politiker als „sympathischen Experten“ auftreten zu lassen, ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt. Ihre Mission: Das Ungeheuerliche aufklären! Wie konnte es passieren, dass in ihrer Heimat jeder Fünfte AfD gewählt hat? Längst ist natürlich in westdeutschen Redaktionsstuben bekannt, dass die altbekannten Recherche-Strategien in solchen Angelegenheiten wenig Ergebnisse zeitigen: Also mit einem Kamerateam voller Wessis in einen Ort einfallen und jeden Bürger auf der Straße aggressiv darauf anzusprechen, warum er denn die Nazis gewählt habe, zum Beispiel.

 

Mit StaSi-Methoden zu Erkenntnissen über „den Ossi“

 

Wärnke geht geschickter vor und beweist StaSi-Talent: Sie nutzt familiäre Kontakte und reichlich Alkohol, um Menschen dazu zu bringen, sich ihr anzuvertrauen. Mit ihrem Vater fährt sie zur „Garagenrunde“ und begrüßt das dort anwesende Altherrenpublikum ganz unbefangen. Kaum ist durch joviales Fragen in die Stuhlrunde geklärt, ob das Bier aus der Flasche oder dem Glas getrunken wird, läuft der Gerstensaft auch schon ordentlich und Birgit Wärnke vergisst natürlich auch nicht, an den ebenfalls bereitstehenden Schnaps zu erinnern. Die Katze lässt sie recht früh aus dem Sack: Sie will wissen, warum wohl so viele Groß Kreutzer AfD gewählt haben.

 

Am Ende sagt einer „Kanake“

 

Während am Anfang die Blicke wie auf Kommando auf den Boden gehen und außer schüchternem Gebrumme wenig zu hören ist, zeigt die Strategie der „Qualitätsjournalistin“ bald Wirkung und die Nachbarn ihres Vaters können nach Strich und Faden vorgeführt werden. Dem Zuschauer wird natürlich keine ungeschnittene Fassung, sondern ein „Best of Groß Kreutz Nazi“ serviert: Nach ein paar Schnäpsen fällt sogar das strafrechtlich in diesem Kontext meist relevante Wort „Kanake“ vor laufender Kamera. An journalistische Qualitätsstandards denkt bei „Panorama“ da aber schon niemand mehr, der Nazi-Voyeurismus ist viel zu faszinierend: Nachdem man die eigenen Familienbande instrumentalisiert hat, um Nachbarn vor die Kamera zu bewegen, sie dort ordentlich Schnaps und Bier trinken lässt, damit sie für sich selbst gefährliche Sachen sagen, schneidet man das vorliegende Material natürlich auch nur noch nach dem Kriterium der Empörungsfähigkeit zusammen. Schutz der medial unbedarften, alkoholisierten Personen, die sich auf das Experiment nur auf Grund persönlicher Beziehungen zum Vater eingelassen haben? Fehlanzeige.

 

Ein schäbiges Machwerk

 

Das Ende von Birgit Wärnkes schäbigem Machwerk ist ein offenes: Die beschwipsten Herren klopfen der jungen Frau auf die Schulter, weil diese mit „Flüchtlingsskeptisch“ ihnen die richtige Schublade angeboten hat, in die sie die Männer vor dem Fernsehpublikum stecken darf. Letztlich sagt diese Folge mehr über den Mangel an grundlegendem Anstand und journalistischer Qualität bei Birgit Wärnke, Anja Reschke und der Panorama-Redaktion aus, als über die Groß Kreutzer in Brandenburg, die bei der Bundestagswahl etwas gemacht haben, was keines Fernsehkommentars eines Wahl-Wessis bedarf: Sie haben von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht.

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