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A Fair Hearing- ein Blick in die Alt-Right

Darüber, was auf der anderen Seite des Großen Teichs in der dort dissidenten Rechten vor sich geht, kann man ausschweifende, in langen nächtlichen Google-Stunden zusammengeklaubte Traktate schreiben. Man kann aber auch das – nicht nur in Deutschland – Unerhörte tun und die Vielbeschriebenen selbst zu Wort kommen lassen.

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Der unlängst auch in Magdeburg aufgetretene Millennial Woes / Colin Robertson hat dazu vor nicht allzulanger Zeit ein interessantes kleines Video produziert, in dem er als unmittelbar beteiligter Protagonist amerikanische Forschungsfragen zur AltRight beantwortet – spontane, lockere Einlassungen, die sicher als deutlich authentischer zu bewerten sind als mühselige Versuche von außerhalb, ob von rechts oder von links, diese schillernde „Szene“ in irgendeinen vorgefertigten Bedeutungsrahmen hineinzuhämmern.

Noch ein ganzes Stück aufregender kam und kommt aber ein Projekt daher, das bereits kurz nach dem großen Menetekel von Charlottesville im August 2017 aus der Taufe gehoben wurde – angespornt durch die eskalierend verzerrte Medienberichterstattung unternahm mit Arktos der international maßgebliche alternativ-rechte Verlag einen Schritt nach vorn. Für den Jahresbeginn 2018 wurde unter dem Titel A Fair Hearing, also »ein [unvoreingenommenes] rechtliches Gehör«, ein Sammelband der verschiedensten großen Namen der weit aufgespannten AltRight angekündigt, die sich und ihre Anliegen darin selbst vorstellen sollten.

Mittlerweile ist es Frühjahr, einige ursprünglich eingeplante Beiträger sind ausgeschieden, einige andere sind hinzugekommen, und nun liegt das Werk endlich vor! Hohe Zeit, ganz klar – je weiter sich die „Szene“ ausdifferenziert, um so weniger genügen notwendigerweise knappe Überblicksdarstellungen aus zweiter Hand, ganz zu schweigen von der teils alarmistischen, teils höhnischen, immer aber vernachlässigbaren Berichterstattung in englisch- wie deutschsprachigen Mittelmaßmedien. (Und wer an dieser Stelle wieder den hier schon so oft aufgemachten „Traditions-Antiamerikanismus“ vorbringen möchte, der höre hier einige Minuten hinein, um festzustellen, daß das längst kalter Kaffee ist und nirgendwohin mehr führt.)

Man mache sich nichts vor: A Fair Hearing ist keine Lektüre fürs Nachtkästchen, sondern erfordert einiges Mitdenken. Auf über 250 Seiten kommen die verschiedensten Autoren zu Wort, von denen die wichtigen hier in der Reihenfolge ihres Erscheinens kurz vorgestellt seien:

+ Gregory Hood gilt zu Recht als einer der besten Stilisten der gegenwärtigen alternativ-rechten Autorenriege und trägt von AltRight.com über Radix bis hin zu American Renaissance zu so gut wie allen beachtenswerten publizistischen Projekten der AltRight bei. Eine Blütenlese seiner Texte erschien im vorvergangenen Jahr bei Counter-Currents / North American New Right mit einem Titelbild, das nicht weniger grandios ist als der Inhalt, unter dem Titel Waking Up from the American Dream. In seinem Analysebeitrag »The New Kulaks: Whites as an Enemy Class« legt er die klassenkämpferischen Maßstäbe des historischen Roten Terrors an den auf der Halluzination eines „weißen Privilegs“ fußenden kulturmarxistischen – und invers rassistischen – Machtkampf der „unterdrückten“ Völker aller Welt und vor allem ihrer hochverräterischen weißen Lakaien gegen die Mehrheitsbevölkerung der Ersten Welt an.

+ Colin Liddell, von dem in diesem Netztagebuch bereits der steil benamste Essay »Die Notwendigkeit der moralischen Wiederbewaffnung Deutschlands« veröffentlicht wurde, ist ein bereits seit 2010 aktiver AltRight-Veteran, lebt in Japan und hat neben den verschiedensten „Szene“-Organen auch schon für CNN und die Japan Times geschrieben. Seine in einer früheren Fassung bereits 2016 veröffentlichte Einführung »A Normie’s Guide to the Alt-Right« klärt gerade völlig Ahnungslose in bündiger Form über die verbindenden Grundlagen des ansonsten vielfarbig-weiß schillernden alternativ-rechten Spektrums auf – und bemüht sich insbesondere, dem durchschnittlichen Wohlfühlkonservativen und reinen Politikkonsumenten das Brett vorm Kopf herunterzureißen:

Die meisten von Euch Normies [d.h. „normalen“ Menschen außerhalb einer konkreten Subkultur; N.W.] sind es wahrscheinlich gewohnt, Politik anhand der Modelle „Republikaner vs. Demokraten“ oder „Konservative vs. Liberale“ zu begreifen. Das ist nachvollziehbar, denn wenn man sie damit davonkommen läßt, werden die Mainstreammedien genau so über Politik berichten. Die AltRight lehnt diese simple binäre Vorstellung von Politik aus folgenden Gründen ab: 1) Sie konstruiert eine falsche Dichotomie. 2) Sie übergeht die metapolitische Dimension. 3) Sie führt falsche Grundannahmen in den politischen Diskurs ein.

+ Sam Dickson ist prominenter politischer Anwalt und eine altgediente alternativ-rechte Schlüsselfigur mit 55 Jahren Erfahrung – tatsächlich seit der schicksalhaften Präsidentschaftskampagne Barry Goldwaters, die zur Folge hatte, daß dem Conservative movement durch den einen radikalen Appeasement-Kurs fahrenden führenden Publizisten William F. Buckley jr. (National Review) sämtliche Zähne gezogen wurden, wogegen die AltRight mehr oder weniger eine sehr späte Gegenbewegung darstellt. Dickson ist der heutigen Graswurzel-Gegenbewegung als eine Art väterlicher Freund verbunden und regelmäßiger Redner bei Veranstaltungen etwa von American RenaissanceThrough a Glass Darkly«, 2017) und National Policy Institute (»America: The God That Failed«, 2014). Sein Beitrag »From Generation Unto Generation« stellt eine herzensaufrichtige und faszinierende Rückschau auf dieses Leben für und mit der Identitätspolitik und dem Kampf um ethnokulturelle Kontinuität dar, einschließlich eines verwegenen Ausblicks in die Zukunft.

+ Der Rechtsanwalt Evan McLaren war bis Ende April 2018 geschäftsführender Direktor des National Policy Institute und stellvertretender Chefredakteur von AltRight.com. Sein Beitrag leitet den zweiten Hauptteil von A Fair Hearing ein, die persönlichen Ansichten, und ist unzweideutig »Ground Zero at Charlottesville« überschrieben. McLaren hat die Vorbereitung, versuchte Durchführung und die wortwörtliche Niederschlagung der seitdem weltbekannten Demonstration „Unite the Right“ vor Ort miterlebt und stellt klar, was in der Stadt in Virginia an jenem schicksalhaften 12. August geschah – und was nicht.

+ Die amerikanisch- wie ungarischstämmige Melissa Mészáros, ehemals Redakteurin bei AltRight.com und nun werdende Mutter, stellt sich in ihrem angriffslustigen Vergleich »Lessons From Homeless Feminists« ganz auf die Seite von F. Roger Devlin. Es ist ein Vergleich zwischen der tradionellen Verteilung der Geschlechterrollen und ihrer Darstellung durch Feministinnen – ebenso wie zwischen dem Bild dieser vom Feminismus an sich und der deutlichen (und häßlichen) Sprache, die Statistiken und erlebbare Wirklichkeit über selbigen sprechen.

In einer Facebookgruppe bat eine junge Frau um neue Rezepte für Sandwiches, die sie ihrem Mann machen könnte. Eigentlich ganz harmlos, oder? Keine Chance. Innerhalb weniger Stunden hatte eine Schar von Harpyien das Thema gekapert, die die freundliche Gattin dafür verurteilten, daß sie Mahlzeiten für irgend jemand anderen als für sich selbst zubereitete. »Ich mache für meinen Mann das Gleiche, was er für mich macht: gar nichts!« schrieb eine der Schreckschrauben, während zahlreiche andere der Frau rieten, sie solle aufhören, sich »wie eine Mutter« aufzuführen.

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Robert Wagner
Gast
Robert Wagner

Ich habe erst jetzt auch die Seiten 2 und 3 dieser schwer zu ertragenden Rezension gelesen und komme nicht umhin, noch mal meinen Senf dazu beizutragen (ein Hoch auf die Meinungsfreiheit!): „Taylors Grundlagenbeitrag heißt denn auch »Race Realism« und erhellt die wissenschaftliche Absurdität und hinterhältige Zielsetzung des gutmenschlichen Geredes vom „sozialen Konstrukt“, mit dem alle unliebsamen Details der menschlichen Existenz abgebügelt werden sollen.“ [Achtung: Sarkasmus!] Schnell, informiert alle führenden Publikationsorgane des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsbetriebs. Die Erkenntnis jahrzehntelanger Forschung, dass die Idee der „race“ weniger eine biologisch relevante Kategorie als vielmehr ein hochgradig variables, nur im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext nachvollziehbares… Read more »

Hatin Kike
Gast
Hatin Kike

Meine Güte, wenn man recht offensichtlich nur überschaubare Kenntnisse der Materie hat, muss man die doch nicht noch schriftlich dokumentieren. Rasse ist Realität und Gleichheit ist ein soziales Konstrukt. Robert, Robert, Robert mimst hier den Intellektuellen und aufrechten Kämpfer gegen „völkische Kreise“ und bist doch nur ein geistiges Leichtgewicht, daß sich immer auf die Autoritäten aus den kulturmarxistischen Giftküchen berufen muß. Der alte Schulungstrick für die einfachen Kompetenzebenen, das Gegenteil der erkannten, unangenehmen Wahrheit zu behaupten, ist hier aber deplaziert und wirkt wohl nicht nur auf mich recht abgegriffen. Arroganz verkehrt sich ins Lächerliche, wenn offensichtlich nicht intellektuell unterfüttert. Das… Read more »

Robert Wagner
Gast
Robert Wagner

Der rassistische Charakter dieser Darstellung eines dumm-dreist grinsenden „N……“, die in den USA eine lange ikonografische Tradition hat, erklärt sich ja wohl von selbst. Zu behaupten, daran könne nichts rassistisch sein, weil das Gestein doch gar nicht pigmentiert sei, ist das dümmste „Argument“, was ich je gehört habe.

Robert Wagner
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Robert Wagner

Dieses „grandiose“ Buchcover von Gregory Hood zeigt bei allem pseudointellektuellen Gehabe deutlich, was der Autor und die Protagonisten der Alt-Right letztlich sind: Stumpfe und abstoßende Rassisten, die der Pigmentierung der Haut eine Bedeutung beimessen, die ihr schlicht und ergreifend nicht zukommt.

Anons Laueren
Gast
Anons Laueren

Begründung? Argumente? Fehlanzeige… „Mit Rechten reden“ perfekt vorgemacht.

Teratom
Gast
Teratom

Wie soll denn an den Granitsteinen von Mount Rushmore irgendwas pigmentiert sein? Projizieren um des Projizierens willen, oder einfach mal unwichtigerweise eine Meinung haben? ^^

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